Erfolgreiches Brillenschaf-Wochenende im Bauernhausmuseum Amerang

Die Arbeitsgemeinschaft Brillenschaf e.V. feierte ein Wochenende lang ihr 15-jähriges Bestehen und zugleich 25 Jahre eingetragene Herdbuchzucht dieser vom Aussterben bedrohten Schafrasse in Bayern. Aus diesem Grund organisierte die Arbeitsgemeinschaft im Bauernhausmuseum eine zweitägige Schafausstellung mit Prämierung und Versteigerung.

Dunkle Ringe um die Augen bedeuten beim Menschen Übermüdung oder Stress. Beim Brillenschaf ist das dagegen sogar ein Markenzeichen. Helle Wolle, dunkle Ringe um die Augen und dunkle Ohren – das zeich-net diese Schafrasse aus. Und noch eins: der gute Charakter! „So ein Schaf ist wie ein echter Bergler. Gut-mütig, entspannt, trittsicher, und es lässt sich gut führen.“ Das sagt zumindest Jakob Wiesheu, Schafhalter aus Söllhuben. Kein Wunder also, dass die Besucher des Bauernhausmuseums Amerang zwei Tage lang richtig entzückt waren vom Treiben auf den Wiesen des Museums.

Unter den strengen Augen der Richter Josef Grasegger und Georg Palme präsentierten die Schafhalter ihre Brillenschafe. „Beurteilt werden die Wolle, die Bemuskelung und das Exte-rieur“, erläuterte Max Wagenpfeil, Fachberater für Schafe, Ziegen und Gehegewild im Amt für Landwirtschaft. Die Wolle ist bei den Schafen sehr fein und deshalb auch bei allen, die gerne Janker, Socken oder Hand-schuhe stricken, sehr begehrt. „Diese feine Wolle war auch ein Grund dafür, diese Schafe in unserer Region zu züchten“, so Wagenpfeil. Gute Muskeln gehören auch zu einem schönen Schaf. „Das Tier wird abgetastet, dann fühlt man gleich, wie viel Fleisch und Muskeln das Schaf auf den Rippen hat.“ .Das so genannte Exte-rieur schließlich bedeutet, dass ein Schaf ein gutes Gebiss haben muss, und auch die „Zeichnung“, also die dunklen Ränder um die Augen und die dunklen Ohren, sie muss passen.

Die Brillenschafe ließen die Musterung geduldig über sich ergehen, während die Besucher an den Ständen auf dem Gelände des Bauernhausmuseums zum „Schaf-Shopping“ gingen. Da zeigte sich die ganze Vielfalt der Produkte, die man aus Schafwolle herstellen kann. Fesche Hüte aus Filz, Filzpantoffeln, Filztaschen, Wolljacken und Socken, helle und blaue Brillenschafwolle zum Stricken und Häkeln, und sogar feine Engel aus Schafwolle für den Christbaum gab es zu kaufen. Die Kinder durften sich beim Filzen versuchen und probierten die Gestaltung von bunten Blumenblüten. Und alle waren sich einig: ein tierisch schönes Wochen-ende im Museum!

Bildunterschrift
Prämierung der Brillenschafe, von links: Max Wagenpfeil, Irmgard Mooser, Martin Winkelmair, Julia Wagen-pfeil und Matthias Aschauer © BHM Amerang

Jakob Wiesheu auf dem Weg zur Versteigerung seiner Brillenschafe © BHM Amerang

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg