Samerberger tragen im Advent „Maria in der Hoffnung“

In der Zeit vom 1. Adventssonntag bis zum 24. Dezember gibt es in der Katholischen Pfarrei „Maria Himmelfahrt“ am Samerberg die Tradition des „Frauentragens“. Es ist dabei die Gelegenheit, der Figur (siehe Foto) mit der schwangeren Maria nach dem Vorbild der „Bogenberger Mutter Gottes“ für einen Tag eine Bleibe im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung zu geben.

Während der Adventszeit wird die Marienfigur von Familie zu Familie weitergegeben. Maria verbleibt sinnbildlich in jeder Familie einen Tag. Am Abend wird sie von der Gastfamilie zur nächsten Familie gebracht. Tags darauf wird die Marienstatue wieder an die nächste Familie weitergegeben. Wenn nicht für jeden Tag eine neue Herberge gefunden wird, bleibt sie auch länger in einer Familie. Die Figur kann auch in einem Kindergarten oder beim Adventsingen für einen Tag oder ein paar Stunden zur Herberge einkehren. Die Hausgemeinschaft, oftmals mit Freunden und Bekannten versammelt sich einmal am Tage vor der Figur zum Gebet, zum Singen und Musizieren.
Wer „Maria in der Hoffnung“ zu sich heimholen will, trägt sich in eine im Pfarrbüro ausgelegte Liste ein (Pfarrbüro Törwang, Telefon 08032/8293; Montag bis Donnerstag von 9 bis 11 Uhr.). Die Segnung und Aussendung findet bei am 1. Adventssonntag im Pfarrgottesdienst statt und am 24. Dezember wird die Mutter Gottes in der Christmette wieder feierlich in Empfang genommen.

hö/Foto: Rainer Nitzsche – Figur „Maria in der Hoffnung“ in der Pfarrei „Maria Himmelfahrt“ am Samerberg

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg

Eine Antwort für Samerberger tragen im Advent „Maria in der Hoffnung“

  1. Günter Schmitzberger 30. November 2014 at 21:07

    Ich freue mich, dass dieser Brauch nun schon seit fünf Jahren sehr gut angenommen wird. Und viele gaben mir die Rückmeldung, dass es oft der einzige Abend im Advent war, an dem sich die Familie zusammen getroffen hat. Auch ältere Leute haben mir erzählt, dass sie sich nach Jahren in der Nachbarschaft getroffen und alte Advents- und Weihnachtslieder gesungen haben – „wunderschöne Kindheitserinnerungen“ hat mir eine Frau berichtet! Eine ganz besondere Geschichte hat mich sehr berührt: Eine Familie ist mit der „Maria“ zur Oma ins Altenheim aufgebrochen und die Enkelkinder haben dort im Zimmer mit ihren Flöten einige Lieder gespielt. Es hat nicht lange gedauert, bis sich an die 20 weitere ältere Menschen vor der Zimmertüre eingefunden haben. Teilweise demenzkrank haben sie so manches Lied (mit Text!!!) mitgesungen. Diese abgebildete Maria könnte viele „Geschichten“ erzählen – Geschichten in denen viel gelacht, gebetet, gesungen, gespielt aber auch geweint wurde!
    – Diakon Günter Schmitzberger, Gemeinde Samerberg/Rohrdorf –