Aufbruchstimmung in der Leader-AG „Chiemgauer-Seenplatte“

Die Leader-Aktionsgruppe „Chiemgauer-Seenplatte“ ist gut gerüstet für die neue Periode des EU-Förderprogramms zur Entwicklung des ländlichen Raums – diese Überzeugung gewannen die Teilnehmer des zweiten Zukunftsforums im Hatzhof in Bernau bei der Vorstellung der künftigen Lokalen Entwicklungsstrategie, die den Akteuren aus den darin zusammengeschlos-senen Gemeinden die Realisierung all jener Projekte ermöglichen soll, die ihnen am Herzen liegen.

Unter steter Beteiligung der Bürger ist in dem Prozess der Festlegung der strategischen Ausrichtung ein Konzept für die Zukunft entstanden, mit konkreten und abrechenbaren Zielen in den vier Handlungsfeldern Tourismus und Naherholung, Natur- und Kulturlandschaft, Ge-werbliche Wirtschaft und Landwirtschaft, Daseinsvorsorge, Freizeit und Kultur.

Besonders bei der Vorstellung einer Reihe von Startprojekten war die Aufbruchsstimmung in der Chiemgauer Seenplatte zu spüren. Es zeigte sich, dass die Leader-AG nach der erneuten Anerkennung als Leader-Gebiet gleich mit der Arbeit beginnen kann, die entwickelten Kon-zepte umzusetzen; die Startprojekte sind Ausdruck des Willens sofort loszulegen. In vielen Bereichen kann die Leader-Aktionsgruppe an bereits vorhandenen Aktivitäten ihrer Bürger und Institutionen anknüpfen. Marlene Berger-Stöckl, beim AZV verantwortlich für die Um-setzung der Verbesserungen am Radrundweg um den Chiemsee, stellte die schon vorhande-nen Überlegungen für die dort und anderswo nötigen Rad- und Wanderrastplätze vor. Clau-dia Richartz, Leiterin des Bauernhausmuseums Amerang, berichtete vom Museumsnetzwerk Rosenheim, ein Projekt der Leader-AG Mangfalltal-Inntal in der vergangenen Förderperiode, das künftig auf das Gebiet der Chiemgauer-Seenplatte und damit in den Landkreis Traunstein hinein ausgeweitet werden soll. Das Startprojekt „Chiemgauer Streuobst“ ging laut Inge Grai-chen, Betreuerin des Gemeinschaftsprojektes „Die Chiemgauer Seenplatte blüht auf“, aus die-sen Aktivitäten in der vergangenen Leader-Periode hervor und soll Pflege und Erneuerung bestehender Obstwiesen für die Besitzer attraktiver machen und die Infrastruktur für die Ver-arbeitung und den Verkauf der dort produzierten Früchte stärken. Für das Handlungsfeld Daseinsvorsorge, Freizeit und Kultur stellte Hubert Vachenauer, Sprecher des sehr aktiven gemeindlichen Arbeitskreises Energie, das Vorhaben „Elektromobil in Nußdorf“ vor. Durch Carsharing mit einem Elektro-Auto, betankt mit regional erzeugtem Strom der E-Werke Wol-kersdorf, könnte Energie eingespart und Mobilität ohne eigenes Auto gefördert werden.
Kultur- und heimatgeschichtliche Inhalte zu vermitteln ist das Ziel des Projektes „Ge-schichtserlebnis historische Gebäude“. Obings Bürgermeister Josef Huber berichtete über ei-nen ersten Schritt, der schon sehr bald ausgeführt werden soll, denn in Obing kann man 2016 die 1300-Jahr-Feier begehen. Zu diesem Anlass sollen die alten blauweißen Ortstafeln restau-riert oder neu wieder hergestellt werden, die einstmals im bayerischen Königreich über die regionale Zugehörigkeit der Höfe, Weiler und Orte Auskunft gaben.
Christian Fechter vom Planungsbüro Grontmij, das die Leader-AG Chiemgauer-Seenplatte fachlich und organisatorisch betreut, hob nach der Vorstellungsrunde der Startprojekte hervor, dass die Einbringung weiterer Projekte jederzeit möglich sei, auch nach Einreichung des Kon-zeptes der Lokalen Entwicklungsstrategie und der erhofften Anerkennung als Leader-Region für die Jahre bis 2020: „Viele Vorhaben werden sich erst in den nächsten Jahren herauskristal-lisieren und unsere Aufgabe wird es sein, sie zu betreuen und für die Leader-Förderung reif zu machen.“ Die Startprojekte sollten den Kreis der Leader-Aktiven motivieren, nun die für ihre Gemeinde wichtigen Vorhaben herauszuarbeiten und konkret zu überlegen, wo die Leader-Förderung ihnen helfen könnte.

Weitere Informationen unter www.chiemgauer-seenplatte.de

Bildunterschriften:
Abschlussfoto
Die Teilnehmer des zweiten Zukunftsforums der Leader-Aktionsgruppe „Chiemgauer-Seenplatte“ auf dem Weg „zu neuen Ufern“
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Obings Bürgermeister Sepp Huber zeigt ein Muster der historischen Ortstafeln, die bis zur 1300-Jahr-Feier 2016 in Obing wiederhergestellt werden sollen.

Bericht von und weitere Informationen bei:
Inge Graichen
Kienberger Str. 17
83119 Obing
E-Mail: inge.graichen@gmx.de

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg