Ein Netz oberbayerischer Leader-Regionen – Treffen im Landwirtschaftsamt Rosenheim

Im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim trafen sich Vorsitzende und Geschäftsführer der Leader-Aktionsgruppen aus dem südlichen Oberbayern, um dem im Amt zuständigen Leader-Manager Sebastian Wittmoser und Behördenleiter Wolfgang Hampel ihre Lokalen Entwicklungsstrategien zu übergeben, mit der sie sich um die Anerkennung als Leader-Gebiete bewerben.

Leader ist ein EU-Programm für den ländlichen Raum mit dem Ziel, die Entwicklung der Regionen zwischen den städtischen Zentren zu fördern und sie wirtschaftlich, sozial und kulturell zu stärken. Einige der beteiligten Gebiete bewerben sich zum ersten Mal für die Aufnahme in dieses EU-Förderprogramm, andere schon zum zweiten oder sogar dritten Mal. Wenn alle Bewerbungen wie erhofft zum Zug kommen, wird von Bad Tölz-Wolfratshausen über Miesbach, Mangfalltal-Inntal, Chiemgauer Alpen und Chiemgauer Seenplatte, Berchtesgadener Land, Leader-AG Traun-Alz-Salzach und Mühldorf bis auf einige kleine Einsprengsel der gesamte östliche Alpenrand und Voralpenraum an dem Förderpro-gramm teilnehmen, um in seinen Gemeinden Projekte zu verwirklichen, die zur Erhaltung von Natur und Kulturlandschaft als wichtiger Lebensgrundlage, zur Pflege des historischen Erbes und der regionalen Kultur als wertvollem Potential, zur Sicherung der gewachsenen Dorfge-meinschaften, zur Förderung der wirtschaftlichen Existenzgrundlagen und zur Profilierung und Stärkung der regionalen Identität beitragen. Bei dem Übergabetermin im Landwirt-schaftsamt stellten Vorsitzende oder betreuende LAG-Manager das Konzept ihrer Regionen für die Zukunft als Leadergebiet und einige ins Visier genommene Projekte vor; auffallend war die große Anzahl von Projekten, die in Kooperation von mehreren Leader-Aktionsgruppen miteinander durchgeführt werden sollen.
Kooperation in wichtigen Handlungsfeldern
Die bereits bestehenden Leader-AGs hatten weitere Gemeinden aufgenommen und sich ver-größert, in einem geschlossenen Gebiet mit vielen Nahtstellen gibt es nun zahlreiche Möglich-keiten zur Vernetzung, eines der wichtigsten Ziele und Charakteristika des Leader-Programmes. So sollen unter dem Namen „Kulturperlenkette“ in den Leader-AGs am Alpen-rand vom Berchtesgadener Land über Chiemgauer Alpen, Chiemgauer Seenplatte, Mangfall-tal-Inntal bis Miesbach einheitlich gestaltete Broschüren die Aufmerksamkeit von Touristen und Einheimischen auf die eher unbekannten Schönheiten im jeweiligen Gebiet lenken und insbesondere mit Leader geförderte Projekte bekannt machen. Das Museumsnetzwerk Rosen-heim, eine Maßnahme der Leader-AG Mangfalltal-Inntal in der vergangenen Förderperiode, wird künftig auf das Gebiet der Chiemgauer-Seenplatte und damit in den Landkreis Traun-stein hinein ausgeweitet; Ausdehnung auf weitere Leader-AGs würde sich anbieten. Ein Pro-jekt zur Erhaltung des Kulturgutes Obstwiesen von der Salzach bis zum Inn zeichnet sich ab. In mehreren Leader-AGs haben sich die Bürger mit den Themen Elektromobilität und Verbes-serungen der Versorgung mit Angeboten im Bereich Verkehr und Mobilität beschäftigt. Ein Startprojekt der LAG Chiemgauer Seenplatte aus der Gemeinde Nußdorf verbindet beide Elemente in dem Vorschlag zu einem gemeindlichen Elektromobil und es ist absehbar, das das Thema Elektromobilität in vielen Gemeinden in allen LAGs parallel auf seine Möglichkeiten hin abgeklopft werden muss. Die Verbesserung der Radwegeinfrastruktur und die Beschilde-rung von historischen Gebäuden sind weitere Themen, die nicht auf einzelne Gemeinden und Leader-Regionen beschränkt bleiben sollten.
Die Vorstellungsrunde aller Leader-Aktionsgruppen beim Übergabetermin der Lokalen Ent-wicklungsstrategien im Landwirtschaftsamt zeigte deutlich, dass überall dieselben Themen die Menschen beschäftigen – in allen Leader-Regionen wurden ähnliche Handlungsfelder formuliert. Natürlich gibt es Unterschiede in der Gewichtung – für Berchtesgadener Land, Chiemgauer Alpen und Chiemgauer Seenplatte, Mangfalltal-Inntal, Miesbach und Bad-Tölz-Wolfratshausen spielt der Tourismus eine wesentlich größere Rolle als in den Gebieten Traun-Alz-Salzach und Mühldorf, und wenn die gebirgigen Anteile in der Leader-Region groß sind wie beispielsweise in den „Chiemgauer Alpen“, geht es um den Lebensraum Alpen und unter anderem auch um die Almwirtschaft. Doch alle Leader-AGs beschäftigen sich mit Verbesserungen im Bereich von Daseinsvorsorge und Mobilität, im Bereich Wirtschaft mit der Förderung der Regionalvermarktung für im Gebiet erzeugte Produkte mit stärkerer Ausrichtung auf die Landwirtschaft , mit der Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft und der regionalen Identität auch und gerade durch kulturelle Angebote, mit sozialen Netzwerken und Begeg-nungsorten für alle Gesellschaftsgruppen.
Die Auswahl und Bestätigung der Leader-Aktionsgruppen durch das Landwirtschaftsministerium wird voraussichtlich Ende Februar beendet sein und den Startschuss für die genaue Ausarbeitung und Umsetzung einer Vielzahl von Projekten geben.

Foto: Akteure aus acht bestehenden und künftigen Leader-Gebieten im südlichen Oberbayern zusammen mit Vertretern des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim, unter anderem der Bewilligungsstelle für Leader-Förderungen, sowie der Regierung von Oberbayern und dem Amt für ländliche Entwicklung – mit den Vorsitzenden der Leader-Aktionsgruppen Traun-Alz-Salzach, Tittmonings Bürgermeister Konrad Schupfner (vorderste Reihe 2. von links), Miesbacher Land, Weyarns Bürgermeister Michael Pelzer (4. von links), Chiemgauer Seenplatte, Pittenharts Bürgermeister Sepp Reithmeier ( 2. von rechts), Mühldor-fer Netz, Thomas Einwang, Bürgermeister von Buchbach (ganz rechts), Chiemgauer Alpen, Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm (2. Reihe dritter von rechts), Bad Tölz-Wolfratshausen mit Bürgermeister Thomas Gründl aus Bad Heilbrunn (2. von links), Mang-falltal-Inntal, Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller ( 2.Reihe ganz links), Berchtesgadener Land mit Leader-AG-Manager Stefan Neiber in Vertretung des Vorsitzenden Landrat Georg Grabner (ganz hinten 4. von links) sowie Behördenleiter Wolfgang Hampel (ganz links vorne) und Leader-Manager Sebastian Wittmoser (vorne 3. von links)

Bericht: Inge Graichen
Kienberger Str. 17
83119 Obing
Tel.: 08624/891275
E-Mail: inge.graichen@gmx.de

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg