Erntetanzl des Rosenheimer Volkstanzkreises – viel Begeisterung und volle Tanzflächen

Viele Volkstanzfreunde waren zum Kistlerwirt nach Bad Feilnbach gekommen, wo der Rosenheimer Volkstanzkreis die Kirnstoaner Tanzlmusi zum Erntetanzl aufspielen ließ.

Dabei kamen die meisten Besucher aus dem Umland, aber auch Volkstanzfreunde aus der Kufsteiner Gegend, aus dem Zillertal und bis von Kitzbühel waren wieder gern zu Besuch, nicht zuletzt, weil es bei uns in der Region im Gegensatz zu vielen Veranstaltungen in Österreich keine vorher festgelegte Tanzfolge gibt. Es ist vielmehr eine der Aufgaben des Tanzlführers, auch Tanzmeister genannt, spontan abwechslungsreiche Tanz¬runden zusammenzustellen, die der jeweiligen Stimmung im Saal, dem Können und dem Interesse der Besucher Rechnung tragen. Beim Rosenheimer Volkstanzkreis hat dieses Amt seit fast 50 Jahren der 1. Vorstand, Herbert Bogensberger, inne. Sein Ausruf „Schaut’s kurz her!“, mit dem er beim Vorzeigen der Figurentänze die Besucher um Aufmerksamkeit bittet, ist schon lange sein Markenzeichen geworden. Dieses Vortanzen ist kein G’schaftln, kein Wichtigmachen, sondern sorgt auch bei den Besuchern für ein unbeschwertes Tanzvergnügen, denen der Tanzboden noch nicht zur zweiten Heimat geworden ist.. Landler, Polkas und Boarische umrahmten die traditionellen Chiemgauer Figurentänze und bildeten Tanz¬runden, in denen für jeden etwas dabei war. Dabei begeisterten die fünf Musikanten in immer wieder wechseln¬den Besetzungen mit Klarinetten, Steirischer, Akkordeon, Harfe, Gitarre, Tuba, Kontrabaß und Osttiroler Hackbrett die Tanzpaare so, dass sich diese gleich bei der ersten Tanz¬runde mit viel Applaus die erste von vielen Zugaben erbaten. Die Volkstanzfreunde mit der weitesten Anreise waren dabei ein Paar, das bis aus den USA gekommen war und in der Gebirgstracht nicht von den bayrischen Besuchern zu unterscheiden war.
Großen Anklang fanden wieder die Eintrittszeichen, die von Vroni und Hans-Dieter Haberlander, zwei handwerklich begabten Vereins¬mitgliedern, immer passend zum Thema der Volkstänze angefertigt werden und die besonders bei den Tänzerinnen als Erinnerung heiß begehrt sind. Die schönsten werden fast wie Jagdtrophäen am Körberl befestigt, das beim Trachteng’wand die Handtasche ersetzt.
Mit einer staaden Weis verabschiedete sich die Kirnstoaner Tanzlmusi nach Mitternacht von den Tanzpaaren. Im Oktober wird der Rosen¬heimer Volkstanzkreis mit seinem Herbsttanzl, bei dem die Geschwister-Kronast-Tanzlmusi aufspielt, seine diesjährige Veranstaltungsreihe beenden. Den Auftakt im neuen Jahr macht dann die Rosenheimer Tanzlmusi, die schon seit vielen Jahren zum Lichtmeßtanzl des Volkstanzkreises aufspielt. Über’s Jahr verteilt folgen drei weitere Volkstanzabende beim Kistlerwirt in Bad Feilnbach; außerdem wird sich am ersten Sonntag im Juli der Wirtsgarten des Bräustüberls in Maxlrain wieder in einen Tanzboden mit besonde¬rem Flair verwandeln, wenn der Kulturförderverein Mangfalltal und der Rosenheimer Volks¬tanz¬kreis gemeinsam zum 12. Maxlrainer Morgentanzl einladen. In dieser Veranstaltung lebt die Traditon der Dienstbotenbälle des 19. Jahrhunderts weiter – in einer neuen Form, aber mit nicht weniger begeisterten Besuchern.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg