JHV von Aktion für das Leben in Rosenheim mit Ilse Aigner

Zahlreiche Mandatsträger, Bürgermeister und Ehrengäste aus der Region waren gekommen, als die Rosenheimer „Aktion für das Leben“ zu ihrer Mitgliederversammlung rief. Auf dem Programm standen unter anderem Neuwahlen.

Außerdem hatte Erster Vorsitzender Alfred Trageser die stellvertretende Ministerpräsidentin Ilse Aigner als hochkarätige Rednerin gewinnen können, die im Anschluss an die Versammlung ein Referat hielt und an einer Podiumsdiskussion teilnahm.
Zunächst stellte Trageser aber in seinem Tätigkeitsbericht die Arbeit der Aktion grundsätzlich und im vergangenen Jahr vor. Unterstützt wurde er dabei von den neuen Leiterinnen der Geschäftsstelle, Manuela Bürger und Brigitte Plank.
Trageser erklärte, dass man unter anderem ein Leitbild für den Verein erarbeitet habe. Demnach unterstütze die Aktion Familien und allein erziehenden Eltern, die in Notlage geraten sind, weil sie von den sozialen Sicherungssystemen nicht oder nicht rechtzeitig aufgefangen werden konnten.
„So vielschichtig die Probleme sind, mit denen die Betroffenen zu uns kommen, so vielschichtig leisten wir auch Hilfe“, sagte Geschäftsführerin Plank. Laut Statistik seien es überwiegend Alleinerziehende, die Unterstützung benötigten – davon der Großteil allein erziehende Frauen. Entgegen landläufiger Meinung machten Menschen mit Migrationshintergrund nur einen kleinen Teil der Anfragen aus: rund 25 Prozent. Meist zeichneten sich die Betroffenen dadurch aus, dass sie Arbeitslosengeld-II-Empfänger seien, Zuverdiener oder geschiedene Mütter, deren Männer sich der Unterhaltszahlungspflicht entzögen. Die Geschäftsführerinnen Plank und Bürger skizzierten einen „typischen Tag“ in ihrem Büro, das in Landratsamt untergebracht ist, um den Mitgliedern der Aktion ihre Arbeit darzustellen. Als Beispiele nannten sie eine Großmutter, die sich um ihre Enkel kümmert, aber wegen ihrer niedrigen Rente kaum Geld für Kleidung hat. In so einem Fall könne man direkt Sachspenden ausgeben, so Plank. Bürger erzählte von der Notlage einer allein erziehenden Mutter, der wegen nicht bezahlter Rechnungen der Strom gesperrt wurde. „Da haben wir ein Darlehen gewährt und direkt einen Vertrag aufgesetzt“, erklärte sie die Maßnahme.
Im Jahr 2014 hat die „Aktion für das Leben“ 387 Beratungen durchgeführt. Die Geschäftsführerinnen sprachen von einem „enormen Anstieg“ im vergleich zu den Jahren davor. Meist helfe man mit Sachspenden, unterstütze beim Schulgeld, mit Überbrückungszahlungen oder Darlehen. „Doch das wichtigste ist der menschliche Kontakt, Zeit für die Familien zu haben“, so Bürger.
Besonders um Jugendliche kümmert sich die Stiftung über das Patenprojekt „Jugend in Arbeit“, das sie zusammen mit der „Jungen Arbeit Rosenheim“ betreibt. Dabei werden junge Menschen von ehrenamtlichen Paten beim Schulabschluss und der Berufssuche begleitet, motiviert und unterstützt. Kerstin Stock, Silvia Schütz und Heiko Stofft stellten das Projekt mit derzeit 185 Patenpaaren vor.
Zu den formellen Tagesordnungspunkten der Jahreshauptversammlung gehörten die Berichte des Schatzmeisters Hans-Peter Maier sowie der Kassenprüfer Theo Biller und Bernhard Schweiger. Sie empfahlen der Versammlung die Entlastung von Schatzmeister und Vorstand, was dann auch einstimmig beschlossen wurde. Des Weiteren standen die alle vier Jahre stattfindenden Neuwahlen auf dem Programm. Hier übernahm der Ehrenvorsitzende der „Aktion für das Leben“, Dr. Max Gimple, die Leitung. Jeweils einstimmig wiedergewählt wurden Erster Vorsitzende Alfred Trageser und seine Stellvertreter Josef Baumann und Ulrike Prankl. Der bisherige Stellvertreter Josef Neiderhell stand nicht mehr für das Amt zur Verfügung, sein Nachfolger wurde der aktuelle Landrat Wolfgang Berthaler. Die Posten des Kassiers und der Kassenprüfer bleiben unverändert, nur die Schriftführerin wechselte: Sandra Kaunz übernahm den Posten von Ilse Weidner. Den erweiterten Vorstand der „Aktion für das Leben“ ergänzen in Zukunft Anton Baumgartner aus Breitbrunn, Stadtpfarrer Sebastian Heindl aus Rosenheim, Monika Rieger aus Wasserburg, Franz Heinritzi aus Bruckmühl und Landrat a.D. Josef Neiderhell.

Bericht: Katharina Heinz

Foto: Der Erste Vorsitzende der „Aktion für das Leben Rosenheim“ informierte über die Tätigkeiten des Vereins.Erster Vorsitzender der „Aktion für das Leben“, Alfred Trageser, mit seinem neu gewählten Stellvertreter Wolfgang Berthaler, Geschäftsführerin Brigitte Plank, Ehrengast Ilse Aigner, Geschäftsführerin Manuela Bürger und den Stellvertretern Ulrike Prankl und Josef Baumann (von links).

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg