SalzAlpenSteig mit Lamas

Andrea Aschauer —  22. Juli 2015

Durch einen Bericht in den Salzburger Nachrichten erfuhren wir schon 2014 von der Planung des SalzAlpenSteiges, der im Mai 2015 eröffnet werden sollte. Er führt vom bayrischen Meer, dem Chiemsee über Ruhpolding und Bad Reichenhall nach Berchtesgaden von dort über die Grenze nach Österreich, durch den Tennengau, Abtenau, Annaberg und den Gosaukamm zum Hallstätter See. Da wir schon mit unseren beiden nun 4-jährigen Lama-Wallachen Don Camillo und Peppone den Salzburger Almenweg gegangen sind, stand der Entschluss bald fest 2015 den SalzAlpenSteig zu gehen. Wir begannen sofort mit der Planung und wurden von Claudia Schülein vom Fremdenverkehrsverein Berchtesgaden mit einer Karte unterstützt. Im Gegensatz zum Vorjahr wollten wir heuer nicht alleine wandern; deshalb luden wir Freunde ein uns auf verschiedenen Etappenabschnitten zu begleiten. Die Zeit verging wie im Flug und am 31. Mai 2015 starteten wir bei Königswetter unsere 16-tägige Tour. Auf dem ersten Abschnitt der Wanderung waren unsere Lamafreunde, Willi und Ingrid aus Piding, Dominik aus St. Pantaleon, Elisabeth und Wolfgang aus Vorderstoder, Anna und Isolde aus Bayern abwechselt auf einzelnen oder mehreren Etappen dabei.  Auf österreichischer Seite begleiteten uns Eli und Sepp aus Kuchl zwei Tage. Die letzten vier Tage marschierten Traute und Henner aus dem Odenwald mit und einen Tag später kam noch Sebastian aus Wien dazu. Die Drei lernten wir 2013 auf der Via de la Plata einem Jakobsweg, der von Sevilla nach Santiago führt, kennen.  Sebastian zog den Schwarzen Peter, da es die letzten beiden Tage teilweise kräftig regnete.Wenn wir unsere Tour im Nachhinein Revue passieren lassen, wissen wir gar nicht wo wir zuerst beginnen sollen.

Vielleicht mit unseren tierischen Begleitern. Die Beiden gingen die Strecke ohne ernsthafte Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Don Camillo war zeitweise im Stress, da er durch mitwandernde Lama-Hengste seine Chefrolle gefährdet sah. Peppone stürzte leider durch einen hektischen Sprung auf einer Brücke und verletzte sich am Fuß und an den Beinen. Wir ließen eine Tierärztin kommen, die Peppone sedierte und zweimal am Bein nähte. Der kleine Kerl erholte sich über Nacht so gut, dass er schon am nächsten Tag ohne größere Probleme die Tour fortsetzten konnte. Die Stellen die für Lamas alles andere als alltäglich sind, wie z.B. drei aufeinander folgende Tunnel, von denen zwei unbeleuchtet und einer fast zweihundert Meter lang und noch dazu relativ nieder war; steile, schmale und enge Steige, rutschige Stiegen und Stege und zuletzt am Soleweg oberhalb von Hallstatt ein Wasserfall hinter dem man durch musste, wurden bravourös von den Beiden gemeistert. Gerne denken wir auch an die ersten Schwimmversuche im Thumsee zurück. Daran sieht man, wenn Tiere zu einem vertrauen haben machen sie fast alles mit.

Oder:

Die Freundlichkeit der Menschen die uns beherbergten und denen wir begegneten. Da waren z.B. der Schwager von Willi in Marquartstein, Anna Conway aus Ruhpolding die selbst fünf Alpakas hält, machte das Ziegengehege für unsere beiden Jungs frei und uns bot sie ihr wunderschönes Gartenhaus zum Übernachten an, die Besitzer der Pension Oechsner am Thumsee, die unsere Lamas in einer Pferdekoppel weiden ließ und wir konnten an einem wunderschönen Platz im Garten unsere Zelte aufschlagen, nicht zu vergessen ist auch die Fam. Höll vom Mandlhof in Annaberg, wo unsere Lamas in einer Pferdebox nächtigen konnten, auch auf den Almhütten wurden wir herzlich empfangen.

Nicht zuletzt, die netten Plaudereien am Weg mit vielen interessierten Menschen.

Für alle die nicht viel über Lamas wissen. „Lamas spucken Menschen nicht an und man kann auch nicht auf ihnen reiten.

Zu guter Letzt:

Der SalzAlpenSteig führt durch eine wunderschöne Landschaft, wie eine Perlenkette reiht sich ein Kleinod an das Andere, ohne lange Überbrückungsstrecken, großteils durch unberührte Natur über Almen oder zu tollen Aussichtspunkten wie zur Schnappkirche oberhalb von Marquartstein. Die Stecke führt aber auch durch schöne Orte und Städte wie Berchtesgaden oder Bad Reichenhall.

Zusammenfassend kann man sagen, gäbe es den Weg nicht, müsste man ihn erfinden.

Die vorgeschlagenen Touren sind praktisch von jedem gesunden Menschen machbar, junge oder sehr sportliche Menschen könnten den SalzAlpenSteig auch viel schneller gehen, da die einzelnen Etappenlängen für Wanderer sehr moderat angelegt sind.

Bilder gibt es unter: www.trampopenend.at

Andrea Aschauer

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