Bienen und Imkerei von hoher Bedeutung im Landkreis Rosenheim

Bienenfleißig ist der ehrenamtlich von Sebastian Friesinger geführte Verein zur Förderung der Regionalentwicklung im Raum Rosenheim e.V. Aber nicht aus diesem Grunde, sondern weil Honig und Bienen wichtig für die Region sind, hat der Verein zu seiner Versammlung im Gasthof Zur Post in Rohrdorf den Fachberater für Imkerei vom Bezirk Oberbayern, Arno Bruder aus Weilheim eingeladen. Anschaulich vermittelte der Referent, der selbst in fünfter Generation Imker ist, die hohe Bedeutung der Bienen für den Naturkreislauf und die aktuelle Tatsache, dass die Nachfrage nach Honig höher ist als der Ertrag, im Vorjahr fiel die Ernte fast völlig aus. „Die Biene ist das älteste Nutztier der Menschheit überhaupt und heute noch ist es das drittwichtigste Nutztier nach Rind und Schwein“, so Arno Bruder. Eine weitere interessante Information war, dass aufgrund immer weniger Bienenvölker ein immer höherer Bestäubungsservice durch mobile Bienenvölker erforderlich ist. „Der Bestäubungswert eines einzigen Bienenvolkes liegt bei rund 800 Euro“, sagte der Imker-Fachmann, der auch noch zukünftige Möglichkeiten für den Tourismus (z. B. „Erlebnis-Imkerweg“, „Honigstraße“ oder „Honigdorf Seeg“) sowie für Kurkliniken (Apitherapie) vorschlug. Die Bienenfreundlichkeit für Gemeinden, Anpflanzungen und auch für Schulen könnte –so in der Diskussion- heuer noch im Landkreis Rosenheim für Bürgermeister, Bauamtsleiter und weitere Betroffene als Thema für eine Gemeinschaftsveranstaltung ausgewählt werden. Bei einer Abfrage durch Sebastian Freisinger wurde diesem Vorschlag klar zugestimmt. Erfreulich und hoffnungsstimmend, so Arno Bruder weiter, sind derzeit die Zuwachszahlen von ausgebildeten Jung-Imkern. In der freien Aussprache unterstützten Geschäftsführer Josef Steingraber vom Bayerischen Bauernverband Rosenheim und Wolfgang Hampel vom Amt für Landwirtschaft die Anregungen und sie sagten unisono „Jeder braucht Bienen“. Gegebenenfalls soll auch ein neues LEADER-Projekt mit europäischen Fördermittteln angegangen werden, zumal dabei auch die von Natur aus gegebenen Interessens-Unterschiede zwischen Landwirtschaft und Imkerei berücksichtigt werden könnten. Landrat Wolfgang Berthaler unterstrich die Bedeutung der heimischen Imkerei und bezeichnete den Honig als besonders wertvolles regionales Produkt.

hö/Fotos: Jung-Imker bei ihrer Ausbildung

Nähere Informationen: www.bezirk-oberbayern.de/Umwelt/Imkerei-Fachberatung

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg