Bund Katholischer Unternehmer bei 17. Frauenwörther Gesprächen

Die Regeln des Heiligen Benedikt und dessen Impulse für Führungskräfte in der heutigen Zeit standen im Mittelpunkt der inzwischen 17. Frauenwörther Gespräche in der Aula der Abtei von Frauenchiemsee.
Veranstalter dieser Reihe sind die Bezirke Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim vom Wirtschaftsbeirat Bayern sowie der Bund Katholischer Unternehmern (BKU). Alle Jahre haben Wirtschaftsbeirat und BKU hochrangige Referenten am und auf dem Chiemsee zu Gast, in den letzten Jahren unter anderem Kardinal Reinhard Marx, Altkanzler Helmut Kohl und den Europa-Politiker Otto von Habsburg. Heuer kam Erzabt Dr. Korbinian Birnbacher OSB auf die Fraueninsel als Gast-Redner.

Gerhard Lux als Vorsitzender der BKU-Diözesangruppe München-Freising und Äbtissin Johanna Mayer OSB sprachen dabei die Willkommensworte an die Gäste, die aus ganz Bayern und darüber hinaus angereist waren. Äbtissin Johanna Mayer freute sich, dass sie als gebürtige Österreicherin den in Anger geborenen Erzabt von Salzburg als geschätzten Mitbruder auf der bayerischen Fraueninsel begrüßen durfte. Erzabt Birnbacher, so die Äbtissin weiter, hat mit dem Kloster Frauenchiemsee eine tiefgeistige Verbundenheit, da er schon mehrfach als Urlaubsvertretung auf der Insel tätig war. Diese Zeit bezeichnete der 1967 im Rupertiwinkl geborene Geistliche als wertvolle Zeit und als Teil seiner persönlichen Berufungsgeschichte. 1987 trat Birnbacher in die 1.300 Jahre alte Erzabtei in Salzburg ein, seine wissenschaftlichen Studien führten ihn bis nach Rom, seit dem Vorjahr ist er Erzabt in St. Peter in Salzburg. In seinem Vortrag baute Birnbacher immer wieder und in einfachen Worten Brücken zwischen den Regeln des Heiligen Benedikt, wie sie auch auf Frauenchiemsee gelten und den Ansprüchen von Führungskräften in der heutigen Zeit. Zu den wesentlichen Grundhaltungen des Heiligen Benedikt gehören das Wahrnehmen und das Ganz-Ohr-Sein. „Wer bereit ist zu lernen, ist auch bereit, umzudenken“, so der Referent, der weiter anregte, auf die Stimme seines Gegenüber einzugehen. „Murren ist etwas ganz Schlechtes“, so der Erzabt weiter, der lieber empfahl, die innere Ruhe zu bewahren und auf die Seele zu achten. „Müßigang und Nichtstun sind das Einfallstor für die Trägheit“, sagte der Referent und er fasste zum Schluss noch folgende Botschaften des Heiligen Benedikt zusammen: 1. Selbstbeschränkung ist notwendig gegen die wachsende Gier. 2. Pflegen einer verständlichen Sprache. 3. Echtes Vertrauen als Basis für vertrauensbildende Maßnahmen. 4. Mit weitem Herzen den Weg Gottes gehen sowie 5. Genau Hinhören in einer Zeit der Informationsflut. Nicht gelten lassen will der Erzabt die Sprüche „War schon immer so“, „War noch nie so“ oder „Da könnt ja Jeder kommen“. Nach dem Vortrag moderierte Bayernbund-Landesvorsitzender Adolf Dinglreiter eine angeregte Diskussion und für das Kloster Frauenchiemsee gab es eine Spende aufgrund einer Sammlung der Tagungsteilnehmer. Dr. Michael Elsen übergab an Erzabt Dr. Birnbacher noch einen Korb mit Frauenchiemseer Köstlichkeiten worüber sich der Gastreferent ebenso freute wie über eine Spende an die Erzabtei St. Peter zu Salzburg durch die Firma Baywa. Ehe sich die rund 100 Tagungsteilnehmer beim Klosterwirt zu einem zwanglosen Beisammensein einfanden, feierten sie im Münster mit dem Erzabt aus Salzburg sowie mit H. H. Pater Eberhard von Gemmingen SJ als Prediger und mit Andrea Wittmann an der Orgel eine Heilige Messe.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke von der BKU-Tagung auf Frauenchiemsee 1. Von links: Dr. Jürgen Hofmann, Generalsekretär vom Wirtschaftsbeirat Bayern, Gerhard Lux, BKU-Diözesangruppe München-Freising, H. H. Pater Eberhard von Gemmingen SJ, Äbtissin Johanna Mayer, Erzabt Dr. Korbinian Birnbacher OSB , Dr. Michael Elsen, Vorsitzender Bezirk Berchtesgadener Land/Traunstein/Rosenheim und Adolf Dinglreiter, Landesvorsitzender des Bayernbundes.

Nähere Informationen: www.wbu.de und www.bku.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg