Jahresversammlung bei Feuerwehr in Prien – starke Einsatzbilanz

Die bereits 146. Ordentliche Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr von Prien im Florianstüberl des Feuerwehrhauses war nicht nur gut besucht, sondern auch schon ein Hinweis, dass die Priener Wehr im Jahr 2019 ihren 150. Geburtstag feiern wird. In welcher Form und Größe dieses Fest gefeiert werden wird, soll in der nächsten Jahresversammlung festgelegt werden. Derweil gilt es sich hierzu Gedanken zu machen und wie bisher sich mit voller Konzentration den Rettungs- und Übungsaufgaben zu widmen. Welch großen Umfang die Aktivitäten der Priener Wehr auch in diesem Jahr wieder hatten, zeigten besonders die Berichte von Vorstand Hans Wöhrer und Kommandant Stefan Pfliegl.

191 Mitglieder zählt derzeit der Feuewehrverein von Prien, davon sind 93 aktive Mitglieder. Als neue Aktive konnten Martin Eglseer, Alfons Kinne, Cedric Hofmann, Marion Holdinger, Lorenz Kollmannsberger und Veronika Palk begrüßt werden. Der Verein hat zudem 45 passive Mitglieder, 5 Ehrenmitglieder, 16 Mitglieder ausserhalb des Feuerwehrdienstes, 28 fördernde Mitglieder und 16 Aktive bei der Jugendfeuerwehr. Die starke Mitgliederstruktur spiegelte sich auch in der Übungsintensität und Einsatzbereitschaft wieder. Mit 234 Einsätzen („Zum Glück etwas weniger als in den Vorjahren!“ – so Kommandant Stefan Pfliegl) und 2.192 Mann-Stunden war die Feuerwehr Prien gefordert. 29 Brände (unter ihnen ein nächtlicher Vollbrand mit Personenrettung in Prien-Bachham), 133 technische Hilfeleistungen (u.a. mit Tierrettung sowie Boots- und Drehleiter-Einsätzen), 12 Erstversorgungen am Unfallort, 35 Fehl- und Täuschungs-Alarmierungen sowie 23 Sicherungsmaßnahmen bei Veranstaltungen hatten die Feuerwehrler alle Hände voll zu tun. Zusätzlich zu den Einsätzen gab es 129 Übungen und 63 weitere Ausbildungsmaßnahmen, dabei kamen 5.908 Mann-Stunden zusammen. Einsätze, Übungen, Fortbildungsmaßnahmen, Schul-Unterricht, Feuerbeschauen mit der Gemeinde sowie Verwaltungsaufgaben ergaben insgesamt 8.734 Mann-Stunden. Davon waren 634 Stunden innerhalb der Jugendfeuerwehr wie 1. Jugendwart Thomas Fischer informierte. Die Jugendfeuerwehr hat nach dem Übertritt von zwei Jungfeuerwehrleuten derzeit 16 junge Frauen und Männer in ihren Reihen. Stark gefordert waren diese im zurückliegenden Jahr unter anderem bei einer 24-Stunden-Übung gemeinsam mit der Feuerwehr Bernau und bei einem regionalen Wissenstest in Prien. Eine zukünftige Herausforderung wird am Samstag, 23. Juli der heuer in Prien stattfindende Jugendfeuerwehrtag des Landkreises Rosenheim sein. Für diese öffentliche Ganztages-Veranstaltung mit über 500 jungen Feuerwehrleuten, 15 Prüfungsstationen und mit Verpflegung haben auch Kommandant Pfliegl und Vorstand Wöhrer um Unterstützung durch die Vereinsmitglieder gebeten. Aufgrund dieser Großveranstaltung mit viel Vorbereitungsarbeit wird die Priener Wehr heuer beim Priener Ferienprogramm eine Pause einlegen. Neu im Aufgabengebiet der Feuerwehr sind seit letztem Jahr Gefahrgut-Übungen, die weiter ausgebaut werden sollen. Das bisherige Katastrophenschutz-Boot für den Chiemsee wird ebenso wie der 17 Jahre alte Kommandowagen heuer ersetzt werden. Die Kosten für den Kommandowegen werden sich dabei die Gemeinde (27.000 Euro) und der Feuerwehrverein (13.000 Euro) teilen, Spenden hierzu werden vom Verein noch entgegengenommen. Als das wichtigste Fahrzeug gilt das Löschgruppen-Fahrzeug Florian Prien 40-1. Aufgrund von aktuell festgestellten TÜV-Mängeln soll dieses Fahrzeug bis zum Jahr 2020 durch ein neues Fahrzeug ausgetauscht werden. Bei seinem Bestandsbericht informierte Kommandant Pfliegl, dass inzwischen in allen Fahrzeugen die Digitalfunkgeräte eingebaut sind, dass die Wehr 34 Atemschutzträger und vier Chemikalienschutzträger hat und dass hierfür vier neue Chemikalienschutzanzüge angeschafft werden mussten, da die bisherige Ausrüstung aufgrund ihres Alters nicht mehr den Anforderungen genügte. Viel Lob gab es für die Führungskräfte, unter anderem für den Atemschutzbeauftragten Daniel Witt, für den Herreninsel- und Gefahrgut-Beauftragten Christian Hof sowie für Florian Wunderle, der bis zum Herbst vergangenen Jahres als Feuerwehr-Angestellter viel für die EDV und für die Organisationsstruktur der Feuerwehr Prien geleistet hat. Als dessen Nachfolger und Ganztageskraft im Feuerwehr-Büro wurde Johannes Herzinger vorgestellt. Gemeinsam mit den Feuerwehren von Atzing und Bernau wird die 2015 begonnene Modulare Truppenausbildung als Basis-Ausbildung fortgesetzt werden. Um all die Aufgaben bei Übungen und Einsätzen sicher und gekonnt zu bewältigen galt und gilt es eines großen Zusammenwirkens. Aus diesem Grunde dankten Vorstand und Kommandant den weiteren Rettungsdiensten wie BRK, Wasserwacht, Polizei, Wasserschutzpolizei, der FFW Prien-Atzing und der Kreisbrand-Inspektion für stets gute Abstimmungen. Ein weiterer Dank galt der Familie Elisabeth und Hans Weiß, sie umsorgen seit 10 Jahren als Wirtsleute das Feuerwehrstüberl. Überaus zufriedenstellend war der Bericht von Manfred Heller, den Vorstand Wöhrer für den erkrankten Kassier vortrug. Bei den jährlich stattfindenden Neuwahlen wurden Hans-Peter Stephan und Walter Kofler in ihren Ämtern als Kassenprüfer bestätigt. Einstimmig fiel der Beschluss, auch heuer auf einen Jahresbeitrag für aktive und passive Mitglieder zu verzichten.

Erster Bürgermeister Jürgen Seifert – der der Versammlung mit den Gemeinderäten Angela Kind, Peter Fischer und Hans Herzinger und mit dem Evangelischen Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth beiwohnte – würdigte in seinem Grußwort das Ehrenamt. Der Oberste Dienstherr der Priener Feuerwehr sagte: „Über 8.000 Einsatz-, Übungs- und Fortbildungsstunden ohne Entgelt und alles in der Freizeit sind nicht hoch genug einzuschätzen!“. Weiters freute sich der Bürgermeister, dass heuer aufgrund des Hochwassers von 2013 die Baumaßnahmen am Reitbach und bei Trautersdorf vollendet werden können und dass mit dem von Innenminister Joachim Herrmann befürworteten neuen Rettungsboot wieder beste Voraussetzungen für Schutz und Hilfe gegeben sind. Kreisbrandinspektor Franz Hochhäuser kam in Begleitung von Ehren-Kreisbrandrat Sebastian Ruhsamer, er dankte der Priener Wehr für deren Einsätze bei Autobahn- und Gefahrgut-Unfällen und er bat, bei aller oft gebotenen Einsatz-Eile die Sicherheit immer auf die höchste Beachtungsstufe zu setzen. Eindrucksvoll erinnerte der KBI an das Bahn-Unglück in Bad Aibling am Faschingsdienstag. „144 Rettungsfahrzeuge mit 245 Personen, 17 Hubschrauber, das THW mit 50 Leuten, die Feuerwehren mit 270 Kameraden, die Polizei mit 180 Kräften und viele Helfende seitens der Bahn ergaben insgesamt über 700 Einsatzkräfte. Diese Zahlen, aber besonders der Rettungsablauf und das gegenseitige Zusammenwirken zeigen, wie gut und wichtig Ausbildung und Ausrüstung in unseren Reihen sind“ – so Franz Hochhäuser. Von einer guten Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Prien berichteten Vorstand Andreas Riepertinger von der Feuerwehr Atzing, Andi Tietze als Vertreter der Wasserwacht Prien und Andi Rieger von der Einsatz-Mannschaft des Bayerischen Roten Kreuzes. In der Vorausschau lud Vorstand Hans Wöhrer noch zum heurigen Florifest am Samstag, 18. Juni mit der Kapelle „Huraxdax“ im Feuerwehrhaus ein. Kulinarisch umrahmt war die Versammlung dadurch, dass es vorher ein von den Mesnerstuben zubereitetes und von der Gemeinde spendiertes Abendessen und hernach ein Kuchenbüffet zum Kaffee gab. Mit dem Gruß „Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr“ beendete der Feuerwehrvorstand die harmonische Versammlung (über Ehrungen und Beförderungen berichten wir noch gesondert).

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der Feuerwehrversammlung in Prien
Nähere Informationen: www.feuerwehr-prien.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg