Sonntagspredigt beim 40stündigen Gebet in Prien

Voll besetzt war die Priener Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ als am dritten Tag der Jesuiten-Pater Peter Balleis zu den Themen „Euer barmherziger Vater vergibt alles“ und „Selig, die Barmherzigkeit tun“ predigte. Eingangs freute sich Pfarrer Klaus Hofstetter, dass die heurige Gebetsreihe Jung und Alt, Groß und Klein sowie viele Familien zusamengeführt hat.„Das Wesensmerkmal der Barmherzigkeit ist die Vergebung, doch hat Barmherzigkeit auch seine Grenzen?“ – mit diesen Gedanken und mit dieser Frage begann der Prediger seine Ausführungen und er antwortete gleich selbst darauf als er sagte: „Barmherzigkeit für Opfer muss größer sein als Barmherzigkeit für Täter, da gilt es Grenzen zu setzen“. Weiters fügte er hinzu: „Barmherzigkeit heißt nicht, in allem Nachzugeben!“. Hierzu zitierte er Pater Rupert Mayer, der einst sagte: „Wer noch nie ausgenutzt worden ist, hat noch nichts Gutes getan“. Eine weitere Aussage war „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ und dazu meinte der Pater: „Nur wer zu sich selbst barmherzig ist, kann auch gegenüber Anderen barmherzig sein, denn Menschen, die sich selbst nicht mögen, können auch niemand Anderen mögen“. Das Gegenteil vom Mangel an Selbstliebe ist die Feindesliebe, sie ist eine gesteigerte Form der Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Wie der Pater ausführte, ist die Feindesliebe eine Einzigartigkeit in der Christenheit. „Im Nahen Osten gilt Auge um Auge sowie Zahn um Zahn, da kann niemals Frieden einkehren“, so der langjährige Leiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes und er beendete die Predigt mit dem Satz: „Seid barmherzig, wie es auch Euer Vater ist und empfindet dies als Gabe und Aufgabe gleichermaßen“.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Sonntag beim 40stündigen Gebet

igen Gebet in Prien

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg