Am Grab von Konrad Bauer, Seime-Vater aus Wimpasing

Bei weitem nicht fassen konnte die Kirche „St. Bartholomäus“ von Hittenkirchen die Trauernden und Gläubigen, die sich einfanden, um dem im Alter von fast 80 Jahre überraschend verstorbenen Konrad Bauer aus Wimpasing die letzte Ehre zu erweisen. Noch am vergangenen Sonntag war Konrad Bauer als geselliger Unterhalter beim traditionellen Jagdessen im Ort mitten unter den ihm lieb gewonnenen Leuten, kurze Zeit später in der Nacht verschied er friedlich von dieser Welt. Welch großer Beliebtheit sich der Bauer, Ehemann, fünfache Vater, sechzehnfache Opa und fünffache Uropa erfreute, zeigten die Erinnerungen Pater Joshy, der zusammen mit dem Hittenkirchen Kirchenchor das Requiem gestaltete. Wie der Priester sagte, kam der Seime-Vater im April 1936 in Prien-Ernsdorf zur Welt, im Alter von sechs Wochen kam er zu seiner Tante und zu seinem Onkel auf den Seimehof. Nach der Schule in Hittenkirchen besuchte Konrad Bauer die Landwirtschaftsschule in Rosenheim. Mit seiner aus Bernau-Wiedendorf stammenden Frau Christa konnte er vor fünf Jahren die Goldene Hochzeit feiern und neun Jahre bewirteten sie gemeinsam die hofeigene Herrenalm. Das Almleben war eine der Leidenschaften von Konrad Bauer, dem von allen Grabrednern ein humorreiches, geselliges und entgegenkommendes Gemüt bescheinigt werden konnte. Feuerwehrvorstand Anton Forstner würdigte die jahrzehntelange aktive Einsatzbereitschaft von Kamerad Konrad Bauer und für dessen großzügiges Entgegenkommen bei Gelände-Übungen und bei der Neuanschaffung der Feuerwehrfahne. Trachtenvorstand Christoph Kaufmann vom Trachtenverein „Almenrausch“ Hittenkirchen dankte für ein langes Trachtlerleben und großes Trachtlerherz. „Der Seime-Konrad war bei den Gaufesten 1986 und 2011 eine große handwerkliche Hilfe, eine bereits beschlossene Ehrung für 60 Jahre Mitgliedschaft, die wir beim Jahrtag am 1. Mai vollzogen hätten, ist leider nicht mehr möglich. Konrad Bauer war bereits mit vorherigen Ehrungen bedacht worden und einer der wenigen Ehrenmitglieder des Vereins“, so der Trachtenvorstand, der dem Verstorbenen auch für seinen Veranstaltungsbesuch-Fleiß und Spendenbereitschaft dankte und ihn zudem als vorbildlichen Nachbarn und bäuerlichen Berufskollegen bezeichnete. Seit 1952 gehörte Bauer der Schützengesellschaft Hittenkirchen an, von 1971 an war er ganze 21 Jahre Schützenmeister und ab 1992 als Ehrenschützenmeister war er weiterhin und bis zum Schluss der Schützengemeinschaft ganz eng verbunden – so Schützenmeister Franz Thalhammer. Ein weiterer Dank mit Blumengruß kam von der Jägerschaft Hittenkirchen durch Lorenz Boglmüller. Dieser dankte für fast 50jährige Jagdausübung und für die gewissenhafte Jagdpflege an der Prien. Jagdhornbläser ließen zur Ehre des Verstorbenen ein letztes Halali erklingen, ein Dirndldreigesang stimmte ein von Konrad Bauer gern gehörtes Almlied an, desweiteren führten Priener Blasmusikanten den Trauerzug im Friedhof. Zum Abschluss senkten sich die Fahnen der Ortsvereine am offenen Grab.
Sterbefoto: Konrad Bauer aus Wimpasing

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg