Europäischer Friedenslauf erreichte in Bernau a. Chiemsee erstmals deutschen Boden

„Frieden kommt nicht wie Strom aus der Steckdose, hierfür muss Jeder seinen Beitrag leisten“ – mit dieser Bitte schickte Martin Schulz als Präsident des Europäischen Parlaments vor vier Wochen (anlässlich des 100. Jahrestages vom Beginn des Ersten Weltkriegs) junge und ältere Frauen und Männer in Sarajevo auf den Weg zu einem außergewöhnlichen Friedenslauf, der am 21. September in Aachen rechtzeitig zum Weltfriedenstag der UNO in Aachen enden wird. Fast 3.000 Kilometer durch 12 Länder wird in Kleingruppen wie bei einer Staffel gelaufen. Erste deutsche Station war die Gemeinde Bernau a. Chiemsee.

Mit etwas Verspätung kam die Läufergruppe in Bernau aus Salzburg kommend am Sportheim an. Dort wurden sie von einer jungen Läuferschar der Bernauer Skiläufer-Vereinigung empfangen. Mit Vorläufer und Gemeinderat Sepp Genghammer wurde dann das letzte Stück bis zum neuen Bernauer Rathaus gemeinschaftlich gelaufen. Immer voran das Licht der Fackel als Symbol des Friedens und als sichtbares Zeichen für den Friedenslauf mit dem Titel „Flame for Peace“. Vor dem Rathaus hieß Bernaus stellvertretender Bürgermeister Alexander Herkner die Friedensläufer willkommen und er lud die Gäste zu einer Übernachtung in der Mehrzweckhalle und zu einem Abendessen ein. Heinz Jussen aus Aachen, der den Friedenslauf in zweijähriger ehrenamtlicher Vorbereitung initiiert hatte, sprach in seinem Grußwort von der Unvorstellbarkeit heutiger Kriege. „Wenn wir nach unseren ersten Etappen durch die jüngsten europäischen Kriegsgebiete hier im friedlichen Bernau ankommen, dann ist es hier kaum vorstellbar, welcher Unfriede, der bis zum Krieg führen kann, möglich ist“, so Heinz Jussen, der sich andererseits gut vorstellen kann, Bernau und den Chiemsee als Urlaubsörtlichkeiten zu wählen. Aufgrund der erfahrenen Unterstützung bei den Vorbereitungen zum Friedenslauf wurde an Bürgermeister Herkner eine Urkunde überreicht, der zufolge Bernau nunmehr „Europäischer Friedensort“ ist. Herkner seinerseits übergab an die Organisatoren einen Brief der Gemeinde Bernau für den Schirmherrn des Friedenslaufes, Martin Schulz, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments. Wie in allen Zielorten versammelten sich Lauf-Teilnehmer und Gastgeber abschließend zu einem Kreis und lauschten der eigens komponierten Europa-Hymne „Flame for Peace“. Die nächsten Etappen ab Bernau führen nach Bad Tölz und dann nach Murnau, Nesselwang, Isny und nach Lindau am Bodensee. Täglich werden rund 50 bis 60 Kilometer gelaufen. Rund 800 Kilometer will Hans-Theo Huhnholt aus Waldkraiburg aktiv mit dabei sein. Der Schlosser, Ultra-Marathon-Läufer und Aktive des Lauf-Clubs Bayern nimmt seinen Jahresurlaub von fast vier Wochen, um von Sarajevo bis Freiburg dabei zu sein. „Den ganzen Tag Laufen, das ist wie den ganzen Tag hart arbeiten“, so der Extrem-Langläufer vor dem Bernauer Rathaus. Das ehrgeizige Ziel, die gesamte Wegstrecke von rund 3.000 Kilometern dabei zu sein hat Peter Bartl aus Berlin. Der Langstrecken-Athlet und gute Freund von Hans-Theo Huhnholt ist mit seinem Tretroller seit Sarajevo dabei. „Wenn die Beine mitmachen, dann will ich bis Aachen durchhalten“, so der ehemalige Lehrer.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Friedenslauf nach Bernau a. Chiemsee – 1. Dritter Bürgermeister Alexander Herkner bei der Begrüßung von Heinz Jussen, dem Initiator des Europäischen Friedenslaufes. 2. Hans-Theo Huhnholdt aus Waldkraiburg und Peter Bartl aus Berlin sind als Langstrecken-Athleten mit dabei.

Weitere Informationen: www.flameforpeace.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg