Bioökonomie als Chance für den ländlichen Raum in Bayern

Ob Klebstoffe, Spielzeug oder Kosmetika: Immer mehr Branchen setzen bei der Wahl ihrer Grundprodukte gezielt auf Nachwachsende Rohstoffe. Die zunehmende Abkehr von fossilen Ausgangsmaterialien eröffnet nach Überzeugung von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner große Chancen für die ländlichen Räume im Freistaat. „Hier warten auf unsere Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft neue Absatzmärkte und Entwicklungsperspektiven“, sagte der Minister beim diesjährigen CARMEN-Forum in Straubing, das sich heuer mit dem Thema „Bioökonomie“ beschäftigte. Die Bioökonomie sei angesichts der Endlichkeit fossiler Ressourcen weltweit der Schlüssel für eine nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaftsweise. Von der wachsenden Nachfrage nach biogen erzeugten Materialien können laut Brunner Landwirte, Waldbauern und der ganze ländliche Raum im Freistaat profitieren. Deshalb will der Minister die Forschung und Produktentwicklung voranbringen und den Dialog mit den Verbrauchern weiter intensivieren. Erste Ansatzpunkte soll im Sommer der Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern mit Mitgliedern aus Wirtschaft und Wissenschaft liefern, den Brunner vergangenes Jahr einberufen hatte.
Nach Auskunft des Ministers sind Nachwachsende Rohstoffe schon heute in vielen Alltagsprodukten wie Waschmitteln, Innenverkleidungen in Autotüren, Schmier-, Kleb- oder Dämmstoffen enthalten. Allein die chemische Industrie in Deutschland verwendet derzeit jährlich 2,7 Millionen Tonnen biobasierte Grundstoffe anstelle von fossilen Ausgangsmaterialien – Tendenz steigend. Aus Sicht Brunners wird die Dynamik in diesem Bereich in den nächsten Jahren stark zunehmen, denn: „Ob Energiebilanz, Klimaschutz, Produktionsbedingungen, Gesundheitsaspekte oder Entsorgungsmöglichkeiten – Produkte aus Nachwachsenden Rohstoffen haben unschlagbare Vorteile.“

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg