Berührendes Passionssingen der Siegsdorfer Sänger in der Wallfahrtskirche Maria Eck

Ein wahrhaft „Volksmusikalisches Gebet“ zur Passion boten die Sänger und Musikanten, die sich auf Einladung der Siegsdorfer Sänger in der Wallfahrtskirche Maria Eck eingefunden hatten. Gemeinsam mit Klosterchef Bruder Franz ließen sie in ihren Liedern und Weisen den Leidensweg Jesus aufleben und nahmen die aufmerksamen Zuhörer in der gut bestzten Wallfahrtskirche mit auf den Weg nach Ostern. Die Siegsdorfer Sänger, die mit ihren ausgesuchten Passionsliedern den musikalischen Kern bildeten, hatten mit den Schwarzenstoana Sängerinnen, der Ruperti Streich, der Leitnhax Musi und den Hafenstoana Alphornbläsern eine ungewöhnliche Klangmischung in den barocken Altarraum geholt, die aber vom feinen Zither- und Geigenklang bis zum Alphornjodler bestens harmonierte.
Die Alphornbläser eröffneten in selten zu hörender „Fünfer-Besetzung“ mit viel Gefühl für den sensiblen Kirchenraum den Abend, und fügten sich mit ihren „archaischen Klängen“ bestens in den melodischen Rahmen des Passionssingens ein. Mit „Tochter Sion, dich nun neige“ begannen Gabi Reiserer und Annelies und Agnes Staber als „Schwarzenstoana Sängerinnen“ ihren Reigen schöner Passionslieder, und ließen mit fein abgestimmtem, klar verständlichem Dreiklang Lieder vom Leiden und vom Kreuzweg Christi bis hin zur Auferstehungsfreude der Osternacht hören. Die „Leitnhax Musi“ mit Thomas Buchöster (Diatonische Ziach), Hanse Krammer (Zither) und Hiase Mayer (Konttagitarre) vertiefte mit feinfühligem Spiel die meditative Stimmung. Zither und Steierische verbanden sich in ihren Menuetten und Weisen zu einer faszinierenden Klangverbindung, die von der Kontragitarre behutsam untermalt und geführt wurde.
Bruder Franz Maria, der Guarduian des Klosters Maria Eck, verknüpfte die musikalischen Höhepunkte mit Medidativen Texten zur Passionszeit. „Jesus hat mit seinem Leiden bis hin zum Tod am Kreuz seine Liebe zu den Menschen in letzter Konsequenz gezeigt“, verdeutlichte er in fünf Meditationen und weckte in den Zuhörern die Zuversicht, dass auf Folter und Tod, mit der Auferstehung an Ostern ein Neuanfang für Herz und Seele folgt.

Intensiv übernahm der Zusammenklang von Geigen und Flöte die Gedanken des Paters, wenn die Ruperti Streich mit zwei Geigen, Flöte, Harfe und Kontrabass ihre teils selbst komponierten Weisen in den Kirchenraum fließen ließ. Ihre tief gehende Passionsmusik begleitete auch die Siegsdorfer Sänger, die in ihren Passionsliedern den Leidensweg Jesu vom Gebet am Ölberg bis zum Tod am Kreuz mitgingen. Hans Ramstötter, Hans Mader, Josef Berthold und Hans Brandl haben sich in den letzten Jahren mit ihrem kräftigen Vierklang im Chiemgau bestens etabliert und verstanden es, die anspruchsvolle Thematik der Lieder feinfühlig und routiniert der Stimmung im Kirchenraum anzupassen.
Mit den Worten: „Ich wünsche uns allen, dass wir in der kommenden Karwoche die Heiligkeit Gottes sehen und seine Stimme hören können, die uns sagt: Komm geh mit – ich zeige dir den Weg!“, beschloss Bruder Franz das zweite Passionssingen in Maria Eck und betete mit Musikanten, Sängern und Besuchern ein Schlussgebet „für Alle die des Trostes Gottes bedürfen“.

Bei der gemeinsamen Brotzeit im Klostergasthof konnten die siegsdorfer Sänger ein sehr positives Fazit aus den Reaktionen der Besucher ziehen. „Es war ein volksmusikalisches Ereignis mit Tiefgang“ durfte Sprecher Sepp Berthold feststellen, und dankte den Mitwirkenden für ihr Engagement. Der Erlös aus den Spenden an den Kirchentüren kommt der Kinderkrebshilfe BGL+TS zugute.

Franz Krammer

Die Bilder zeigen die Musikanten und Sänger im barocken Altarraum der Wallfahrtskirche Maria Eck.
8098 und 8102 sind Gesamteindrücke
8106 die Schwarzenstoana Sängerinnen und im Vordergrund die Leitnhax Musi.
8110 die Veranstalter und Organisatoren, die Siegsdorfer Sänger

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg