Inngau-Trachtenfest in Rohrdorf – Bericht

Der Wiesböck-Anger mit vielen Schatten spendenden Obstbäumen war ein idealer Ort für einen Gottesdienst anlässlich des 80. Geburtstags des Trachtenvereins Achentaler Rohrdorf, den dieser in Verbindung mit dem heurigen Gautrachtenfest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes feierte. Pfarrer Robert Baumgartner verglich in seiner Predigt die Trachtler mit Bienen, nicht zuletzt ob ihres Fleißes, der in ganz besonderer Weise bei den Festvorbereitungen und bei den Mitgliedern des Festvereins und beim Gauverband zu spüren und zu sehen war.

Annähernd 4.000 Trachtlerinnen und Trachtler sowie Musikantinnen und Musikanten machten sich schon am morgen zusammen mit den Fahnenabordnungen auf den Weg zur Kirche, am nachmittag zum Festzug waren dann stolze 5.300 Teilnehmer gemeldet. Nach der Ankunft am schön hergerichteten und etwas erhöhten Altar hieß Gauvorstand Georg Schinnagl neben dem Altardienst mitsamt Musikkapelle und Kirchenchor vom Ort zahlreiche Ehrengäste willkommen, unter anderem den Obmann des Unterinntaler Trachtenverbandes Walter Gasser, Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, die Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner und Otto Lederer, Bayernbund-Landesvorsitzenden Adolf Dinglreiter sowie viele Vertreter von befreundeten Gauverbänden. „Wenn wir in die Zukunft schauen und gesagt bekommen, dass in unseren Regionen Zuwachs bei den Bevölkerungszahlen zu erwarten ist, dann verstehen wir das, weil es ja bei uns wahrlich schön ist. Aber schauen wir auch, dass es so schön bleibt, dass die Dörfer ihren Charakter bewahren und pflegen wir die Sprache der Großeltern“, so der Gauvorstand. Pfarrer Robert Baumgartner erläuterte das Verb „Trachten“, was so viel heißt wie „ergiebig sein“ und er sagte zu den Trachtlern: „Ihr seid wie Bienenvölker gut organisiert, ihr habt die Aufgaben verteilt und jeder an seinem Platz weiß, was er zu tun hat. Zuletzt ging es ja in Rohrdorf durch das Gaufest zu wie in einem Bienenstock“. Der Pfarrer lobte auch noch den Wahlspruch der Rohrdorfer Trachtler „Eine ins G´wand – hi mitanand“, weil dieses Motto beim Trachtenverein auch wirklich gelebt wird. Festleiter Stephan Faltermeier dankte nach dem Gottesdienst und nach der Bayernhymne den musikalischen Gestaltern ebenso wie den Altarerbauern. In einem Grußwort gratulierte Landesvorsitzender Max Bertl vom Bayerischen Trachtenverband dem Jubelverein zu seinem Geburtstag und er sagte: „Trachtler ist man nicht als Einzelner, nur Gemeinschaft macht stark, das hat sich auch bei unserem Erfolgs-Projekt Holzhausen gezeigt, bei dem auch Inngau-Trachtler mitgeholfen haben“. Landrat Wolfgang Berthaler bescheinigte der großen Trachtlergemeinschaft Bodenständigkeit, Fortschritt und Verlässlichkeit. Dann äußerte er einen Wunsch hinsichtlich der heutigen, modernen Herbergssuche und er lobte den Kirchenchor, der in seinen Reihen drei Männer mit schwarzer Hautfarbe integriert hat. „Derzeit haben wir über 1.500 Asylbewerber im Landkreis, das sind so viele wie Breitbrunn Einwohner hat. Wir leben seit 70 Jahren in Frieden, uns geht es gut, da müssen wir zusammenstehen. Insbesondere danke ich den Leuten in den Helferkreisen, auch Trachtler sind da aktiv“, so der Landrat, der an den Festverein für dessen Jugendarbeit noch eine Spende übergab. Mit viel Blasmusik ging es dann ins Festzelt, dort stärkten sich die Trachtler und ihre Gäste und brachen nach dem nachmittäglichen Kanonenschuss wieder auf, um im Festzug durch Rohrdorf Farbenpracht, Geschlossenheit und Heimatliebe zum Ausdruck zu bringen.

Anton Hötzelsperger

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Inngau-Trachtenfest in Rohrdorf

Nähere Informationen: www.gaufest-rohrdorf .de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg