Brandschutz auf Herrenchiemsee kann auf neues Rettungsboot hoffen

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sichert Priener Feuerwehr Unterstützung für Brandschutz auf der Herreninsel zu – Neuanschaffung eines Mannschafts-Transportbootes kann nunmehr finanziert werden.

1982 wurde von der Regierung von Oberbayern der Brandschutz für Herrenchiemsee der Gemeinde Prien a. Chiemsee übertragen. Umgehend wurde von einer kleinen Gruppe der Feuerwehr Prien ein Boot nach eigener Konstruktion entworfen und von Löschmeister Markus Stocker gezeichnet. Das dann von einer Bootsbaufirma in Schäftlarn gebaute Mannschaftstransportboot Florian Prien 99/1 wurde 1983 in Dienst gestellt und von einem staatlichen Katastrophenschutz-Fonds finanziert. Nach nunmehr 31 Jahren ist das Feuerwehrboot nicht mehr einsatzfähig, eine Finanzierungs-Zuständigkeit für eine Ersatzbeschaffung war bislang unklar – bis nunmehr im Rahmen seines Oberbayern-Urlaubs der Bayerische Innen-Staatsminister Joachim Herrmann persönlich nach Prien kam und mit allen Betroffenen zu einer Lösung kam.

Dass eine Lösungsfindung für das Rettungsboot höchste Eisenbahn hatte, zeigte die Diskussion der Feuerwehr-Verantwortlichen mit dem Innenminister. Seit rund vier Jahren hat die Feuerwehr Prein über die Gemeinde und über das Landratsamt Rosenheim eine notwendige Ersatzbeschaffung angekündigt, vor zwei Jahren wurden Bilder mit den Schäden an dem Boot durch das LRA Rosenheim der Regierung von Oberbayern zugestellt. Ein offizieller Ersatzbeschaffungsantrag wurde von der Gemeinde Prien mit der FFW Prien bei der Schlösser- und Seenverwaltung eingereicht, weil Schloss Herrenchiemsee das bedeutendste Schutz-Objekt war und ist. Die Schlösserverwaltung gab die Anfrage an das Finanzministerium weiter und dieses wiederum gab den Ball weiter an die Kommunen, da diese örtlich wie regional für den Brandschutz zuständig sind. Alle waren sich nur in der Notwendigkeit der Neubeschaffung einig, aber die Finanzierung wollte keine Stelle federführend übernehmen.

Priens Feuerwehr-Kommandant Stefan Pfliegl sowie sein Stellvertreter und Gerätewart Klaus Kollmannsberger freuten sich aufgrund des Hin und Her beim bisherigen Schriftverkehr, dass auf Vermittlung der Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Otto Lederer der Innenminister die Angelegenheit zur Chefsache gemacht hat und nach Prien kam. Eingangs stellte Pfliegl die Feuerwehr Prien mit 95 aktiven Mitgliedern, 20 Jugendlichen, zwei Hauptamtlichen sowie einem Fuhrpark mit 13 Fahrzeugen und einem kleinen Arbeitsboot für den Chiemsee vor. Das Arbeitsboot verrichtet derzeit die Rettungsdienste auf dem Chiemsee, allerdings mit großen Einschränkungen gegenüber dem Mannschafts-Transportboot. Durchschnittlich 250 bis 300 Einsätze hat im Jahr die Feuerwehr Prien (im Vorjahr waren es aufgrund des Hochwassers 520), für das Mannschaftstransportboot gab es zuletzt 25 Einsätze im Jahr inklusive von Personenrettungen (zuletzt konnten im Frühjahr drei junge gekenterte Segler aus dem 9 Grad kalten Chiemsee-Wasser gerade noch rechtzeitig gerettet werden). Seit drei Wochen ist das Mannschaftstransportboot wegen verschiedener technischer Mängel nicht mehr einsatzbereit, unter anderem ist der Jet-Antrieb defekt, Leitbleche sind gebrochen und das gesamte Gehäuse ist von Lochfraß befallen. Derzeit läuft über das Landratsamt ein Reparatur-Antrag bei der Regierung von Oberbayern in Höhe von 25.000 Euro. Vom ebenfalls kaputten Motor, der neben dem Boot ausgestellt war, machte sich auch Minister Herrmann ein Bild. Die Kosten für eine Neuanschaffung des Mannschafts-Transportbootes belaufen sich laut Kommandant Stefan Pfliegl auf ca. 300.000 Euro bis 340.000 Euro. Seiner Forderung, den Brandschutz auf Herrenchiemsee mit täglich bis zu 5.000 Besuchern und weltweit beachteten Kulturgütern nicht zu vernachlässigen folgten alle Beteiligten. Letztlich waren Franz Berger vom Landratsamt Rosenheim als dortiger Zuständiger für den Katastrophenschutz, Kreisbrandrat Richard Schrank, Kreisbrandinspektor Franz Hochhäuser, Keisbrandmeister Manfred Gierlinger, Kreisbrandrat a.D. Sebastian Ruhsamer, Josef Austermaier als Vorstand der Schlösser- und Seenverwaltung auf Herrenchiemsee sowie Bürgermeister Jürgen Seifert von der Gemeinde Prien hoch zufrieden mit dem Vorschlag von Innenminister Herrmann, dem nunmehr noch die kommunalen Gremien zustimmen müssen. Der erste Vorschlag des Ministers lautete, dass der Freistaat Bayern 70 Prozent der Kosten übernimmt, je 15 Prozent sollten Gemeinde und Landkreis tragen. Nachdem es sich bei der Aufgabenerfüllung der Priener Feuerwehr auf dem Chiemsee um eine überregionale Tätigkeit handelt, wird der Landkreis laut Kreistagsbeschluss 60 Prozent der Zuschusshöhe vom Freistaat übernehmen, der Rest entfällt auf die betroffenen Gemeinden Chiemsee und Prien. Für die Federführung im weiteren Umsetzungsprozess wurde Bürgermeister Jürgen Seifert als Oberster Dienstherr der Priener Feuerwehr beauftragt. Bis das neue Boot, dessen Bau und Beschaffung auf den Chiemsee zugeschnitten sein müssen, in Betrieb gehen kann, kann aufgrund vieler Abstimmungszwänge und einer europaweiten Ausschreibung noch ein Jahr vergehen. Einig waren sich letztlich die Beteiligten, das bisherige Boot reparieren zu lassen, bei Ankunft des neuen Bootes kann es eventuell noch verkauft werden und somit wieder ein kleiner Teil der Finanzierung für die Neuanschaffung werden.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Besuch von Innenminister Joachim Herrmann bei der Priener Feuerwehr wegen der Neuanschaffung eines Mannschaftstransportbootes für den Chiemsee

Weitere Informationen: www.feuerwehr-prien.de – Telefon 08051-963550

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg