Förderverein wählt neuen Vorstand

Trachtenkulturzentrum: Ende der Bauzeit ist in Sicht

von Hans Menzinger

Mit großen Schritten geht das Trachtenkulturzentrum des Bayerischen Trachtenverbandes dem Ende seiner Bauzeit entgegen. Die Einweihung ist für Herbst 2014 oder Frühjahr 2015 geplant. Der Förderverein tagte vergangenen Samstag in Hinterskirchen

Etwas mehr als zehn Prozent der bayernweit rund 1500 Mitglieder konnte der Vereinsvorsitzende Manfred Hölzlein zur diesjährigen 14. Mitgliederversammlung im Saal des Gasthauses Rampl in Hinterskirchen begrüßen.. Sein besonderer Gruß galt dem Landesvorsitzenden des Bayerischen Trachtenverbandes Max Bertl, dem ehemaligen Staatsminister Siegfried Schneider, dem ehemaligen Bezirkstagspräsidenten Franz Jungwirth vom Bezirk Oberbayern und den Bürgermeistern Bernhard Gerauer aus Neufraunhofen und Robert Maier aus Geisenhausen.

Auch der verstorbenen Vereinsmitglieder, heuer insbesondere dem Gründungsinitiator des Fördervereins Max Reitner und dem langjährigen Gauvorstand des Dreiflüssegau Eberhard Eder wurde gedacht.

Zum Protokoll- und Kassenbericht gab es keine Einwendungen, so dass die Entlastung des Kassiers einstimmig erfolgte. Hölzlein bedankte sich in seinem Bericht über das vergangene Jahr besonders bei dem leider erkrankten Mitglied Franz Christoph Zeitler, ehemals Vizepräsident der Deutschen Bundesbank, der es dank seiner guten Kontakte zuwege gebracht hat, die dringend nötige Beschilderung zum Trachtenkulturzentrum von den umliegenden Bundesstraßen B15, B288 und B 399 zu ermöglichen. Diese Grundbeschilderung soll noch durch innergemeindliche Hinweisschilder ergänzt werden. Bürgermeister Meier sagte hierzu seine Unterstützung zu. Hölzlein zeigte sich auch äußerst zufrieden mit den Baufortschritten im Trachtenkulturzentrum im vergangenen Jahr und dankte allen Mitgliedern und Spendern für die gute Zusammenarbeit. Abschließend teilte er den Mitgliedern mit, dass er bei der nachfolgenden Wahl nicht mehr als Vorsitzender kandidieren wird.

Der einstimmig beschlossene Finanzplan 2014 sieht neben der weiteren Förderung des Archivs und des Museums auch eine Position für die Dachsanierung und -isolierung des Pfarrhauses vor. Diese ist erforderlich, da im Dachraum eine Erweiterung des Museumsbereichs geplant ist. Ein erheblicher Betrag wird auch für die Fertigstellung des Jugendbildungshauses zur Verfügung gestellt.

Für den erkrankten Architekten Udo Rieger berichtete Landesvorsitzender Max Bertl über den Baufortschritt im vergangenen Jahr. Das Jugendbildungshaus ist von außen fertiggestellt. Im kommenden Winter wird der schon weit fortgeschrittene Innenausbau verstärkt vorangetrieben. Bartl Hollinger wird die Malerarbeiten federführend leiten und schlägt vor: „Wenn jeder Gauverband zwei Maler oder Helfer stellt, sollten die Malerarbeiten des gesamten Innenbereichs an zwei Wochenenden zu bewerkstelligen sein.“

Das von Verbandsehrenmitglied Konrad Vogel aus Traunstein gestiftete Musterzimmer wurde heute Vormittag im Rahmen einer Baubesichtigung den Gauvorständen vorgestellt. Diese haben jetzt bis August Zeit, die individuell gestalteten Zimmereinrichtungen anzufertigen. Der heuer geschaffene Küchenanbau zum Jugendbildungshaus ist ebenfalls von außen fast fertig. Auch hier kann im Frühjahr der Innenputz angebracht werden. Peter Aicher vom Gau I und Max Rohrmeier vom Altbayrisch-Schwäbischen Gau erklärten sich bereit, dies federführend zu übernehmen. Auch der Innenausbau des Veranstaltungsstadels soll 2014 vollendet werden. Zeitgleich sollen die Außenanlagen, die Pflasterung und Bepflanzung des Innenhofes und ein zusammen mit der Gemeinde Geisenhausen geplanter Busparkplatz südlich der Straße in Angriff genommen werden. Bertl zeigt sich durchaus zufrieden mit den Baufortschritten und ist guter Hoffnung, dass das Trachtenkulturzentrum im Herbst 2014, spätestens aber im Frühjahr 2015 fertiggestellt ist und feierlich eingeweiht werden kann. Der Baulenkungsausschuß wird im Januar 2014 einen endgültigen Fertigstellungs und Einweihungstermin festlegen. Abschließend bedankte er sich für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten.

Archivar Gensberger berichtete über den Erfolg der Sonderausstellung von bisher unveröffentlichten Trachtenbildern des Künstlers Richard Pietsch. Im vergangenen Jahr haben rund 1500 Besucher das Trachtenkulturmuseum besichtigt. Ebenfalls fanden 44 Gruppenführungen durch das Trachtenkulturzentrum statt. Auch bedankte er sich bei allen ehrenamtlichen Helfern im Archiv- und Museumsbereich. Die Archivierungsarbeiten schreiten gut voran. Besonders erfreut war er über die Exkursion der Teilnehmer des Bayerischen Museumstages zum Trachtenkulturzentrum und die Nominierung des Trachtenkulturmuseums zum Bayerischen Museumspreis 2013.

Der Trachtenverein „D´Werdenfelser“ aus Nürnberg überbrachte seine altehrwürdige Vereinsfahne zur Aufbewahrung im Archiv und Josef Strasser aus Leonberg vom Gauverband I überreichte eine Spende von 2000 Euro anlässlich seines 60. Geburtstags.

Die anstehende Neuwahl des Vorstandes führte Landeskassier Walter Weinzierl aus Kolbermoor in gewohnter Geschwindigkeit und Akuratesse durch. Zum neuen Vorsitzenden des Fördervereins wurde der bisherige 2. Vorsitzende Klaus Reitner aus Vagen gewählt. Zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden gewählt Wolfgang Gensberger, der Archivar des Trachtenverbandes und Siegfried Schneider, ehemaliger Minister und Leiter der Staatskanzlei und derzeit Präsident der Landeszentrale für Neue Medien. Kassier blieb Andreas Hutterer aus Vilsbiburg und Schriftführerin Helga Gensberger aus München. Alle Ergebnisse waren einstimmig.

Der neue Vorsitzende Klaus Reitner bedankte sich bei den ausscheidenen Vorstandsmitgliedern Manfred Hölzlein und Gerhard Hofstetter für die ausgezeichnete Arbeit.

Zum Abschluß bedankte sich Landesvorsitzender Bertl bei allen Helfern, Arbeitern, Spendern und sonstigen Beteiligten für die großartige Unterstützung der gemeinsamen Aufgabe. 42.000 Stunden wurden in den neun Jahren Bauzeit bisher ehrenamtlich geleistet, davon rund 27.000 auf der Baustelle und 15.000 im Trachtenarchiv und im Museum. Sein besonderer Dank galt dem Förderverein und seinen Mitgliedern für die fortwährende Unterstützung des gesamten Trachtenkulturzentrums, sowie der Holzhausener Wirtin Hedi Neumaier für die stets ausgezeichnete Verpflegung der Arbeiter.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg