Musikkapelle Wildenwart zu Gast bei den Surheimer Musikanten

Der Termin für das Frühlingskonzert der Surheimer Musikkapelle fügte sich gut, hatte doch dieser Tage der Lenz mit viel Sonnenschein und milden Temperaturen seine erste Visite abgegeben. Traditionell gestalten die Surheimer Musikanten ihren Jahresauftakt als Doppelkonzert mit einer befreundeten Kapelle. Zu Gast war diesmal die Musikkapelle Wildenwart aus der Gegend um Frasdorf, die zusammen mit der Surheimer Kapelle einen fulminanten Konzertabend in der gut besuchten Surheimer Sporthalle präsentierte.Empfangen wurden die Besucher mit dem obligatorischen Schnapserl, kredenzt von den charmanten Surheimer Marketenderinnen. Auf den Gängen traf man auch Neu-Kapellmeister Felix Hagenauer jun., der zugab: „A bisserl nervös bin ich heute schon.“ Kein Wunder, gilt es sich beim Doppelkonzert auch mit der „Konkurrenz“ zu messen. Dass die Hausherren „gewichtsmäßig“ hoffnungslos unterlegen waren, wurde gleich offenkundig, als die Wildenwarter ihren Platz auf der Bühne eingenommen hatten. Mit über 60 „Mann und Frau“ waren die Gäste angereist, da nahmen sich die Surheimer mit ihren gut 40 Musikanten später fast bescheiden aus. Dies sollte an diesem Abend aber auch der einzige Unterschied sein, denn in der Qualität ihrer konzertanten Darbietungen standen sich die Kapellen in nichts nach. Musikvereins-Vorsitzender Felix Hagenauer sen. freute sich in seinen Begrüßungsworten über die Freundschaft zwischen den beiden Kapellen, die auf ein gemeinsames Konzert im Oktober 2013 in Frasdorf zurückreicht. „Mens sana in corpore sano“ mit diesem schwungvollen Konzertmarsch in einer Bearbeitung von Frank Pleyer eröffnete die Blaskapelle Wildenwart mit ihrem Dirigenten Wolfgang Kink den musikalischen Teil des Abends. Auffallend hier schon wie auch bei weiteren Stücken die melodiöse Dominanz der Querflöten. Die neun Damen an den Flöten waren im Wortsinne vielfach tonangebend. „Mens sana in corpore sano – mit einem gesunden Geist und einem gesunden Körper wollen wir das Konzert heute gestalten“, versprach Schorsch Aicher, der launig und mit viel Humor durchs Programm führte. Ganz im Zeichen des jungen Solisten Jonas Sandner stand das nächste Stück „Erinnerungen an Zirkus Renz“. Für sein bravourös vorgetragenes Xylophon-Solo erhielt er zurecht lang anhaltenden Applaus. Mit dem Latin Rock „Oye Como Va“ in einem Arrangement von Heinz Briegel entführten die Wildenwarter ihr Publikum dann nach Südamerika und erinnerten vielleicht auch den einen oder anderen an die bekannteste Cover-Version dieses Songs, die 1970 von Carlos Santana eingespielt wurde. „Wir haben vier Baritonisten dabei – und do hoaßt a jeda Beda“, stellte der Ansager mit Peter Schäffer einen weiteren Solisten vor. Im harmonischen Zusammenspiel interpretierten er und Wolfgang King den Aschauer Tenorhorn-Landler, ein Solo für zwei Tenorhörner von Hans Bauer. Auf das zuweilen entbehrungsreiche Leben der Musikerfrauen bezog sich Sprecher Schorsch Aicher, als er fragte: „Wisst‘s ihr, wia ma a Frau nennt, de immer woaß, wo ihr Mo is?“ – „Witwe“, gab er die Antwort auch gleich selber und hatte die Lacher auf seiner Seite. Viel männlichen Wildwest-Pioniergeist ließ dann folgerichtig das nächste Stück lebendig werden. Mit „Oregon“ einer Fantasy for Concert Band des holländischen Komponisten Jacob de Haan liefen die Wildenwarter zu Höchstform auf und boten großes Musik-Kino. Mit der Polka „Herztöne“ und dem Astronautenmarsch von Josef Ulrich verabschiedeten sich die Gäste musikalisch. Zuvor hatte sich der Wildenwarter Vorstand Helmut Rosenwink nicht nur für die Einladung bedankt, sondern auch beim disziplinierten Publikum: „Des sand mir gar ned g’wohnt, dass so stad is.“ Als Gastgeschenk überreichte er Felix Hagenauer einen Ehrenteller und ein Fassl Bier. „De Musi spielt mit Leichtigkeit, wenn’s ned fehlt an Feuchtigkeit“, bedankte sich der Surheimer Vorsitzende artig.
