Reise zu den Tsunami-Projekten zehn Jahre nach der verheerenden Katastrophe

Der Mit-Herausgeber der Samerberger Nachrichten, Rainer Nitzsche, besucht regelmäßig ein indisches Fischerdorf (Paramankeni), das damals vom Tsunami vollig zerstört wurde.

Vor nunmehr zehn Jahren, als das ungeheure Ausmaß der Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004 langsam Gestalt annahm, und die Zahl der gemeldeten Todesopfer von zunächst wenigen Tausend auf über 200.000 Tote und Vermisste anwuchs, entwickelte sich weltweit eine in diesem Ausmaß bislang unbekannte Bewegung der Solidarität und Hilfsbereitschaft für die Opfer des Tsunami in Süd- und Südostasien.

In Indien waren vorwiegend die südöstlichen Küstenstreifen von den Zerstörungen betroffen. Insgesamt waren knapp 900.000 Menschen unmittelbar von den Folgen des Tsunamis betroffen. In der Region gab es 8.000 Todesopfer, zudem richteten die Fluten massiven wirtschaftlichen Schaden an. Knapp 123.000 Häuser und Hütten wurden zerstört und machten die ehemals dort lebenden Familien obdachlos.

Paramankeni ist ein kleines Fischerdorf ca. 90 km südlich von Chennai auf der Straße nach Pondicherri. 235 Häuser wurden dort seinerzeit vom Tsunami vollständig zerstört. In Paramankeni wurde den Menschen, die vorwiegend vom Fischfang lebten, die Existenzbasis genommen. Boote mit der kompletten Ausrüstung (Motoren, Netze etc.) wurden zerstört oder vom Meer verschluckt. Zerstörte Häuser und Schulgebäude und der massive Verlust ihrer Boote, Netze und Außenbordmotoren beraubte die ausschließlich von der Fischerei lebenden Menschen ihrer wirtschaftlichen Lebensgrundlagen.

Eine Reihe deutscher Hilfsorganisationen hat geholfen, dieses Dorf wiederaufzubauen. Die „Karl-Kübel-Stiftung“ hatte die Aktion „Hessen hilft den Flutopfern“ initiiert und war in der Lage, 202 Häuser in Paramankeni wieder aufzubauen: 26 Häuser mit der Unterstützung von „Hessen hilft“, 75 Häuser mit der „Andheri Hilfe“ und 101 Häuser mit der Hilfe von „Caritas“.

Heute, 10 Jahre nach der Katastrophe hat sich das Fischerdorf gut entwickelt. Die Häuser sind liebevoll ausgebaut und erweitert worden. Nahezu jede Veranda ist mit Fliesen gestaltet, Kinder spielen auf den betonierten Wegen, Frauen verarbeiten immer noch die Kokosfasern zu Seilen, eine Tätigkeit, die im Rahmen der ersten Hilfsmaßnahmen im Jahr 2005 in den Notaufnahmelagern anfinanziert worden war.

Die folgenden Bilder zeugen davon, wie sich das Leben in Paramankeni 10 Jahre nach dem Tsunami durch die Hilfe deutscher Hilfsorganisationen entwickelt hat.

Fotos:
Fotos unmittelbar nach dem Tsunami von der Karl-Kübel-Stiftung
Aktuelle Fotos über den Ort Paramankeni heute von Rainer Nitzsche

Weitere Hintergrundinforationen hier:
Bericht der Karl-Kübel-Stiftung

Aktueller Pressebericht der Karl-Kübel-Stifung hier

 

Bilder von den betroffenen Regionen an der Süd-Ost-Küste Indiens unmittelbar nach dem Tsunami

Bilder aus Paramankeni, aufgenommen in den letzten 18 Monaten

Rainer Nitzsche

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