Musiksommer in der Stiftskirche Baumburg

Andrea Aschauer —  19. Juli 2016
Foto: Stiftskirche Baumburg

Foto: Stiftskirche Baumburg

Im Programm vom Musiksommer zwischen Inn und Salzach wird am Sonntag, 24. Juli ab 19 Uhr in der  Stiftskirche Baumburg bei Altenmarkt die „Cäcilienmesse“ von Charles Gounod mit dem Adam-Gumpelzhaimer-Chor aufgeführt.

Schon vom Weiten grüßen von steiler Höhe über dem Zusammenfluss von Alz und Traun die aus Tuffquadern gebauten Zwillingstürme der Stiftskirche Baumburg in die Landschaft hinein. Im Jahr 1156 wurde die Kirche der Augustinerchorherren eingeweiht und hat sich über die Jahrhunderte zu dem lichtdurchfluteten und farbenprächtigen Kirchenraum entwickelt, den wir heute kennen. Unter Propst Joachim Vischer wurde 1754-1757 für die 600-Jahrfeier die vorherige romanische und gotische Kirche unter Beibehaltung des romanischen Westwerks im Rokokostil umgebaut.

Diese Pracht von Baumburg können die Konzertbesucher des Musiksommers zwischen Inn und Salzach hörend und schauend erleben, wenn am 24. Juli um 19 Uhr der Adam-Gumpelzhaimer-Chor zu einem besonderen Konzert einlädt: Mit der Cäcilienmesse Gounods erfüllt sich die Kirche hoch über Altenmarkt mit rokokowürdigem Klang.

Charles Gounod wäre fast Priester geworden und hätte der Musik entsagt. Doch 1848 brach er sein Studium am Priesterseminar St. Sulpice ab, um die Tochter eines Klavierlehrers zu heiraten und sich der Oper zu widmen. Der Komponist, der sich selbst als „christlicher Künstler“ bezeichnete, hinterließ der Nachwelt aber ein reiches kirchenmusikalisches Erbe mit fünfzehn Messen, zwei Requien, Oratorien und zahllosen kleineren Werken für Liturgie und Gottesdienst. Gounods Messe solennelle en l’honneur de Sainte-Cécil wurde am 22. November 1855 zum Jahrestag der Heiligen Cäcilia an Saint-Eustache in Paris uraufgeführt. Saint-Saëns schreibt in seinen Portraits et Souvenirs über die Uraufführung: „Diese Einfachheit, diese Größe, dieses reine Licht, das sich über die Musikwelt wie eine Dämmerung breitete, setzte die Leute sehr in Erstaunen: (…) Zunächst war man geblendet, dann berauscht und endlich überwältigt.“

Neben der sehr bekannten „Cäcilienmesse“ kommt auch ein Werk zur Aufführung, das einem breiten Publikum weniger bekannt ist: Das Te Deum in D-Dur von Johann K. Aiblinger. Ablinger wurde 1779 in Wasserburg am Inn geboren. Das Te Deum von Aiblinger liegt in Originalhandschrift in der Staatsbibliothek in München und wurde von Wolfram Heinzmann für den Adam-Gumpelzhaimer-Chor spartiert. Man darf davon ausgehen, dass das Werk zuvor schon lange nicht mehr aufgeführt wurde.

Abgeschlossen wird das Konzert mit einem weltlichen Werk: Mit Ástor Piazzollas weltberühmten „Libertango“. Als Solist zum Orchester tritt der junge Akkordeonist Stefan Bauer auf, der 2012 und 2015 Bundessieger beim Deutschen-Akkordeon Musikpreis bei „Jugend musiziert“ wurde.

Der Adam-Gumpelzhaimer-Chor ist in erster Linie auf geistliche Musik für Solisten, Chor und Orchester spezialisiert, die noch nicht verlegt wurde und aus bayerischen, österreichischen und böhmischen Musikbibliotheken und Klosterarchiven stammt. Große Erfolge erzielt der Chor mit diesen Werken nicht nur in seiner engeren Heimat („Musiksommer zwischen Inn und Salzach“) sondern bei mehreren Konzertreisen nach Österreich, Italien, Frankreich, Polen, Ungarn und in die Tschechische Republik.

Karten gibt es bei Inn-Salzach-Ticket unter der Telefonnummer

01805 / 723636 und bei der Gemeinde Altenmarkt 08621/984516

Andrea Aschauer

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