Mit einer kleinen Modenschau ging es nach der Pause weiter, präsentierten doch die Damen der Surheimer Kapelle erstmals ihr fesches neues Dirndl-Oberteil. Ihren musikalischen Einstand gaben die Surheimer mit dem Konzertmarsch „Orbis“ des tschechischen Komponisten Jindřich Praveček. Mit der Polka „Mein schönes Heimatdorf“ von Antonín Zvácek ging es auch gleich böhmisch-mährisch weiter. „Zváceks Musik ist immer ein Ausdruck für Heimatverbundenheit und sprühende Musikalität“, kündigte Elisabeth Maier an. Beides traf auch in der Interpretation der Surheimer Kapelle zu, wobei sich besonders die Klarinettistinnen in Szene setzten konnten. Einen Nachweis ihres konzertanten Könnens bot die Musikkapelle mit „Andante Religioso“, einem „Gebet für Blasorchester“ des jungen deutschen Komponisten Thiemo Kraas. Einfühlsam und mit dem Gespür für Nuancen gelang es Felix Hagenauer am Dirigentenpult, den zarten Charakter dieses Werkes stimmungsvoll herauszuarbeiten. Irisch-temperamentvoll danach der Konzertmarsch „Saint Patrick‘s Day Parade“ von James L. Hosy. „Jeder soll in seiner Vorstellungskraft die Musik mit seinen eigenen Erlebnissen verbinden“, so kündigte Patricia Hagenauer das Konzertstück „Imagasy“, ein Kunstwort aus „Imagination“ und „Phantasie“, an. Tatsächlich war man geneigt, die Augen zu schließen und sich den sphärisch anmutenden Klängen hinzugeben. Eindrucksvoll das kommunikative Gegenspiel der Instrumente, das immer wieder zum großen Ganzen, zur Einheit zusammenfand. „Blues goes to Surheim“ hieß es am Schluss, als die „Blues Brothers Revue“ in einem Arrangement von Jay Bocook angesagt war. Das Medley ließ nicht nur die legendären Blues Brothers und ihre größten Hits wieder lebendig werden, sondern motivierte auch die Surheimer Musikanten zu Höchstleistungen und allerhand schrägen Tönen. Zu verdanken vor allem auch Felix Hagenauer, der seinem Dirigenten-Temperament vollen Lauf ließ. Kein Wunder, dass sich die Besucher drei Zugaben erklatschten, ehe auch die Wildenwarter Gäste zum abschließenden Gemeinschaftsspiel nochmal auf die Bühne gebeten wurden. Zuvor schon hatte sich Bürgermeister Bernhard Kern bei den Kapellen bedankt: „Wir haben heute eine musikalische Weltreise mit hervorragenden Leistungen erlebt.“ Zu Ende war der Abend noch lange nicht, denn schnell wurde ein Teil der Halle zum Wirtshaus umgebaut, wo sich die Musikanten und ihre Gäste bei Speis und Trank noch so manches zu erzählen hatten.

Text und Fotos Norbert Höhn
4 Musikkapelle Wildenwart mit Kapellmeister Wolfgang Kink
10 Solo für 2 Tenorhörner v.l. Peter Schäffer, Wolfgang Kink
18 Gastgeschenk: F. Hagenauer sen., Helmut Rosenwink
21 Kapelle Wildenwart
25 Fesch in neuen Dirndl-Oberteilen: Die Surheimer Musikantinnen
26 Musikkapelle Surheim
32 w.o.
34 Über 100 Musikanten beim Gemeinschaftsspiel
40 BM Kern bedankt sich mit Trinbarem bei den Kapellmeistern. l. Felix Hagenauer jun., r. Wolfgang Kink

 

Norbert Höhn
Freier Pressemitarbeiter
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Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg