Theaterpremiere im Trachtenheim Hittenkirchen

Wie alle Jahre Ende November hieß es auch am vergangenen Samstag wieder „Vorhang auf!“ für die Theatergruppe des Hittenkirchner Trachtenvereins. Mit der jüngsten Inszenierung „Gespenstermacher“ von Ralph Wallner stellte das Ensemble erneut sein Können unter Beweis. Im brechend vollen Trachtenheim war die Aufführung flott in Szene gesetzt, unterhaltsam gespielt und auf einem Niveau, auf das der Verein wirklich stolz sein kann. Das Stück bot alles, was ein gutes bayerisches Theaterstück braucht: Liebe, Streit, Winkelzüge, derbe Sprüche und viele große und kleine Pointen, bei denen das Publikum herzhaft lachen, schmunzeln aber auch mal erschrecken konnte. Das detailreiche Bühnenbild, errichtet von Regisseur Franz Wörndl, zeigte eine alte Wirtsstube, in der es ebenso lustig wie makaber zuging. Es hätte für Franz Wörndl (Schippe) und Eugen Unterstrasser (Schaufe) keine besseren Rollen geben können, als die der beiden „Graberer“, die sich nach einem Erlass des Landratsamtes plötzlich selber um Nachschub für ihre Arbeit kümmern mussten. „Nur mit einer Leich, wern ma reich“, polterte Schippe am Wirtshaustisch. Zukünftig soll nämlich nur noch für jede einzelne Beerdigung bezahlt werden, ein Schock, da im Moortaler Moos einfach viel zu wenige den Löffel abgeben wollen. Die Graberer wussten natürlich auch den Grund: „Schuld daran ist nur die guade Landluft!“ Mit einem Fläschchen Gift sollte also nachgeholfen werden, aber auch das ist nicht so leicht, wenn einen das Graberergewissen zwickt. Als die schrullige dorfverrückte Philomena (glänzend gespielt von Melanie Poppe) die beiden auch noch verflucht, war das Unheil vorprogrammiert. So kam es, dass die Moorwirtin Rosa (Anna Maria Paar) und deren ewige Rivalin Vevi Veichtl (Lisa Forstner) zunächst vergiftet wurden, den Totengräbern dann aber als echte Plagegeister wieder erschienen. Aber auch der Schuaster-Jackl (Theaterneuling Franz Thalhammer sen.), ein Junggeselle der die ständigen Avancen von Rosa und Vevi zu Lebzeiten gekonnt umschifft hatte, wurde von den beiden Gespenstern nun umgeistert und gepiesackt. Vevi und Rosa spielten sich mit ihren wilden Wortgefechten und gegenseitigen Streichen in absolute Höchstform. Aber an einem solchen Theaterabend darf natürlich auch eine Liebelei nicht fehlen und so turtelte die bezaubernde Theresa Pfaffinger als Lena temperamentvoll mit Wolfgang Schuster als hormongesteuertem Leo. Besonders beeindruckend: Die Spieler standen dabei gemeinsam auf der Bühne, mussten aber so agieren, als würden sie sich nicht sehen können. Das lebendige Spiel aller Darsteller machte deutlich, mit wie viel Spaß sie bei der Sache sind. Starker Beifall belohnte die schauspielerischen Leistungen ebenso wie auch die Helfer vor und hinter der Bühne. Lob galt hierbei Souffleuse Andrea Scheck und Irmgard Schuster für den Kartenvorverkauf und den weiteren zahlreichen Helfer hinter den Kulissen, die sich um Bewirtung, Requisiten und Technik kümmerten. Umrahmt wurde der Abend von der jungen Tanzlmusi „Ochablech“ aus Unterwössen.
Gespielt wird im Hittenkirchner Trachtenheim noch vier Mal: am Freitag, 27., am Samstag, 28. November, jeweils um 20 Uhr, am Sonntag, 29. November, um 19 Uhr und als Zugabe aufgrund der hohen Nachfrage noch einmal am Samstag, 5. Dezember, um 20 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf in der Kumpfmühle, Telefon 08051/1568.

Bericht und Bilder: Georg Leidel

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg