Bad Endorfer Theater spielt Edith Stein

Seit 1790 zählt das Chiemgauer Heiligenspiel in Bad Endorf zu den wichtigsten kulturellen Ereignissen in der Region. Unzählige Heilige und Selig gesprochene, darunter Franz von Assisi, Hildegard von Bingen und Pater Rupert Mayer, standen bereits auf der Bühne von Bayerns drittältestem Theater und begeistern jedes Jahr tausende von Zuschauern.
Die neue Spielsaison 2014 startet am Pfingstmontag, 09.06. 2014 mit der Uraufführung des Stücks „Edith Stein – Geschichte einer Nonne“. Über 70 Darsteller zeigen vor einer aufwändig gestalteten Kulisse den ergreifenden Lebensweg einer Jüdin, die zum katholischen Glauben konvertierte, bereits während der Weimarer Republik vor dem schwelenden Judenhass in Deutschland und dem damit verbundenen Aufstieg der NSDAP warnte und am Ende ihr Leben im KZ Auschwitz verlor. Das in zwölf Szenen aufgeteilte Theaterstück beginnt im Haus der Edith Stein, wo diese ihren eigenen, jüdischen Glauben in Frage stellt. Nachdem ihre Bewerbung als Professorin der Philosophie abgelehnt wird, beschließt sie zum katholischen Glauben zu konvertieren und lässt sich schließlich in der Kirche von Bergzabern taufen. Weiter führt ihr Weg zum Institut für wissenschaftliche Pädagogik nach Münster, wo Edith Stein zum ersten Mal die Auswirkungen der Machtergreifung Hitlers zu spüren bekommt. Ihr wird die Stelle gekündigt, weil sie jüdischer Abstammung ist und nach der Konvertierung, einen christlichen Gott anbetet, wo doch der Führer ihr einziger Gott sein sollte. Während sich die politische Lage weiter verschlimmert, tritt Edith in das Kloster der Karmeliterinnen ein und schreibt einen warnenden Brief an Papst Pius XI. Der Vatikan ignoriert die Warnung vor einer Judenverfolgung in Deutschland und beschließt das Problem erst einmal auszusitzen. Die Karmeliterin versucht daraufhin ins Ausland zu flüchten. Sie kommt zunächst in Holland unter, das aber schon bald von den deutschen Truppen überrannt wird. Ein Asylantrag für die Schweiz wird nicht rechtzeitig bearbeitet, was schließlich zur Verhaftung Edith Steins durch die Gestapo führt. Die Schweizer Behörden versuchen noch ihren Asylantrag durchzubekommen, wählen dabei aber den langen Dienstweg. Noch bevor ihn der zuständige Beamte unterzeichnen kann, wird Edith Stein nach Auschwitz deportiert, wo sie am 9. August 1942 von den Nazis ermordet wird.
Karten für das Stück erhalten Sie im Internet auf www.theater-endorf.de, per Fax (08053/795091) und ab 28. April telefonisch unter 08053/3743 sowie an der Theaterkasse, Rosenheimer Straße 6, 83093 Bad Endorf.

 

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg