Terror von Paris bestimmt Volkstrauertags-Veranstaltungen in der Gemeinde Prien

Die Terroranschläge von Paris waren allgegenwärtig beim heurigen Gedenken zum Volkstrauertag in Prien. Bürgermeister Jürgen Seifert sagte: „Nachdem das Fußball-Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Frankreich für blutigen Fanatismus missbraucht wurde, habe ich in der Nacht an meinen Bürgermeister-Kollegen Claude Fita von unserer Partnerstadt Graulhet eine SMS gesandt und unser Mitgefühl zum Ausdruck gebracht.“. Umgehend – so Bürgermeister Seifert weiter – kam eine SMS zurück mit dem Text „mon amie“, was übersetzt heißt „mein Freund“.„Terrorismus ist der Weltkrieg des 21. Jahrhunderts“ – mit diesen Worten bat der Bürgermeister um Beachtung und Wertschätzung des Friedens, der als das wichtigste, kostbarste und größte Gut im Zusammenleben von Völkern und Menschen ist. „Der Mensch, gleich welcher Herkunft, Hautfarbe oder Religion, ist immer Mensch solange er nicht die Regeln der Menschlichkeit und die Wege des friedlichen Zusammenlebens verlässt“. Mit den Worten „Mit Gewalt kann Gewalt nicht besiegt werden, denn Kriege kennen keinen Sieger“ beschloss Seifert seine Ansprache und er bat abschließend noch: „Lasst uns teilen, damit Gott unter uns nicht erfriert!“. Der Trauerfeier am Priener Marktplatz gingen in den Priener Kirchen eigene Gottesdienste voraus, bei denen die Gebete und Fürbitten ebenfalls die Tragödie vom Freitagabend in Paris zum Inhalt hatten. Am Kriegerdenkmal sprachen dann gemeinsam Pfarrer Klaus Hofstetter von der Katholischen Pfarrgemeinde, Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Prien und Pastor Andreas Sargant von der Neuapostolischen Kirche in Prien die Gebete zum Volkstrauertag. Gemeinsam legte Bürgermeister Seifert mit seinem Stellvertreter Hans-Jürgen Schuster den Kranz zu Ehren der Toten aus den beiden Weltkriegen nieder. Einen weiteren Kranz überbrachten Franz Leiker, Mathias Haider und Günther Grüner von der Sudetendeutschen und Schlesischen Landsmannschaft – auch im Gedenken daran, dass sich ihre Vertreibung und Ankunft hier im Chiemgau heuer zum 70. Male jährt. Diese Kranzniederlegung erfolgte auch namens der Priener Gebirgsschüzenkompanie, des Trachtenvereins Prien, der Freiwilligen Feuerwehr Prien, der Königlich Priveligierten Feuerschützengesellschaft, des VdK, des Rauchclubs und der Krieger- und Soldatenkameradschaft. Mit ehrenden Weisen der Priener Blaskapelle endete der eindrucksvolle Festakt am Priener Kriegerdenkmal. Es folgte ein gemeinsamer Abmarsch zum Hotel Bayerischer, dort versammelten sich dann die Mitglieder der Krieger- und Soldatenkameradschaft zu ihrer Jahresversammlung.

Am Kriegerdenkmal in Prien-Prutdorf erinnerte in seiner Ansprache Priens Dritter Bürgermeister Alfred Schelhas ebenfalls an die jüngsten Terror-Opfer von Paris als er sagte: „Wir gedenken hier aller Toten der Weltkriege, die es gab auf den Schlachtfeldern, durch Widerstand sowie durch Flucht und Vertreibung. Aber wir gedenken auch an die Opfer der Kriege von heute und vor allem an die unschuldig Getöteten des Terrorüberfalls auf das befreundete Nachbarland Frankreich“. Mit den Gemeinderäten Anton und Michael Schlosser legte Alfred Schelhas einen Kranz nieder. Heinrich Rehberg als Vorsitzender des Veteranen- und Kriegervereins von Wildenwart sprach in seinen Ausführungen davon, dass das Kriegerdenkmal ein Ort der Trauer ist und dass die Bedeutung der Gedenkstätte auch 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs und 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs auch fortan nicht sinken darf. Die Trauerfeier in Prutdorf wurde des weiteren von Pfarrer i. R. Walter Kronast und von der Musikkapelle Wildenwart unter der Leitung ihres neuen Dirigenten Sebastian Graf gestaltet.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von den Trauerfeierlichkeien in Prien und Prutdorf

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg