Freud und Freid beim Priener Bauerntheater – nach Premieren-Erfolg weitere Vorstellungen

„Ohne Freud keine Freid!“ – nach diesem Motto wählte das Priener Bauerntheater für die heurigen Weihnachts- und Neujahrszeit-Aufführungen das von Hannes Wilhelm geschriebene Lustspiel in drei Akten mit dem Titel „Freud in Irlbrunn“ aus. Damit erzielte das Bauerntheater einen zweistündigen Lacherfolg, der vor Beginn und nach dem ersten Akt durch das Spiel von acht Mitgliedern der Trautersdorfer Musi mit Blech- und Holzbläser-Instrumenten zusätzliche Freude bereitete.

Eingangs informierte Spielleiterin Hannerl Winzek von einer spannenden Vorbereitung für die Premiere, die ihren Höhepunkt durch grippe-bedingte Ausfälle hatte. Nur wenige Stunden vor dem Premierenbeginn mussten durch den Ausfall von Gabi Pfündl, die gleich zwei Rollen besetzte, Ersatzlösungen gefunden werden. Dies gelang souverän durch Irmi Furtner (ansonsten noch zuständig für die Maske) mit der Rolle der Putzfrau Fatma und durch Spielleiterin Hannerl Winzek selbst, die die Rolle der resoluten Wirts-Küchenhilfe Zenz übernahm. Die Umbesetzungen waren rasch verdrängt als gleich im ersten Bühnenbild zum Gedenken an die Eröffnung der Volkshochschule Irlbrunn, einem fiktiven Ortsteil von Prien a. Chiemsee, ein Denkmal enthüllt wurde. Mehr als rein zufällig handelte es sich bei diesem Denkmal in knapper Entfernung zum Priener Eichental um ein Müll-Denkmal, das vom Publikum mit Lachen und Beifall gleichermaßen bedacht wurde. Noch komplizierter als dieses Erinnerungs-Werk war die Neubesetzung der VHS-Hauptstelle. Magdalena Paar als neues Aktiven-Mitglied beim Priener Bauerntheater füllte als Bötje Butz diese Rolle mit den meisten Sprech-Einsätzen genial aus. Einerseits vermittelte sie dem Kultur-Kuratorium der Gemeinde Irlbrunn die Philosophien des Psychoanlaytikers und Traumdeuters Sigmund Freud, doch mehr als dessen Wege zum Über-Ich (unter anderem mit Kursangeboten zum Abbau von Kommunikations-Schwierigkeiten oder zur Löschung von Identitätskrisen) fanden die Reize der neuen VHS-Leiterin das Interesse in der Männerwelt von Irlbrunn. Zwei blau-geraufte Augen, einige Blumensträuße aus dem Kurgarten und nicht zuletzt ein Märchenpark und eine Wasserquelle waren nur einige Eckpunkte einer runden Theatervorstellung mit vielen Darstellern. Hierzu trugen in aktiven Rollen bei Christian Wimmer als Bürgermeister Sebastian Schindlbeck, Brigitte Sperger als dessen Ehefrau Theres, Hansi Wallner als deren Sohn, Hans Voggenauer als Wirt Quirin Hutter vom Gasthof „Zum Ochsen“, Markus Fischer als dessen Sohn, Franz Fritz als Schreiner Benedikt Schmid, Katrin Strell als dessen Tochter Leni, Josef Höhensteiger als Schreinerlehrling Andreas, Priens realer Zweiter Bürgermeister Alfred Schelhas als ideenreicher und letztlich lösungsfindender Lehrer Titus Wolf, Sebastian Bauer als ehemaliger Schuloffiziant Vitus Waggerl und weitere Bürger von Prien, die Bürger von Irlbrunn spielten.

Vor und hinter der Bühne trugen zum Premierenerfolg bei Rudi Eichwaldt, Andreas Obermüller und Wolfgang Furtner mit den drei verschiedenen Bühnenbildern (die schon ohne Personen Sonder-Applaus bekamen), Souffleur Rainer Winzek, Andreas Titze an der Technik und Gretl Fischer an der Kasse. Weitere Aufführungen sind am Samstag, 27. Dezember, am Dienstag, 30. Dezember, am Freitag, 2. Januar, am Samstag, 3. Januar – jeweils um 20 Uhr. Eine weitere Aufführung ist am Sonntag, 4. Januar um 16 Uhr im Kleinen Kursaal im Haus des Gastes. Unterstützt wurde und wird das Priener Bauerntheater bei den heurigen Aufführungen zum Jahreswechsel von der VR-Bank Rosenheim-Chiemsee, von der Marienapotheke Prien, von der Metzgerei Moritz sowie von weiteren Gönnern und Förderern.

Karten á 8 € sind in der Stoffburg, Wendelsteinstr. 4 (Achtung neu – über Farben Weidacher) unter Tel. 08051 962140 erhältlich, sowie an der Abendkasse.

Fotos: Hötzelsperger – Premiere beim Priener Bauerntheater im Kleinen Kursaal

Weitere Informationen: www.prien.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg