Marktbeleuchtung in Neubeuern

Der Veranstalter, die Musikkapelle Neubeuern, hatte Glück mit dem Wetter. An diesem Samstag war das Wetter perfekt zum Entzünden der vielen Kerzen: ein lauer Sommerabend und nahezu windstill. So konnte die Marktbeleuchtung zur Freude einiger Tausend Besucher mit einem reichhaltigen Unterhaltungsprogramm stattfinden.
Mehrere tausend Kerzen leuchteten an den Fensterbrettern und Balkonen der denkmalgeschützten Häuser und dem Beurer Felsen und tauchten den historischen Marktplatz bei Einbruch der Dämmerung in ein rötlich schimmerndes Licht. Auf der Bühne fand ein typisch bayerischer Abend statt. Hierzu gehörten Darbietungen der Musikkapelle Neubeuern sowie Plattler- und Tanzeinlagen der Trachtenvereine Neu- und Altenbeuern, Alphornbläser, Goaßlschnalzer und weiteren bekannten Gesangs- und Musikgruppen. Es gab Steckerlfisch, gegrilltes Fleisch, Würstln und andere kleine Speisen. Die frisch gezapfte Maß und die fröhliche Stimmung schafften einen unvergesslichen Abend für Jung und Alt.

 Als gutes Zeichen betrachteten die Besucher die Anwesenheit eines Storches auf der Kirchtumspitze, der das Geschehen den ganzen Abend aufmerksam verfolgte.
Der Ursprung der „Marktbeleuchtung“ könnte auf Juli 1933 zurückgehen. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass der Männerchor Wald aus der Schweiz seinerzeit Neubeuern einen Besuch abstattete. In der Reisebeschreibung jenes Abends heißt es: „Mittlerweile ist die Dämmerung zur Nacht übergegangen. Da flammen Lichter auf, Lichter von ungezählten Kerzen. Die Fenster der Kirche, die Fenster jeden Hauses am Platze sind damit geschmückt; die Gedächtnistafel der im Kriege Gefallenen, das davor liegende Ehrengrab und das große eiserne Kreuz, das sich an dessen Vorderseite befindet, sind von Lichtern umrahmt. Droben auf dem Hügel leuchten Schloss und Römerturm ins Land. So reden und flimmern all die vielen Kerzenlichter und es wird einem warm um’s Herz.
Fotos: Rainer Nitzsche

Rainer Nitzsche

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