Braunbär „Bruno“ ist jetzt ein Theaterheld

Bei den Ritterschauspielen Kiefersfelden zieht er einen Säugling auf, der zum Retter wird.

Braunbär „Bruno“, der vor 8 Jahren im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet für Angst und Schrecken sorgte und schließlich von Jägern erschossen wurde, ist jetzt ein Theaterstar. Bei den Kiefersfeldener Ritterschauspielen zieht er einen Säugling auf, der zum Retter wird. Am 26. Juli war Premiere.

Auf Deutschlands ältester Dorfbühne im oberbayerischen Kiefersfelden begeistert alljährlich ursprüngliches Volkstheater tausende von Besuchern. Bis 31. August bietet das Ritterschauspiel „Valentinus und Ursinus oder: Das Diamantenkreuz“ wieder eine weltweit einzigartige Mischung aus Romantik, Waffenklirren, Mörderspiel und (Galgen-)Humor.
Im  Mittelpunkt stehen ein schutzmächtiges Diamantenkreuz und ein Zwillingspärchen, von dem einer der beiden Jungen bei „Bruno“ aufwächst. Mehr wird nicht verraten. Drumherum entwickeln sich ebenso verwirrende wie verworrene Handlungsstränge um Ritter und Bösewichte, eine Kaiserin auf ihrem qualvollen Schicksalsweg oder die Enthauptung eines Unschuldigen.

Der Tiroler Dramatiker Josef Georg Schmalz, wegen seiner zahlreichen Ritterschauspiele auch liebevoll „Bauern-Shakespeare von Kiefersfelden“ genannt, schrieb 1833 das Stück, in dem er die Handlung mit schmählichen Intrigen und fatalen Leidenschaften hochkocht. Rund 100 Laiendarsteller der Theatergesellschaft Kiefersfelden verwandeln sich zu Rittern, Knappen, Räubern, Burgdamen, Eremiten, Muselmanen und Handwerkern. Mit großer Spielleidenschaft entführen sie die Zuschauer auf prunkvolle Burgen, in finstere Wälder, zu idyllischen Inseln oder ins Heilige Land.
Gespielt wird auf einer historischen Barockbühne aus dem späten 18. Jahrhundert. Hier ist alles wie früher: Die Kulissen sind handgemalt und werden bei offenen Vorhang trickreich gewechselt. Sturm, Gewitter und Feuersbrünste werden „von Hand“ produziert.  Die Schauspieler und Chöre singen live, begleitet aus dem Hintergrund von Harmonium, Harfe und Bläsern.
In den 3 Pausen unterhält die Musikkapelle Kiefersfelden – darunter auch Schauspieler in ihren Kostümen – die rund 500 Besucher im aufsteigenden Zuschauerraum. Draußen werden derweil Getränke, belegte Brote und leckere Spezialitäten aus der Region angeboten.
Trotz der zuweilen recht derben Handlung bleiben die Ritterschauspiele Kiefersfelden am Ende doch immer ein Märchentheater für die ganze Familie.

INFO:
Abendvorstellungen (19.00 Uhr): Samstag 26. Juli, 2., 9. 16. 23. und 30. August.
Freitag 15. und 22. August,
Nachmittagsvorstellungen (13.30 Uhr): Sonntag 17. und 31. August.
Preise: 7 bis 18 €. Für 1. und 2. Platz (12 und 7 €)  50% Kinderermäßigung und Familientickets (20 und 25 €) .
Vorverkauf und weitere Informationen: Kaiser-Reich Information , Rathausplatz 1,
83088 Kiefersfelden, Tel. +49-(0)80 33-97 65 45, info@kiefersfelden.de; und allen München Ticket Vorverkaufsstellen. Restkarten ab 1 Stunde vor Beginn der Vorstellungen an der Theaterkasse. Theater-Website: www.ritterschauspiele-kiefersfelden.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg