Psychotherapeuten-Ausbildungs-Demo in München

Etwa 150 Schulpsychologie-Studierende und Schulpsychologen aus München und Eichstätt demonstrierten am heutigen Dienstag von 11 Uhr bis 12:30 Uhr am Maxmonument in der Landeshauptstadt mit abgewandelten Kinderliedern lautstark für den Weiterbestand ihrer Zulassung zur Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (KJP).
Nach einer überraschenden Änderung der Verwaltungspraxis steht den bayerischen Schulpsychologie-Absolventen diese Weiterbildung seit dem heutigen 01. Juli nicht mehr offen. Die Demonstrierenden wollen diese Entscheidung des Ministeriums für Gesundheit und Pflege nicht akzeptieren, da sie ihre universitäre Ausbildung im (in Bayern einzigartigen) Studiengang „Psychologie mit schulpsychologischem Schwerpunkt“ als qualifizierende Grundlage für die Weiterbildung zum KJP ansehen. Sebastian Hellmann, Vorsitzender der Fachschaft Psychologie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt argumentiert übereinstimmend mit dem Landesverband der Bayerischen Schulpsychologen (LBSP), dass das Studium der Schulpsychologie einen deutlichen Fokus auf die Diagnostik und Intervention bei psychischen Problemen von Kindern und Jugendlichen hat: „Mit ihrem Abschluss sind Schulpsychologie-Absolventen ebenso gut qualifiziert wie die Absolventen der ande-ren Studiengänge, die weiterhin für die KJP-Ausbildung zugelassen sind“.
Hellmann bezieht sich hierbei darauf, dass das Staatsexamen in „Psychologie mit schulpsychologi-schem Schwerpunkt“ im bundesweiten Gesetzestext im Gegensatz zum Master in Psychologie, Pädagogik und Sozialpädagogik nicht berücksichtigt wurde, da diese Ausbildung eine in Bayern einzigartige Sonderqualifikation darstellt. Diese ist außerhalb der Landesgrenzen wenig bekannt und wird häufig als gewöhnliches Lehramtsstudium abgetan.
„Kurz vor Zwölf“ wurde von den Studierenden als Motto der Kundgebung gewählt, da sie auf die Brisanz ihrer Lage hinweisen wollen. Viele angehende Schulpsychologen hatten zum Beginn ihres Studiums explizit die Ausbildung zum KJP als Alternative zum Schuldienst eingeplant – insbesondere aufgrund der prekären Arbeitsmarktsituation im Lehramt. Die Studierenden fordern deshalb ein, dass ihnen diese seit Beginn ihres Studiums zugesagte Berufsoption nun zum Ende ihres fünfjährigen Aus-bildung nicht überraschend verwehrt wird.
Die Demonstrierenden hoffen nun darauf, dass ihre parallel zur Kundgebung verbreitete Petition an den bayerischen Landtag in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Gesundheit und Pflege differenziert debattiert wird und letztlich zu einer Revidierung der Zulassungsänderung führt.
Fachschaft Psychologie  c/o Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Ostenstraße 25  85072 Eichstätt  E-Mail fs-psychologie@ku-eichstaett.de
Kontakt:
Johannes Ott
Koordinator der Kundgebung, Petent
Telefon: 0151 / 253 361 82
Email: johannes.ott@ku.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg