Passionskonzert mit der Capella Vocale Prien

Leben, Verheißung, Tod und Verklärung – das ist der thematische Bogen, der im Programm des Konzerts zum Palmsonntag gespannt wird. Im Zentrum steht J. S. Bachs „Kreuzstabkantate“ für Bariton-Solo. Der Priener Thomas Schütz, der zur Zeit in Belgien am Opernstudio engagiert ist, singt die anspruchsvolle Partie.  In  intensiver, bildhafter  Tonsprache lässt Bach den Solisten das Leid des daran fast zerbrechenden, um eine jenseitige Perspektive ringenden Menschen aussingen. Der alles zusammenfassende Schlusschoral gehört zum Ergreifendsten, was Musik auszudrücken vermag. Wohl deshalb machte ihn auch der Regisseur Joseph Vilsmaier zur Grundlagenmusik seines erschütternden Films „Schlafes Bruder“.

Max Reger („O Lamm Gottes“) und Johannes Brahms  („Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen“) vertonten uralte Klagetexte in hochromantischer Expressivität, sie werden von der Capella Vocale gesungen.

Das Konzert beginnt mit dem doppelchörigen „Miserere“ von Gregorio Allegri, das im 18. Jh. als zentrales Werk der Passionsmusik in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan galt. Diese sagenumwobene Psalmvertonung durfte laut päpstlicher Weisung nur zweimal im Jahr und nur in der fast völlig verdunkelten Sixtinischen Kapelle erklingen – am Mittwoch und Freitag der Karwoche. Bei Strafe der Exkommunikation war es verboten, die Noten zu kopieren. Dank Mozart, der es zum Erstaunen des Papstes als Kind aus der Erinnerung niederschrieb, wurde das Werk der Nachwelt erhalten.

Mit Mozart endet auch das Konzert, mit seinem allerletzten, in die Zukunft weisenden Werk, dem „Ave verum“.

Das Konzert findet am Palmsonntag, den 13. April 2014 um 18 Uhr in der kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Prien statt. Unter der Leitung von Rainer Schütz musizieren Thomas Schütz (Bariton), die Capella Vocale Prien und das Collegium Musicum Prien. Der Kartenvorverkauf im Ticketbüro Prien (Tel. 08051-965 660) hat begonnen.

 

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg