Korbflechten bei Waldgauer Trachtlern vorgestellt

Korbflechten ist ein uraltes Handwerk. Archäologische Funde beweisen, dass es schon um 10 000 v. Chr. Korbwaren gegeben hat. Auch heute bestehen sie (neben Draht und Kunststoff) oft noch aus traditionellen Naturmaterialien wie Peddigrohr, Rattan, gespaltenem Holz, Schilf, Weidenzweigen und Bambus. In früheren Jahren waren diese geflochtenen Alltagsgegenstände aus dem bäuerlichen Leben kaum wegzudenken. Es gibt nicht mehr viele Menschen, die die alte Kunst des Weidenflechtens noch ausüben, das Handwerk des Korbflechtens scheint vom Aussterben bedroht zu sein. Die Zahl derer, die das Handwerk beherrschen und Brotkörbe, Körbe zum Einkaufen oder für die Obsternte, Kartoffel- und Brennholzkörbe herstellen, ist merklich zurückgegangen. Das Korbflechten ist keine Zauberei und wer etwas geschickt ist, der kann es sehr schnell erlernen. Dies zeigte sich am Kurs des Trachtenvereins „Pastritztaler“ Schafberg, der an zwei Nachmittagen erfolgreich durchgeführt wurde. Rund 50 Teilnehmer hätten sich angemeldet, doch die Zahl musste auf acht Personen beschränkt werden. Zum einen reichte der Platz im Wirtschaftsraum der Pastritztaler nicht aus, zum anderen musste das Material vorbereitet werden. Unter fachkundiger Anleitung von Kursleiter Alois Maier (Gebietsvortänzer des Bayerischen Waldgaues) wurden die Körbe hergestellt. Der Lehrmeister hatte das Korbflechten von seinem Vater erlernt. Unterstützung erhielt er bei diesem Kurs von seinem Bruder Josef Maier sowie Sepp Fischer aus Ränkam. Viel Spaß und Freude hatten die Teilnehmer an der Fertigstellung der runden Körbe. Zunächst wurde der Boden erstellt und auf diesem aufbauend folgte die Wandung mit ihren Stellen, die das Gerüst bildeten. Eine obere Umrandung, ein Sockel und die Henkel vervollständigten die Körbe. Dabei wurden verschiedene Flechttechniken angewandt, die dem Korb Stabilität gaben und ihn gleichzeitig zu einem Schmuckstück machten. Die hergestellten Körbe hätten sich durchwegs mit der Qualität der Körbe aus dem Handel messen können. Hier kam die alte Weisheit zum Tragen, dass man das, was durch eigener Hände Arbeit hergestellt wurde, einen weitaus größeren Wert für den Besitzer hat.

Bildunterschrift: Unter der Anleitung von Alois Maier (zweiter von links) gelang allen Teilnehmern ihr Vorhaben.

Regina Pfeffer

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg