Jubiläums-Gautrachtenfest in Rosenheim beim Gauverband I

„I bin da Reinhard und do bin i dahoam!“ – mit diesem Bekenntnis begann Kardinal und Erzbischof Reinhard Marx seine Predigt beim Jubiläums-Gottesdienst des Gauverbandes I, der an diesem Wochenende seinen 125. Geburtstag in Rosenheim feierte, dort wo der Gauverband auch entstand. 9.000 Trachtlerinnen und Trachtler aus 150 Vereinen gaben in 49 Zügen zusammen mit 50 Musikkapellen dem Festsonntag in der Inn-Stadt Rosenheim ein überaus festliches Gepräge – und eine Rekordbeteiligung.„Kein anderes G´wand kann Dich besser zieren als Dein neuer Schalk“ – mit diesen Worten hieß Gauvorstand Peter Eicher die Schirmherrin und Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer willkommen. Gabi Bauer hatte das trachtlerische Festgewand erstmals an und sie fühlte sich darin sichtlich wohl. Groß war die Zahl der Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und aus den Trachtlerreihen. Der große Mangfallpark Süd bot einen geeigneten Rahmen für die Feldmesse. Aufgrund der hohen Temperaturen sorgten die Malteser und viele Ehrenamtliche für Wasser, worüber große Dankbarkeit herrschte. In seiner wegen der Hitze kurzen, aber kräftigen Predigt stellte Kardinal Marx die Sehnsucht nach Heimat, Geborgenheit und Gemeinschaft heraus. „Wir sprechen die gleiche Sprache, auch wenn wir unterschiedliche Dialekte haben“, so der Kardinal weiter, der aufgrund der weltweit herrschenden Krisen folgenden Wunsch äußerte: „Für die große Zahl der Flüchtlinge können wir selbst nichts, die Ursache liegt in den Ländern, die zu zerfallen drohen. Aber helfen wir all jenen, die –warum auch immer- ihr Land verlassen mussten und nun ihren Fuß auf bayerischen Boden setzen. Seien wir ihnen gegenüber verbal und in der Tat entgegenkommend“. Gauvorstand Peter Eicher hatte nach dem Gottesdienst und der Bayernhymne allen Grund Dank zu sagen, er bezeichnete alle Trachtler als Kulturträger. „Die Trachtenbewegung ist kein Auslaufmodell, die Tracht lebt und die Jugend ist mitten drinnen dabei“, sagte der Gauvorstand, der ob des Bildes, das sich ihm von der Bühne aus zeigte, stolz war, Vorstand des großen Gauverbandes I sein zu dürfen. Ilse Aigner, Bayerische Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin sprach von einem unglaublichen Engagement, das bei den Trachtlern zu spüren und zu sehen ist. „Tracht ist Ausweis und wahre Freude, wie wir erst kürzlich beim G7-Empfang in Bayern gesehen haben, die ganze Welt hat sich an diesen Bildern erfreut, weil sie echt und authentisch waren und weil in Bayern die Tracht gelebte Realität ist“ – so Ilse Aigner. Max Bertl, Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes sagte in seinem Grußwort, dass Heimat Gabe und Aufgabe zugleich ist. „Nehmen wir die Kraft, die vom Gottesdienst und vom Herrgott kommt hinaus in die Zeit, die kommt und geben wir dem Ehrenamt auch fortan seine Wertigkeit, die es verdient“. In zwei verschiedenen Zügen zogen dann die Trachtler, Fahnenabordnungen, Blaskapellen und Festwägen durch die Innenstadt, besonders viele Zuschauer waren auf dem Max-Josefs-Platz, dort war auch die Ehrentribüne für die Ehrengäste. Lautstark, gekonnt und viel beachtet ließen die Aperschnalzer von der Schnalzervereinigung Rupertiwinkl am Festzugrand hören. Der gastgebende Trachtenverein Stamm I Rosenheim hatte auch danach im Festzelt und in der Auerbräu-Halle alle Hände voll zu tun, damit Durst und Hunger der großen Trachtlerschar gestillt werden konnten. Auch dies gelang, so dass sich Vorstand Peter Feldschmidt mit seinen Leuten ein bisserl zurücklehnen konnte. Aber nur kurz, denn die Festtage gehen noch weiter – siehe www.gaufest2o15.de .

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Jubiläums-Gaufest des Gauverbandes I in Rosenheim.

Nähere Informationen: www.gaufest2015.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg