Zauberhaftes Grußwort bei Jagdgenossenschaft Atzing

Bei der Jagdgenossenschaft in Atzing ist es gute und schöne Tradition, dass zur Jahresversammlung mit Jagdessen nicht nur die Bauern und Grundstücksbesitzer mit ihren Frauen und mit ihren Altenteilern, sondern auch der Bürgermeister und der Pfarrer eingeladen werden. Der Pfarrer schon allein deshalb, weil er mit dem Kirchwald selbst ein Waldbesitzer ist. Im vorigen Jahr war erstmals Pfarrer Klaus Hofstetter bei der Zusammenkunft, heuer vertrat ihn Pater Joshy George Vadakkekara. Zum Jagdessen und zum traditionellen Grußwort ließ sich Pater Joshy etwas Besonderes einfallen als er sagte: „Ich mache das Gegenteil!“ – Hierzu meinte der in Kerala in Süd-Indien geborene Pater den Umstand, dass in seiner indischen Heimat die Tiere nicht bejagt und getötet werden dürfen, beim Erschießen eines Kaninchens gäbe es sogar fünf Jahre Gefängnis. Als versierter Zauberer „erweckte“ er aus zwei kleinen Bällen einmal einen Hasen und einmal eine kleine Ente zu „neuem Leben“. Nach dieser gelungenen, für Heiterkeit sorgenden Einlage wünschte der Pater Alles Gute und Gottes Segen.

So schön die Einlage und so gut das von der Wirtsfamilie im Gasthaus Stocker zubereitete Rehessen war, so harmonisch war auch die gesamte Versammlung sowie das ganzjährige Miteinander von Jagdgenossen und Jägern. Den ersten Bericht gab Schriftführer Thomas Mayer ab. In seinem Rückblick hielt er unter anderem fest, dass die bereits seit über einem Jahr gesperrte Brücke im Kirchwald zwischen Prien und Riedering immer noch nicht repariert wurde und dass man auf die vereinbarten Rückmeldungen der betroffenen Gemeinden warte, da der Landwirschafts- und Forstbetrieb unter dieser Sperrung leide. Von einer stabilen und sparsamen Finanzsituation konnte Kassier Franz Zierer berichten, dem von Willi Feichtner junior und Konrad Huber junior eine ordnungsgemäße Arbeit bestätigt werden konnte. Vorstand Hans Rauch erläuterte das Ergebnis eines Vegetations-Gutachtens, das alle drei Jahre vorgenommen wird. „Auf Hegering-Ebene wurde festgestellt, dass Verbißdruck zwar da ist, aber dass mit Ausnahme von lokalen Situationen keine Verbiß-Schäden größerer Art gegeben sind, so dass die Empfehlung ausgesprochen wurde, den bisherigen Abschuß-Plan in Höhe von 50 Rehen im Jahr beizubehalten“. Der Abschußplan für die Reviere Atzing-Nord und Atzing-Süd soll somit für drei Jahre bei 150 Rehen beibehalten und im Frühjahr 2016 neu gültig werden. Abschließend an seinen Bericht gab Hans Rauch noch bekannt, dass der Bayerische Bauernverband für interessierte Jagdgenossen ein Drei-Tages-Seminar anbietet. Michael Schlosser senior als Vertreter der Jäger Peter Stoib (Prutdorf) sowie Leopold, Paul, Michael (jun.) und Martin Schlosser dankte jenen Bauern, die am Waldrand für das Wild einen Grünstreifen belassen und diesen nicht bedüngen, was wiederum einer Verbiß-Minderung zugute kommt. „Wenn wir als Menschen in der Küche nichts mehr zum Essen finden, dann gehen wir in die Speiskammer und so wie das bei uns menschlich ist, ist das bei den Rehen tierisch normal, dass sie Ausweich-Mahlzeiten suchen, wenn es in der Natur nichts mehr gibt“ – so Michael Schlosser. Desweiteren informierte Schlosser, dass der Wildschweinbestand im Landkreis Rosenheim zwar rückläufig ist, aber das jüngst in Halfing-Schonstett wieder mehr Wildschweine aufgefallen sind. Die Biber an der Prien („Ersetzen Holzknechte“) sind nach wie vor fleißig, beim Fuchs ist der Bestand normal geblieben und Krähen konnten erfolgreich bejagt werden. Jäger und Jagdvorstand boten und bieten auch weiterhin Clips für die jungen Bäume und Verbiß-Schutzmittel an. Peter Huber in Siegharting hat im Vorjahr den Klauenstand übernommen und verleiht diesen auch an die Mitglieder der Jagdgenossenschaft, desweiteren können aus dem Genossenschafts-Besitz ein Holzspalter (bei Niedermayer in Mupferting, Tel. 08051-5391) und ein Hochentaster (bei Schlosser Michael in Stetten, Telefon 08051-3187) jederzeit von den Mitgliedern ausgeliehen werden. In der freien Aussprache dankte Zweiter Vorsitzender Albert Niedermayer der Vorstandschaft und den Jägern für den Zusammenhalt, ein Extra-Dank galt noch den Jägersfrauen, die nach dem Jagdessen noch für Kaffee und Kuchen sorgten. Jagdvorstand Hans Rauch beendete die Versammlung mit dem neuen Wahlspruch „Boschen heil!“.

Fotos: Hötzelsperger – Pater Joshy bei seinem „Zauber-Grußwort“ bei der Atzinger Jagdgenossenschaft

Vorstand Hans Rauch, Telefon 08051-5381

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg