Trotz Regen: Beeindruckende Wallfahrt der Chiemgauer Trachtler nach Raiten

„Mit offenem Herzen und geöffneten Schirmen“ – so begrüßte Prälat Peter Neuhauser aus Kirchensur bei Amerang die Teilnehmer der Chiemgauer Trachtlerwallfahrt auf dem Hügel „Maria zu den Sieben Hügeln“. Viel Regen beim Rosenkranzgebet der 22 Trachtenvereine von Unterwössen und des GTEV „Geigelstoana“ von Schleching nach Raiten und beim Gottesdienst unter freiem Himmel bestimmte das Wetter. Danken für gute Kriegsheimkehr und Bitten für weiterhin bestehenden Frieden in einer Zeit mit vielen gesellschaftlichen Änderungen prägten den Inhalt der Grußbotschaften und Predigt.

Gauvorstand Miche Huber aus Rottau erinnerte in seiner Begrüßung daran, dass jeder Einzelne als Person, Verein oder Gau Mitgestalter eines guten kulturellen Lebens sein kann. „Zuzug und Zusammenleben verändern sich heute, aber wenn wir Toleranz wirken lassen, dann können wir Wertevermittler sein und neue Chancen für das eigene Leben entdecken“, sagte der Gauvorstand, der auch noch darauf hinwies, dass das Bewahren kultureller Schätze ein Beitrag zur Friedenssicherung sein kann. Zugleich mahnte er, dass bei all den Veränderungen im Land die Trachtler nichts Verschlafen dürfen. „Einfach schön: das Bild mit den vielen Trachtlern mit ihren Schirmen, wenn ich sie so vom Altar aus unter dem Schutzschirm der Mutter Gottes von Raiten sehe“ – so begann Prälat Peter Neuhauser die Meßfeier. Der ehemalige Caritas-Direktor spannte in seinen Ausführungen einen Bogen von den grausamen Opfer der Kriege zu den Nöten und Sorgen der heutigen Zeit und er erinnerte sich gerne, dass er schon vor 50 Jahren einen ersten Kontakt mit dem Trachtenverein Amerang hatte. „Damals schon spürte ich die eigene Rolle der Trachtler und das Zusammengehören von Trachttragen und Christsein. Am heutigen Feiertag denken wir an die Aufnahme von Christus in den Himmel, was Wege aufzeigt, was Kraft vermittelt und zugleich froh- und mutmachende Botschaft bedeutet“. Auch der Prälat ging auf die Flüchtlings-Situation in verschiedenen Teilen der Erde ein als er sagte: „Seien wir Mensch zu Mensch auf gleicher Augenhöhe und lernen wir die Fähigkeit, mit Menschen aus anderen Kulturen zusammenzuleben, vielleicht haben wir dann mit Freuden und in Zukunft Menschen mit anderen Hautfarben in unseren Reihen. Schließlich hat unser Land mit Kelten, Römern, Schwaben, Türken oder Germanen immer wieder die Kraft zu einem neuen Miteinander gefunden“. Den Gottesdienst gestalteten die Schlechinger Alphornbläser, die Schlechinger Sänger, die Musikkapelle Schleching und der Altardienst des Trachtenvereins von Amerang, der heuer Ausrichter der Wallfahrt war. Abschließend bedankte sich Gauvorstand Miche Huber auch noch bei den Böllerschützen, bei der Gemeinde Schleching, bei der Gärtnerei Glanz und ganz besonders bei der Raitener Dorfgemeinschaft für deren Unterstützung. Als Ehrengäste konnte Huber vom Paten und Bayerischen Inngau-Trachtenverband dessen Zweiten Vorsitzenden Pankraz Perfler und Schriftführerin Rosi Spiel, vom Gauverband I den Vorsitzenden Peter Eicher (und zugleich stellvertretenden Vorsitzenden vom Bayerischen Trachtenverband) und Gauvorstand Sepp Ponholzer vom Loisachgau begrüßen. Nach der Wallfahrt und Gottesdienstfeier wurde noch –wie es Tradition ist – gemütlich eingekehrt.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Trachtler-Wallfahrt nach Raiten im Chiemgau

Weitere Informationen: www.chiemgau-alpenverband.de

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg