Holzarbeit wie zu Großvaters Zeiten – Historischer Winterzug in Hammer

Einen großen Erfolg konnten die Siegsdorfer Holzknechte und Rosserer mit ihrem „Historischen Winterzug“ verbuchen. Mehrere Hundert interessierte Besucher aller Altersgruppen begleiteten die Akteure um die beiden Hauptverantwortlichen Organisatoren Reinhard Albrecht und Max Mitterer bei ihrer Arbeit „wie zu Großvaters Zeiten“ zwischen der Blaserhütte und dem oberen Ganterplatz.

Die mühsame Vorbereitungsarbeit hatte sich gelohnt. Bestes Winterwetter, eine mehr als ausreichende Schneedecke und ein tief verschneiter Bergwald bildeten eine unvergleichliche Kulisse und schafften gute Bedingungen für die mühsame und kraftaufwändige Arbeit des Holzfahrens nach Großväter-Art. In tagelanger Vorarbeit hatten die Veranstalter die „Bahn“ vorbereitet und die eigentlich schon fast vergessenen Arbeitstechniken geübt und ausprobiert.
Rund um die Blaserhütte konnten sich die vielen Besucher an Feuern erwärmen und die „Heutauer Trachtler“ kümmerten sich um die Bewirtung der Gäste. Als gegen 10.00 Uhr die ersten Fuhren am unteren Ganterplatz hinter der Blaserhütte eintrafen hatten sich bereits viele Interessierte eingefunden und beobachteten das Abladen der Schlitten und das „Aufgantern“ der Stämme“, das ruhiges und eingespieltes Arbeiten der Beteiligten erfordert. Die verdiente Pause wurde intensiv zum Betrachten der Schlitten und des Handwerkszeuges genutzt und die vielen ehemaligen Holzarbeiter unter den Besuchern zollten den Akteuren ihren Respekt und gaben nützliche Ratschläge und Erfahrungen weiter. Kurz vor Mittag begleiteten dann mehrere Dutzend Besucher die Arbeiter hinauf zum oberen Ganterplatz um auch das Aufladen der Fahrzeuge miterleben zu können. Es erfordert schon erhebliche Ausdauer und Kondition einen Hörnerschlitten nur mit Hilfe eines Zuggeschirres bergauf zu ziehen und dann in Handarbeit gemeinsam die Schlitten zu beladen. Eine gefährliche und schweißtreibende Arbeit , die ein gut eingespieltes und fachkundiges Handeln aller Beteiligten erfordert. Größter Wert muss dabei auf der sicheren Befestigung der Ladung liegen, um beim Abfahren den Lenker und die Pferde nicht zu gefährden. Während oben fleißig aufgeladen wurde, trafen die ersten vollbeladenen Hörnerschlitten bereits bei Blaserhütte ein, wo Reinhard Albrecht und Trachtenvorstand Christian Landler die Arbeitstechniken erläuterten und Werkzeuge und Geräte erklärten. Auch eine kleine Ausstellung mit Bildern von den Arbeiten aus der Mitte des letzten Jahrhunderts war vorbereitet worden, dort gaben viele „Ehemalige“ bereitwillig Auskunft und berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen. Sie lobten dabei besonders die authentische Darstellung des „Historischen Winterzug“ ohne Show und Übertreibung. Die beiden „Wastlbauer-Buam“ aus Hammer unterhielten die Gäste immer mit mit Bläserweisen, während aus der Blaserhütte Musi und Gesang zu vernehmen waren und rund um die langsam verlöschenden Feuerstellen bis zum Einbruch der Dunkelheit Erfahrungen und Eindrücke ausgetauscht wurden.

Die Bilder auf mehreren Mails zeigen einige Impressionen des vielfältigen Geschehens rund um den „Historischen Winterzug“

Text und Fotos: Franz Krammer

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg