Herbstausstellung von Aldona Sassek in der Kunstgalerie im Stall in Stephanskirchen

Anton Hötzelsperger —  29. Oktober 2014

Tag_in_Rot_01An vier Wochenenden, beginnend mit Freitag, 8. November, öffnen Aldona Sassek und Olivia Weinert wieder die Tore ihres kunstvollen Stalls in der Zeit zwischen 14 und 18 Uhr. Präsentiert werden die neuesten Werke der Malerin Aldona Sassek sowie ausgewählter, handgefertigter Schmuck der beiden Kunstschaffenden. Ort der Ausstellung ist die Kunstgalerie im Stall, Kielinger Straße 145, 83071 Stephanskirchen, Telefon 08036-8921. Eindrucksvoll bietet der bescheidene Charme des schlichten, zur Galerie umgebauten ehemaligen Kuhstalls den eindrucksvollen Rahmen für die ausdrucksstarken Exponate der Künstlerin. Die Werke von Sassek vermitteln in Acryl und Öl – mal in sanften Tönen, mal in starken Farben – das, was sie bei sich wie auch bei anderen Menschen erspürt. Sie erzählen von Melancholie und Sehnsucht, von der Schönheit der Schöpfung und von der Liebe. Olivia Weinert lässt sich für ihre symbolhaften Gold- und Silberschmiedearbeiten vom Geist früherer Völker inspirieren.

Die Gemälde von Aldona Sassek berühren. Vor allem ihre figürlichen Werke, die neben Akten, Landschaften und Stillleben entstehen, erlauben einen tiefgründigen Blick ins Innere ihrer Protagonisten. Ihre Figuren scheinen in ihrer mysteriösen Fragilität entrückt – und dennoch halten sie den Betrachter fest in ihrem Bann. Wer sich auf sie einlässt, wird auch ein Stück von sich selbst entdecken. Obschon die großformatigen Bilder der Künstlerin oft in kräftigen Farben wie Rot oder Lila gehalten sind, steht in ihrem Fokus das Gefühl in seiner Reinform – Demut, Vergebung, Sehnsucht und Melancholie fließen dem Betrachter entgegen. Aldona Sassek geht es um nichts weniger als um Liebe und Offenbarung. Ihre Figuren sind nicht realistisch, sondern vollendet aufgrund abstrakter Elemente. Sie entstammen einer eigenen Mythologie – die der Aldona Sassek. Sie sind ätherische Fabelwesen, Seelenverwandte, die Frauen und Kindern ähneln. Die Künstlerin zeigt sie ästhetisch in ihrer innigen Beziehung zur Natur, zu Tieren oder zu Pflanzen. Der betörende Moment der Wahrheit, der in einem Blick oder einer Emotion zu finden ist, ihn hält die Künstlerin fest: Die Magie des Augenblicks, der die Seele widerspiegelt – einer Beichte gleich, eingeschlossen und übersetzt in Form und Farbe.

Die 1954 in Posen geborene Aldona Sassek studierte nach ihrer Ausbildung zur Goldschmiedemeisterin Grafik und Malerei in London und München. Ihre poetischen Gemälde entstehen in Acryl sowie in Mischtechniken in einer aufwändigen, eigens entwickelten Technik, bei der sie mit der Transformation vieler Schichten arbeitet, die auch aus dem Hintergrund heraus wirken. Seit über 20 Jahren lebt und arbeitet die Künstlerin im Chiemgau. Ihr Kunstatelier im Stall ist weitläufig bekannt für Theatervorstellungen, Lyrik-Lesungen, Konzerte wie auch für ihre zweimal jährlichen, öffentlichen Ausstellungen ihrer Malerei und Schmuckkollektionen.

Infos unter www.kunstgalerie-im-stall.de, Kielinger Straße 145, 83071 Stephanskirchen, Telefon 08036 8921.

Foto: Sassek; Der Tag in Rot, Acryl auf Leinwand

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg