Herrlicher Festzug beim Inngau-Trachtenfest in Degerndorf

Den Höhepunkt des Gaufestes vom Bayerischen Inngau-Trachtenverband beim Trachtenverein Riesenkopf Degerndorf bildete der Festzug, der -im Gegensatz zum Gottesdienst- vom Wetter begünstigt war.
Bürgermeister Mathias Lederer von Brannenburg wurde seiner Schirmherrn-Rolle beim 93. Gautrachtenfest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes nur zum Teil gerecht. Der vormittägliche Festgottesdienst konnte aufgrund des vorherigen Regens und der nassen Wiesen nicht wie mühevoll vorbereitet auf der anderen Seite der Biber stattfinden. Dafür war der nachmittägliche Festzug von besonders sonniger Farbenpracht, so dass auch der Schirmherr wieder strahlte.

Rund 4.500 Trachtlerinnen, Trachtler, Musikanten, Festwägen und Fahnenabordnungen machten sich am nachmittag in fünf Zügen durch den festlich mit Blumen, Girlanden und Fahnen herausgeputzten Brannenburger Gemeindeteil Degerndorf. Und wohl ebenso viele Zuschauer säumten die Straßen und oftmaliger Applaus machte deutlich, dass Einheimische wie Urlaubsgäste von der Trachtler-Demonstration begeistert waren. „Diese Trachten und die Brauchtumspflege mit Jung und Alt begeistert uns immer wieder, wir haben hohen Respekt vor den Trachtlern und Musikanten“, so Bernd Langmaack aus Hamburg, der derzeit seine Ferientage in Seebruck am Chiemsee verbringt. Ehe sich die Trachtler und ihre Gäste auf den feierlichen Umzug freuen konnten, versammelte sich die große Schar im Festzelt beim Gottesdienst und zum Mittagesssen; während der Mittagszeit gab es auch noch unterhaltsame und anschauliche Auftritte von Trachtengruppen. Beim Gottesdienst waren sich Geistlichkeit und Trachtenverantwortliche einig, dass Trachtenpflege zugleich Glaubenspflege ist. Pfarrer Helmut Kraus vom Pfarrverband Degerndorf lobte die Trachtler, dass sie bereits den Kindern die Pflege von heimatlichen und christlichen Werten mit auf den Weg geben. „Die Trachten geben ein schönes Bild nach außen, das aber reicht nicht, eine gute Außenwirkung setzt innere Bereitschaft voraus“. In diesem Sinne dankte der Geistliche den Trachtlern, dass sie immer wieder den Samen der Begeisterung säen und er sagte: „Der Samen Eurer Arbeit fällt auf ebenso fruchtbaren Boden wie Jesus die Menschen berührt und begeistert hat“. Auch Bürgermeister und Schirmherr Mathias Lederer erklärte in seinem Grußwort, dass bei den Trachtlern Feiern und Glaubensbekenntnis eng beieinander sind. Der Flintsbacher Wolfgang Berthaler bedanke sich bei seinem ersten Grußwort bei einem Trachtler-Großereignis als Landrat des Landkreises Rosenheim, dass die Bayern immer wieder zu ihrer weltweit einzigartigen Unverwechselbarkeit beitragen. Ebenso wie der Pfarrer sagte der Landrat, dass konservatives Handeln und Denken sowie Pflege von Heimat und Traditionen keine Schimpfwörter sind. Max Bertl, Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes mit 810 Vereinen, 165.000 erwachsenen und über 100.000 jugendlichen Mitgliedern sagte seinerseits, dass die Trachtler nicht abgestaubt werden müssen und dass sie auf der Höhe der Zeit leben. „Vor 130 Jahren hat Lehrer Vogel in Bayrischzell mit der Gründung des ersten bayerischen Trachtenvereins den Grundstock für die heutige Blüte gelegt. Kein Zeitgeist, auch nicht die nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzende Amerikanisierung hat die Liebe zur Heimat schwächen können“, so der Landesvorsitzende, der sich beim Bayerischen Inngau für dessen Unterstützung beim Bau des Trachtenkulturzentrums in Holzhausen in der niederbayerischen Gemeinde Geisenhausen noch extra bedankte. Dort wird –so Max Bertl- am 2. Mai kommenden Jahres nach zehnjähriger Bauzeit und nach rund 40.000 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden aus den Reihen der Trachtler ein neues Zentrum für die Trachtenbewegung in Bayern eingeweiht werden. Die Grüße des Landestrachtenverbandes Tirol überbrachte Oswald Gredler. Er bat um weiterhin gute Nachbar- und Freundschaft und er lud die Trachtler diesseits und jenseits der nicht mehr sichtbaren Grenze ein, in der Zeit der Globalisierung das gegenseitige Besuchen und Austauschen sowie den persönlichen Kontakt noch stärker wahrzunehmen. Sowohl beim Gottesdienst als auch beim Festzug war viel Politik- und Trachten-Prominenz zu sehen, unter anderem die Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig, der Landtagsabgeordnete Klaus Stöttner, Ehrenvorsitzender Otto Dufter vom Bayerischen Trachtenverband, Bayernbund-Landesvorsitzender Adolf Dinglreiter sowie Vertreter der Nachbarsgauverbände, aus dem Bayerischen Waldgau und aus Tirol.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Gautrachtenfest des Bayerischen Inngau-Trachtenverbandes in Degerndorf-Brannenburg.

Weitere Informationen: www.gaufest-2014.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg