Jahresversammlung der Rosenheimer Wirte

Hohen Besuch bekamen rund 40 Wirtinnen und Wirte aus Stadt und Landkreis Rosenheim bei der Jahresversammlung des Hotel- und Gaststättenverbandes Rosenheim im Gasthof Höhensteiger in Westerndorf St. Peter. Sowohl Landrat Josef Neiderhell und Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer als auch Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner drückten in ihren Vorträgen ihre Verbundenheit zur heimischen Hotellerie und Gastronomie aus und sie sagten ihre weitere Unterstützung bei den Zukunftsaufgaben zu.

Für den scheidenden Landrat Josef Neiderhell wurden die zurückliegenden Amtsjahre  unterschiedlich bewertet. Erfolgreich war in erster Linie die Zusammenführung aller 47 Gemeinden und Städte zu einer Tourismuseinheit in Stadt und Landkreis Rosenheim und die personelle Stärkung des Tourismusverbandes Chiemsee-Alpenland. Nicht geklappt hat dagegen die angestrebte Fusion mit dem Nachbarlandkreis Traunstein. Nach den Kommunalwahlen soll mit den in Traunstein politisch Verantwortlichen ein neuer Versuch gestartet werden. Der Ausbau und die Modernisierung des Skigebiets Sudelfeld konnte trotz in Aussicht gestellter Fördermittel in Höhe von 20 Millionen Euro wegen offener Grundstücksfragen noch nicht erreicht werden. Zur Unterbringung von Asylanten sagte Landrat Neiderhell, dass er dies lieber in kleinen Wohnhäuser-Einheiten als in stillgelegten Gasthöfen realisiere. Den Neubau der Berufsschule bezeichnete Neiderhell als positiven Aspekt und gute Chancen für den Tourismus sieht er im Ausbau des e-bike-Netzes. Herbe und kritische Worte gab es zur Bayerischen Oberlandbahn, die nach den Worten des Landrats nicht fähig ist, Vereinbarungen einzuhalten.

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer hob hervor, dass für die Stadt Rosenheim Hotels, Gasthöfe und Einzelhandel von zentraler und existenzieller Bedeutung sind und dass der Lokschuppen aufgrund seiner Ausstellungs-Qualität ein Leuchtturmprojekt für die gesamte Region ist. Auf dem von der Stadt erworbenen Bahnhofsgelände soll ganz bewusst kein Outlet-Center oder ein Arkadenprojekt entstehen, da sie keinen Sinn darin sieht, dass die Stadt Rosenheim 60 Millionen Euro für Infrastruktur, Straßenbau und Bauten in der Innenstadt ausgibt und diese dann ausbluten lasse. Gute 160.000 Übernachtungen zählt die Stadt Rosenheim jährlich, dennoch fehlt es an Hotel-Kapazitäten. Um zukünftig besser für Kongresse und Tagungen gerüstet zu sein, soll am Bahnhof ein Hotel mit 110 Zimmern entstehen. Auch Oberbürgermeisterin Bauer bat um die Tourismusfusion der Landkreise Rosenheim und Traunstein, um auf dem hart umkämpften Tourismusmarkt besser bestehen zu können.

Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner als tourismuspolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag warb in seinen Ausführungen um einen Beitritt für den neu gegründeten Tourismusverband München-Oberbayern sowie um die längst notwendige Umsetzung des Hotel-Masterplanes. Weiter bat Stöttner die Hotellerie, jährlich die Nachweise für Re-Investierungen der eingesparten Mehrwertsteuer-Mittel zu erbringen, um weitere Überzeugungsarbeit leisten zu können. Franz Bergmüller als BHG-Kreisvorsitzender regte an, den Bau von Mensas in Schulen dann zu überlegen, wenn in Schulnähe Gasthäuser mit günstigen Preisen und guter Qualität vorhanden sind. Zudem bat er, dass für die Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft, bei der die Spiele oftmals erst um 21 Uhr beginnen, die Sperrzeiten für Biergärten mit Live-Übertragungen entgegenkommend genehmigt werden sollen. Entgegenkommen und Augenmaß vom Landrat und seinen Beamten erbat sich Bergmüller auch beim Brandschutz und der Lebensmittelkontrolle, was Neiderhell auch für die Vergangenheit in Anspruch nahm. Abschließend an seine Ausführungen bedanke sich Franz Bergmüller zusammen mit seiner Stellvertreterin Theresa Albrecht bei Landrat Josef Neiderhell für dessen Unterstützung in seiner gesamten Amtszeit mit einem Stück guten Geräuchertem.

Weitere Beiträge in der Jahresversammlung der Wirte kamen von der Zweiten Vorsitzenden Theresa Albrecht im Rahmen ihrer Aufgaben als Ausildungs-Botschafterin, von Kassier Hansi Bäuerle, von BHG-Geschäftsführerin Katharina Freund (unter anderem zur GEMA) und von Peter Stocker, dem BHG-Vorsitzenden von Traunstein. Dieser würdigte die jüngsten und gemeinsamen Bemühungen in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein zum Thema „Rad-Region“.

Weitere Informationen: Kreisvorsitzender Franz Bergmüller, Tel. 08063-295

Foto: Hötzelsperger – Viel zu tun haben die Wirte, wenn das Wetter mitspielt und die Biergartensaison eröffnet ist – wie zum Beispiel Wirt Peter Wiesholzer von der Käseralm am Samerberg

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg