Primiz-Freuden im Priental

In Aschau i. Chiemgau gab es am Wochenende herrliche Primizfreuden bei der Nach-Primiz von Kaplan Philipp Werner – und über das Priental hinaus wurde daran rege Anteil genommen. „Wann gibt es schon eine Primiz in dieser Region“ fragte Thomas Jablonka, Pfarrer in Siegburg und Dechant für den Rhein-Sieg-Kreis als Primizprediger bei der Nachprimiz von Kaplan Philipp Werner in der übervoll besetzten Aschauer Pfarrkirche; „nun ganz so selten ist es nicht: es gab im letzten Jahr die Feier von Pater Konrad in Frasdorf und in diesem Jahr die Nachprimiz von Philipp Werner. Wir feiern damit ein Stück Zukunft, ein Tag wie heute gibt Mut auf Jahre hinaus. Wir haben zwar zurzeit „eine Kirche des weniger, nicht eine Kirche des mehr“ aber solange sich Menschen für den Dienst in der Kirche und am Altar finden geht es weiter“. Pfarrer Jablonka erinnerte an die Arbeit des Primizianten hier in Aschau in den letzten Jahren, er sei stets mit beiden Beinen auf dem Boden gestanden und sei immer auf die Menschen zugegangen. „Der Priester steht nicht über der Welt, sondern mitten in der Welt, dafür ist er da. Priester, wie Philipp Werner sind keine besonderen Menschen, sondern ganz normale Männer wie alle hier. Erst die Verbindung mit Gott schafft dann die Besonderheit“. Besonders der Einsatz als Notfallseelsorger in der Region und hier die entsetzliche Katastrophe von Bad Aibling sei bestimmt prägend für die Zukunft gewesen. „Oft reicht es, wenn der Priester da ist, wenn er teilnimmt am Geschehen rund um ihn her; wichtig ist es, dass man den Priester dann auch an der Kleidung als Priester erkennt, die Menschen brauchen ein Zeichen, um ihn zu erkennen“.

„Dieser Mann ist ein Gewinn für die Kirche, schade dass er nicht bei uns in Aschau bleiben kann, schade dass er jetzt nach Landshut geht“, brachte es einer der Kirchenbesucher auf den Punkt. In seiner Aschauer Zeit sei er ein richtiger Aschauer geworden, stellten alle Primizbesucher übereinstimmend fest; Pfarrer Jablonka führte es auf seinen Geburtsort Bonn zurück: als gebürtiger Rheinländer habe er die Gabe, sich überall einzufügen und anzupassen, da sei es kein Wunder, dass aus dem geborenen Bönnsch und dem späteren Ulmer Schwaben in Aschau ein Oberbayer geworden sei. Bei einer Audienz in Rom habe sogar Papst Benedikt XVI. einmal festgestellt: „du bist doch einer von da“ und habe ihm damit quasi die bayerische Staatsbürgerschaft zuerkannt.

Wie stolz die Einheimischen auf ihren Neupriester sind, bekundeten sie bei dem großen Festgottesdienst in der Aschauer Pfarrkirche. Zahllose Frauen, Männer und Kinder aus der Gemeinde Aschau, aus den Gemeinden des Pfarrverbandes Oberes Priental und darüber hinaus aus der ganzen Region kamen, um sich den Primizsegen zu holen. Schließlich heißt es, der Primizsegen sei es wert, dass man ein Paar Schuhe dafür durchlaufe. In einem beeindruckenden Kirchenzug zogen die Aschauer Vereine mit ihren Fahnenabordnungen durch das Dorf zur Kirche. Ein gutes Dutzend Vereins- und Kirchenfahnen aus dem Pfarrverband, rund 25 Ministranten, zwölf Priester aus dem Pfarrverband, aus St. Leonhard in Südtirol und aus dem Rheinland und viele Mitglieder der Ortsvereine aus Aschau, Frasdorf, Umrathshausen und Sachrang trugen zum imposanten Gesamtbild bei. Ungezählte Gottesdienstbesucher wohnten der festlichen Eucharistiefeier unter den Klängen der Orgelsolomesse von Mozart für Chor und Orchester bei. Bernadette Osterhammer dirigierte das Orchester und den vereinigten Chor der Kirchen des Oberen Prientals, die Orgel spielte Christine Klinger.

„Durch die Ausbreitung meiner Hände segne und behüte dich der allmächtige Gott“, am Ende der Eucharistiefeier spendete Kaplan Werner allen Gläubigen den Primizsegen. Zum Schluss des Gottesdienstes hatte Kaplan Philipp Werner allen guten Grund zum Danke-Sagen. Er dankte allen Frauen und Männern, die viele Monate lang für ein „Vergelts Gott“ im Verborgenen auf diesen Tag hin gearbeitet hatten.

Nach der kirchlichen Zeremonie begann die weltliche Feier auf dem neu gestalteten Kirchenvorplatz mit einem exakten Ehrensalut der Gebirgsschützenkompanie Aschau unter der Führung von Hauptmann Hubert Stein. Neben der Aschauer Feuerwehr war Kaplan Philipp Werner besonders den Gebirgsschützen sehr eng verbunden. Anschließend trafen sich alle Gottesdienstbesucher im Festzelt wieder, das auf dem Platz zwischen dem Gotteshaus und der Residenz Heinz Winkler aufgeschlagen war. Hier feierten alle Festgäste nach längerer Pause wieder einmal ein Pfarrfest, das durch die Primiz noch ein ganz besonderes Sahnehäubchen erhielt.

Bericht und Bilder: Heinrich Rehberg

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg