Am Grab von Realschullehrer und Postkartensammler Walter Brumm

Eine große Trauergemeinde verabschiedete sich auf dem Priener Friedhof von Walter Brumm, der im Alter von 62 Jahren nach einer tückischen Krankheit verstarb. Werner Hoffmann als Gemeindereferent für den Pfarrverband Prien erinnerte in seiner Traueransprache an das reichhaltige Leben des Verstorbenen, dessen Schaffenskraft der Öffentlichkeit und Allgemeinheit vielfach zugute kam.

Walter Brumm kam in Freilassing als jüngstes Kind einer fünfköpfigen Familie zur Welt, am Anfang seiner Schulzeit kam er mit seinen Eltern nach Prien, wo er auch das Abitur machte. Dann entschied er sich zum Studium der Volkswirtschaft in München mit dem Ziel, Journalist zu werden. Doch dann wurde er Realschullehrer, anfangs in Hösbach bei Aschaffenburg und dann in München-Neubiberg. Nach der Hochzeit mit seiner Ehefrau Ursula kehrte er mit dieser und mit ihrem gemeinsamen Sohn Stephan wieder zurück ins Elternhaus an den Chiemsee. 24 Jahre war Walter Brumm dann Realschullehr an der Reiffenstühl-Realschule in Traunstein. Als dessen Vertreter würdigte Willi Schmwenkmeier die freundschaftliche Verbundenheit mit seinem ehemaligen Kollegen, der es verstand, die Jugend für viele Themen der Welt zu begeistern. Walter Brumm selbst war vielfach interessiert, so vor allem für die Kunst, für die Philatelie und für Reisen. Auch dem Sport war er zugetan, so spielte er in der 1. Fußball-Mannschaft des TUS Prien; mit diesem brachte er es als Trainer mit der Jugendmannschaft zum Oberbayerischen Hallenmeister. Eine besondere Sammelleidenschaft von Walter Brumm galt alten Postkartenmotiven aus der Heimat. Aus dem reichen Fundus, den er durch unzählige Flohmarktbesuche immer wieder erweiterte, machte das Priener Heimatmuseum schon zweimal eine Sonderausstellung. Das Heimatmuseum, dem Walter Brumm besonders eng verbunden war, hat deswegen die jüngst eröffnete Ausstellung „Devastiert – die Probst- und Chorherrengalerie von Herrenchiemsee“ dem Verstorbenen gewidmet. Wie die Museumsleitung bei der Ausstellungseröffnung mitteilte, waren die Ausstellungen „Abgeschickt – der westliche Chiemgau auf alten Ansichtskarten“ im Jahr 2004 und „Grüße vom Chiemsee“ im Jahr 2009 dem ehrenamtlichen Mitglied des Museumsarbeitskreises zu verdanken.

Foto: Hötzelsperger – Walter Brumm (rechts) anlässlich der Eröffnung seiner Postkartenausstellung im Priener Heimatmuseum

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg