Das Goggomobil – Erfolgsgeschichte im EFA-Automobilmuseum Amerang

In den 1950er-Jahren ereignete sich die allgemeine Motorradkrise, da Kunden zunehmend „ein Dach über dem Kopf“ forderten. In diese Zeit fiel die Vorstellung des Goggomobils. Vorgestellt wurde das Goggomobil im Jahr 1954 auf der Internationalen Fahrrad- und Motorrad-Ausstellung  (IFMA) in Köln. Die ersten Serienfahrzeuge rollten am 19. Januar 1955 vom Band. Es war eine kleine viersitzige Limousine.  Das Design der Karosserie orientierte sich an herkömmlichen Automobilen. Der Name Goggomobil leitet sich von einem der Söhne von Hans Glas, der mit dem Spitznamen „Goggi“ gerufen wurde. Der gebläsegekühlte Zweizylinder-Zweitaktmotor und ein daran verblocktes teilsynchronisiertes Vierganggetriebe befanden sich im Stufenheck. Mit diesem Motor ausgestattet durfte das Goggomobil auch von Inhabern eines Motorradführerscheins der Klasse 4 (Fahrzeuge bis 250 cm³) gefahren werden. Der Preis betrug etwa 3.500 DM. Das Urmodell des Goggomobils war noch ein Minimalauto ohne jeglichen Komfort.. So gab es erst 1957 einen zweiten Scheibenwischer und Kurbel- statt Schiebefenster. Seit diesem Jahr wurden neben dem 250-cm³-Motor auch Motoren mit 300 und 400 cm³ geliefert. Ab 1964 waren die Türen vorn und nicht mehr an der B-Säule (sogenannte Selbstmördertüren) angeschlagen.

Im November 1966 wurde die Hans Glas GmbH von BMW übernommen, Am 30. Juni 1969 endete die Produktion des Goggomobils. Insgesamt wurde das bis zu 4.030 DM teure Gefährt 284.491 Mal gebaut, davon wurden 214.313 Exemplare als Limousine, 66.511 Exemplare als Coupé und 3.667 Exemplare als Transporter gefertigt. Heute gibt es noch ungefähr 2500 fahrtüchtige Goggomobile.

Im EFA-Automobil-Museum in Amerang im Chiemgau sind einige der historischen Glasfahrzeuge zu bewundern.

Das Automobilmuseum ist täglich (außer Montag) von 10 – 18 Uhr geöffnet.

Nähere Informationen: www.efa-automuseum.de

Andrea Aschauer

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