Trachtenkulturzentrum in Holzhausen mit Gottesdienst und Bayerns Ministerpräsident eröffnet

Ein Festtag für ganz Bayern, speziell für die Trachtlerinnen und Trachtler der 22 Gauverbände innerhalb des Bayerischen Trachtenverbandes war die feierliche Eröffnung des Trachtenkulturzentrums im Ort Holzhausen, Gemeinde Geisenhausen im Landkreis Landshut. Von höchsten Stellen wurde das Bauwerk gewürdigt und gelobt und seiner nunmehrigen Bestimmung übergeben.

Den Auftakt bildete ein Gottesdienst unter freiem Himmel im Innenhof des ehemaligen Vierseithofes, den die Erzdiözese München-Freising im Rahmen eines Erbpacht-Vertrages dem Trachtenverband überließ. Dieser baute mit einem Kraftakt, in zehn Jahren, mit über 1.000 Handwerkern und Helfern sowie in über 30.000 Arbeitsstunden eine Geschäftsstelle, einen Zeltlagerplatz, ein Jugendplatzversorgerhaus, ein Museum, ein Depot, eine Jugendbildungsstätte und einen Veranstaltungsstadel. Die Tatkraft der Trachtler wurde von verschiedenen Seiten finanziell gefördert, insgesamt galt es gut sechs Millionen Euro aufzubringen, um das ehrgeizige Bauwerk zu vollenden. Max Bertl, Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes mit rund 165.000 erwachsenen und 100.000 jugendlichen Mitgliedern freute sich am nunmehrigen Einweihungsfesttag über Zusammenhalt, Bauwerk und auch darüber, dass der Verband trotz der Kosten nicht verschuldet ist, denn es wurde immer nur dann abschnittsweise weiter gebaut, wenn die Finanzierung stand. Stark hilfreich war für die Finanzierung die Unterstützung verschiedener Firmen und Stiftungen, zum Beispiel durch die Firma Schnupftabak Pöschl (Pöschl-Zimmer im Jugend-Bildungshaus), durch die Baywa-Stiftung (Bauerngarten) oder durch die Edith-Haberland-Stiftung (Augustiner-Stadel).

Von einem reichen Segen für Land und Leute sprachen im Gottesdienst Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger und Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss vom Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Regensburg. Die musikalische Gestaltung übernahmen die Blaskapelle Vagen, der Familiengesang Rehm und die Koppachtaler Alphornbläser aus dem Allgäu. Bereits beim Festgottesdienst war zahlreiche Prominenz vertreten, an der Spitze Seine Königliche Hoheit Herzog Franz von Bayern, der die Schirmherrschaft für das Trachtenkulturzentrum in Holzhausen übernommen hat. Weitere Ehrengäste waren Staatssekretär Bernhard Sibler vom Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst sowie zahlreiche Abgeordnete des Bundes- und Landtags, unter ihnen Landtags-Vizepräsident Reinhold Bocklet, die Fraktionsvorsitzenden Markus Rinderspacher und Hubert Aiwanger sowie Erwin Huber als Verbindungsmann des Bayerischen Trachtenverbandes zum Bayerischen Landtag und dessen Vorgängerin in dieser Aufgabe Renate Dodell. Die Bayerischen Bezirke waren vertreten durch ihren Präsidenten Josef Mederer, durch Dr. Olaf Heinrich (Niederbayern) und Erwin Dotzel (Unterfranken), die Regierung von Niederbayern vertrat Regierungspräsident Heinz Grunwald und weitere Repräsentanten kamen vom Landkreistag sowie aus den Landkreisen und Gemeinden. Zugegen waren zudem die Nichtstaatlichen Museen, der Bayerische Landesverein für Heimatpflege, der Bayerische Jugendring, die Landeszentrale für neue Medien, der Festring München, der Deutsche Trachtenverband, der Gauverband Nordamerika, der Bund der österreichischen Trachten- und Heimatverbände, die Erzbischöfliche Finanzkammer, der Förderverein für das Trachtenkulturzentrum, der Bayerbund, die Bayerische Einigung und Bayerische Volksstiftung und der Förderverein Bayerische Sprache und Dialekte.

Zum Festakt im eigens aufgestellten Festzelt kam als weiterer Ehrengast Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer. Er würdigte die Leistungen der Trachtler und freute sich, dass das vom Staat zur Verfügung gestellte Geld bestens angelegt ist. Seehofer nahm sich viel Zeit, um sich die einzelnen Bauwerke anzuschauen und mit den Trachtlern und den Leuten, die in den letzten zehn Jahren Hand angelegt haben, zu sprechen. Max Bertl hatte an diesem Festtag guten Grund, Dank zu sagen, dieser galt seinem Vorgänger Otto Dufter, seiner gesamten Vorstandschaft, der Handwerker- und Arbeiterschar mit Architekt Udo Rieger an der Spitze sowie dem Bewirtungspersonal und den Trachten- und Musikgruppen, die sich zusammen mit Trachtenhandwerkern am Eröffnungswochenende im Freien und in den Räumen präsentierten. Als Erinnerung gab es für alle Besucher ein frisch gebackenes Brot vom Holzhausener Backofenverein.

Nun beginnt für die Trachtler ein neuer Lebensabschnitt, dessen Erfolg vorauszusehen ist. Vier Arbeitsplätze, die in Holzhausen geschaffen worden sind, werden das Leben im Trachtenkulturzentrum positiv beeinflussen, viele Besucher und Veranstaltungen sind zu erwarten. Die nächste Veranstaltung ist am Mittwoch, 6. Mai die Sendung „Jetzt red i – Europa“, die vom Augustinerstadel ausgestrahlt werden wird.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Eröffnung des Trachtenkulturzentrums in Holzhausen – Teil I

Nähere Informationen: www.trachtenverband-bayern.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg