ChiemgauerTrachtler-Festzug in Unterwössen

Zimmertemperaturen bei bedecktem Himmel und kein Tropfen Regen, das begünstigte den großen Umzug am Festsonntag des 80. Gaufest des Chiemgau Alpenverbandes. Es wurde ein eineinhalbstündiges Spektakel durch den Ort, an dem Tausende – im Zug und an der Straße – ihren Spaß hatten.

Schon lange vor dem Start füllte sich der Ort. Die einen zog es zum Streichenweg, wo sich am frühen Nachmittag die Trachtler aus 23 Gauvereinen, Gastvereine wie aus Kössen, Ortsvereine sammelten, wo die wundervoll geschmückten Fest- oder Themenwagen bereit standen, die mächtigen  Rösser eingespannt wurden, häufig auch vierspännig. Andere Zuschauer strebten in den Ort, sich die besten Plätze am Zugweg zu sichern. Schlag 14 Uhr gab die weithin hörbare Kanone der Gebirgsschützen das Startsignal und ein nicht enden wollender Festzug nahm seinen Weg. Vom Festzelt marschierten insgesamt 6 Züge zur Kirche, von dort über die Hauptstraße bis weit hinaus, um im Begegnungsverkehr zurück zu kehren. Im ersten Zug zeigte sich hinter dem Vorreiter und der Festmusik die Gaustandarte, Vorstandschaft, Ehrengäste und der Festverein D’Achentaler Unterwössen. Nach den Ortsvereinen reihte sich der Göd der Achentaler, der GTEV Staudach-Egerndach. Es folgten über die Züge hinweg die lange Reihe der Trachtenvereine im Gau. Den Abschluss bildeten der Brauereiwagen des Hofbräuhauses Traunstein und die Gebirgsschützenkompanie Wössen/Achental.

Eindrucksvoll die Wagen. Bei den Ortsvereinen machte das Seeräuberschiff, gefangene Chinesen im Schlepptau, auf sich aufmerksam. Der Gartenbauverein hatte einen Segelflieger aus über tausend Blüten der Studentenblume gesteckt. Manche Wagen trugen das Wahrzeichen ihrer Gemeinde, wie die Festung Hohenaschau oder die Kirche, andere standen für das Gewerbe. Auf einem Wagen zerrte ein Senior an der Bremse seines Holzschlittens. Drei Kartenspieler symbolisierten das Dreiländereck um Reit im Winkl. Für die Soleleitung standen zwei Mannsbilder, die auf ihrem Wagen die Leitungsrohre in Holzstämme bohrten. Andere schmiedeten am vermeintlichen Wasserrad lebensecht am Feuer und Amboss.

Bei diesem Wetter standen die Zuschauer überaus dicht gedrängt entlang des Festzuges. Da wurde viel gelacht, über kleine Kinder in Tracht gestaunt, da machten die Dirndln Eindruck, die Burschen flirteten mit Zuschauerinnen. Im Gegenverkehr begegneten sich ständig alte Bekannte, was jedes Mal ein großes Hallo gab. Beste Stimmung also im schönen Festzug. Eineinhalb Stunde vergingen, bis dann auch die letzten, die Gebirgsschützen, dem Zelt mit letzten Schritten zustrebten.

Bericht und Bilder: Ludwig Flug

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg