Großübung Feuerwehren in Wildenwart

„Verkehrsunfall zwischen Brandenberg und Stupfa, Holzfuhrwerk verliert Ladung, mehrere Baumstämme auf einem Auto, mindestens zwei Verletzte, PKW brennt, Benzin läuft aus, Waldbrandgefahr“, alarmierte die Wildenwarter Übungsleitung die Freiwilligen Feuerwehren von Atzing, Frasdorf, Umrathshausen und Wildenwart zur Gemeinschaftsübung. Übungszweck für die rund 80 Feuerwehrleute der beteiligten Wehren war, neben der korrekten Bedienung des eingesetzten Feuerwehrgerätes, auch das Kennenlernen der Örtlichkeiten im Norden der Gemeinde Frasdorf. Die Gemeinschaftsübung lief wie am Schnürchen, das Verbindung halten untereinander und die Kontaktaufnahme mit den Kräften, die bereits am Unfallort waren, funktionierte. Stefan Kronast, Kommandant der Wildenwarter Wehr, Florian Fischer, der die Planung und Leitung der Übung hatte und ihre Schiedsrichter waren recht zufrieden mit dem Leistungsstand der 80 eingesetzten Feuerwehrleute. Alle gestellten Aufgaben seien innerhalb der angesetzten Zeiten gut gelöst worden. Den nacheinander eintreffenden Kräften – der Weg der Umrathshauser und Frasdorfer Fahrzeuge verlängerte sich durch die Sperrung der Hauptstraße beträchtlich – bot sich ein verworrenes Lagebild: offensichtlich waren bei einem Holzfuhrwerk die Rungen gebrochen und die schweren Baumstämme der Ladung fielen auf ein Auto. Mehrere Stämme durchschlugen die Windschutzscheibe. Mindestens eine Person saß in diesem Auto und auch der Traktorfahrer rief um Hilfe. Benzin lief aus, überall stieg bereits Rauch auf, im angrenzenden Wald brannten bereits das Unterholz und die ersten Daxen an den Bäumen, ein großflächiger Waldbrand musste verhindert werden. Die Wildenwarter stellten mit einem Erstangriff sicher, dass das brennende Fahrzeug gelöscht wurde und das Feuer nicht auf den angrenzenden Wald übergriff. Umrathshausen und Atzing bauten eine zusätzlich Löschwasserversorgung von Brandenberg und Stupfa her auf und übernahmen die Sicherung des angrenzenden Waldes. Beide Wehren brauchten an der Unfallstelle nicht mehr einzugreifen, bis zu ihrem Eintreffen hatte sich die Lage bereits stabilisiert und sie wurden für den Einsatzleiter in Reserve gehalten. Alle vier beteiligten Wehren mussten ständig Verbindung mit der Einsatzleitung halten und über die aktuelle Lage und den Stand der Bergungsmaßnahmen informieren. Der Wildenwarter Sanitätstrupp barg den vollkommen geschockten Traktorfahrer aus seiner Kabine, stellte die Erstversorgung sicher und übergab ihn an die mittlerweile eingetroffenen Rettungskräfte. Schwieriger war es bei dem PKW. Zunächst kam die Motorsäge zum Einsatz, das Auto wurde freigeschnitten. Hier unterbrach die Übungsleitung die laufende Übung und führte schulmäßig den Einsatz des Rettungsspreizers und der Hydraulikschere und die anschließende Bergung des Verunfallten als Lehrvorführung für alle beteiligten Einsatzkräfte vor. Die Frasdorfer Feuerwehrleute zeigten eindrucksvoll, welche Möglichkeiten sie mit dem Rettungsspreizer und der Hydraulikschere haben, eine Person aus einem vollkommen zerquetschten Auto zu bergen. Viele junge Feuerwehrleute sahen so zum ersten Mal, dass der Einsatz des schweren Geräts der Feuerwehren Knochenarbeit ist und nicht so einfach funktioniert, wie es die Fernsehbilder vorgaukeln. Alle vier Feuerwehren setzten ihre Jugendfeuerwehrleute mit ein, zeigten ihnen den Ablauf einer Gemeinschaftsübung und das Zusammenspiel der Kräfte in der eigenen Gemeinde und auch gemeindeübergreifend. „Wir haben viel gesehen, vor allem der Einsatz des schweren Geräts war sehr eindrucksvoll, hier konnte man sehen, wie widerstandsfähig die Fahrgastzellen der Autos heute sind. Personenrettung aus dem Fahrzeug ist eine ganz schwierige Aufgabe“, so einer der jungen Feuerwehrleute. Alle vier Kommandanten erklärten übereinstimmend, dass die eingesetzten Kräfte ihre Sache ausgezeichnet gemacht hätten. Die gute Ausstattung mit neuen Fahrzeugen und der Gerätebestand aller Wehren seien für die Feuerwehren eine hervorragende Motivation. „Unsere beiden Gemeinden haben einen Haufen Geld für die Feuerwehren ausgegeben“ meinte einer der Truppführer, „wir wollen zeigen, dass jeder einzelne Cent davon gut angelegt ist“.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg

Andrea Aschauer

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