Umwelt-Kunst-Streit-Objekt und Chiemsee-Kahn Themen bei JHV des Kur- und Tourismusvereins in Prien

Schönwetter- und Fußball-bedingt versammelten sich bei der heurigen Jahresversammlung des Kur- und Tourismusvereins von Prien nur ein Dutzend von den insgesamt 135 Mitgliedern im Cafe Heider. Anfangs schien die Versammlung im Rekord-Tempo beendet werden zu können, doch nach den rasch erledigten Regularien ergaben sich doch noch viele Themen mit Gesprächs- und Zeitbedarf.

Eingangs erläuterte Vorsitzender Peter Birkenbeul das Jahresgeschehen mit vier Stammtisch-Veranstaltungen sowie mit Arbeits- und Finanzierungsmaßnahmen für die Priener Kneipp-Anlagen im Eichental, am Feßler-Weiher und im Schraml-Bad. Eine „Super-Buchführung“ –und das seit vielen Jahren- wurde Rainer Winzek von den Kassenprüfern Inge Heinrich und Klaus Ritzinger bescheinigt. Kurz ging Vorsitzender Birkenbeul auf die Gambionenwand im Eichental ein als er sagte: „Diese Wand auf dem Grundstück, das dem Kur- und Tourismusverein gehört, wurde ohne klare Abstimmung mit uns erstellt, da waren wir nicht einverstanden, warten wir ab, was die weitere Entwicklung ergibt“. Darauf erwiderte Ludwig Feßler, Senior-Chef der Chiemsee-Schifffahrt: „Dieses vermeintliche Kunstobjekt gehört nicht ins Eichental, sondern auf den Bauhof“. Zweiter Bürgermeister Jürgen Schuster vermittelte mit dem Vorschlag, dass heuer die Betrachter entscheiden mögen, ob das Objekt der Vergänglichkeit Kunst oder Müll ist. „Es gibt auch Leute, die sind begeistert vom Mut, dieses Objekt zu zeigen, weil damit die Nachdenklichkeit angeregt wird“, so Jürgen Schuster, der die bisherigen Rückmeldungen von Einheimischen als mehrheitlich negativ einstufte, der aber dem Objekt für diese Saison noch eine Chance, vor allem auch wegen der Reaktionen von Kur- und Urlaubsgästen einräumen möchte. In jedem Fall wird sich der Gemeinderat zu gegebener Zeit erneut mit dem Kunst- und Streit-Objekt befassen.

Der Kur- und Tourismusverein Prien hat es sich seit seiner Gründung vor über 100 Jahren zur Aufgabe gemacht, Anregungen für Ortsverschönerungen zu machen. Ein weiteres Ziel der Vorstandschaft ist es, eine enge Zusammenarbeit mit der Prien Marketing GmbH und mit dem Rathaus zu pflegen. Ein erster verbesserungswürdiger Vorschlag zugunsten der Ortsbilder kam von Klaus Ritzinger als er die Verkehrsinseln am Ortseingang ansprach. „Wir sind am Chiemsee und nicht in der Wüste“, so Ritzinger, dessen Alternativen zu den derzeitigen Verkehrsinsel-Inhalten Motive von Schloss Herrenchiemsee, von der Chiemsee-Bahn oder von der Chiemsee-Schifffahrt sein könnten. Damit –so die weitere Diskussion- wäre der Wiederekennungswert für einen Tourismusort besser, als gutes Beispiel wurde die Verkehrsinsel in Aschau mit einer Kabine der Kampenwandbahn genannt. Laut Ritzinger hat es bereits einmal ein Konzept mit Sponsoren-Vorschlägen in dieser Richtung gegeben, aber vom Rathaus gab es keine Rückmeldung. Angeregt wurden Verbesserungen auf den Radwegen nach Rimsting und am Chiemsee-Uferweg. Zweiter Bürgermeister Jürgen Schuster und Gemeinderat Klaus Löhmann erläuterten allerdings die Schwierigkeiten mit verschiedenen Grundstücksbesitzern, so dass nicht alle Wünsche umgesetzt werden können. Lob gab es für die neue E-Bike-Lade-Station in Prien-Stock, weil dadurch zwischen Bernau und Seebruck eine Versorgungslücke geschlossen werden konnte. Weitere Diskussionen ergaben sich zum Verkehr, zur „Never-Ending-Story“ der Priener Ortsumgehung, zur Ortsumgehung von Prien-Prutdorf (Jürgen Schuster: „Wird in dieser Legislaturperiode gemacht“) und zur Seestraße, bei der die Wegnahme von Ruhebänken und Papierkörben vor einigen Jahren als Fehler bezeichnet wurde und deshalb wieder rückgängig gemacht werden soll. Ein weiteres Anliegen aus den Reihen der Kur- und Tourismusvereins-Mitglieder ist die Zukunft des ehemaligen Kloster-Renners. Der abgedeckte Kahn hat derzeit einen Platz auf den Schären in Stock gefunden, die weitere Verwendung sollte gegebenenfalls mit der Schlösser- und Seenverwaltung abgestimmt werden. Aufgrund des starken Diskussions-Bedarfs insbesondere zum Verkehr und zur Kreisel-Gestaltung regte Klaus Löhmann an, einen Stammtisch mit einem Fachmann zu organisieren, was nach Vorsitzendem Peter Birkenbeul bereits in nächster Zeit erfolgen wird.

Fotos: Hötzelsperger – der alt-ehrwürdige Chiemsee-Kahn auf den Schären in Prien-Stock soll nach dem Willen des Kur- und Tourismusvereins Prien eine sichere Zukunft erhalten.

Weitere Informationen: www.prien.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg