Am Grab von Alt-Bürgermeister Georg Huber am Samerberg – Aussergewöhnliche Lebensleistungen

Ein herausragendes Lebenswerk trotz kriegsbedingter Einschränkungen wurde mehrfach dem im Alter von 88 Jahren verstorbenen Alt-Bürgermeister Georg Huber von der Gemeinde Samerberg beim Requiem und bei der Beerdigung in Törwang bescheinigt. Langjährig, ehrenamtlich, leidenschaftlich und wenn es zum Erreichen gesteckter Ziele notwendig war, dann auch hartnäckig – so wurde Georg Huber unter anderem von seinem gleichnamigen Neffen und derzeitigen Bürgermeister vom Samerberg bezeichnet.

Georg Huber war sein langes Leben immer für die Familie, für die Gemeinde, für die Vereine sowie für die Leute da, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens waren. 18 Jahre war Georg Huber Bürgermeister, davon vier Jahre für die vormals selbstständige Gemeinde Törwang und nach der Zusammenlegung 1970 für die neue Groß-Gemeinde. Viele Entscheidungen unter anderem zur Trinkwasserversorgung, für den Wegebau sowie beim Badwirt- und Friedhofs-Bau waren erforderlich und konnten übereinstimmend gefunden werden, so dass der Samerberg heute gut dasteht. Wie weiter beim Requiem mit Diakon Günter Schmitzberger erinnert wurde, war Georg Huber als junger Bub Ministrant bei Pfarrer Dürnegger, als Jugendlicher war er in Kriegszeiten als Millimesser bei den Bauern tätig und mit gut 17 Jahren musste er in den Krieg. Am Plattensee verlor Georg Huber am 8. März 1945 seinen rechten Arm und im Juni 1946 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Unmittelbar nach der Heimkehr war ihm der Aufbau in Gesellschaft und Vereinen wichtig. Nach dem Besuch der Landwirtschaftsschule und nach einer Ausbildung beim Bayerischen Bauernverband engagierte er sich auch noch politisch. Für seine vielen Verdienste, unter anderem als Gründungsmitglied beim Abwasserzweckverband Prien- und Achental sowie beim Schulverband Neubeuern-Rohrdorf-Samerberg wurde Georg Huber mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und mit der Samerberger Bürgermedaille. Für den CSU-Ortsverband dankte Vorsitzender Peter Schrödl, der sagte, dass Georg Huber eine intensive Jugendarbeit sowie gute Kontakte zu den Entscheidungsträgern bis hinauf zum damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß pflegte.

Diakon Schmitzberger bezeichnete Georg Huber als guten Christen mit einer gesunden Frömmigkeit, der sich stets Sorgen machte um die Natur und um die Schöpfung. Talentreich organisierte er viele Wallfahrten und Ausflugsfahrten und er war Motor und Förderer für die Landvolk-Bewegung sowie für die Katholische Landjugend. Stellvertretender Landrat Josef Huber würdige das zwölfjährige Engagement des Verstorbenen als Kreisrat und seine sechsjährige Tätigkeit im Kreisausschuss und bezeichnete Georg Huber auch als Anwalt der kleinen Leute. Als langjähriger Vorsitzender des Kreisjugendrings knüpfte Georg Huber die ersten Kontakte nach Israel und organisierte dorthin Reisen. Auch Hans Loy dankte namens der VdK-Kreis- und Landesverbände für Georg Hubers Einsatz innerhalb der Sozialverbände. Xaver Stadler schloss sich für den VdK-Ortsverband Samerberg dem Vorredner an und dankte dafür, dass Georg Huber den von ihm mitbegründeten VdK-Ortsverband über fünf Jahrzehnte als Vorsitzender anführte. Für all die sozialen Leistungen wurde Georg Huber vom Landkreis Rosenheim die Kommunale Verdienstmedaille zuerkannt. Eine große Wichtigkeit für den Verstorbenen war auch der Orts-, Häuser- und Blumenschmuckwettbewerb. Wie Simon Mayer als Vorsitzender des Samberger Obst- und Gartenbauvereins sagte, wurde Georg Huber unter anderem für den Erfolg am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ und für ungezählte Baumpflanzungen zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Vorstand Wolfgang Uhl von der Feuerwehr Törwang dankt dem Verstorbenen für fast 70jährige Vereinstreue und stete Unterstützung. Wie Hauptmann Fritz Dräxl von den Samerberger Gebirgsschützen (die Georg Huber mit einem dreifachen Ehrensalut ehrten) erinnerte, war der Verstorbene auch bei ihnen im Jahr 1970 Gründungsmitglied. Viele Jahrzehnte war Georg Huber auch Mitglied beim Krieger- und Veteranenverein Törwang-Grainbach. Vorstand Michael Huber dankte für die vorbildlich vorgelebten Werte des ehemaligen Panzer- und Sanitäts-Soldaten. Mit Weisen von Samerberger Musikanten, die zuvor das Requiem in der Kirche zusammen mit dem Kirchenchor musikalisch gestalteten und mit einem dreifachen Kanonensalut wurde einem guten Kameraden gedacht. Insgesamt sieben Fahnenabordnungen zeugten von der starken Verbundenheit von Georg Huber mit den Ortsvereinen.

Fotos: Hötzelsperger – 1. Trauermarsch für Altbürgermeister Georg Huber auf dem Friedhof von Törwang. 2. Sterbefoto Georg Huber mit Vorder- und Rückseite (Foto mit dem Kreuz bei der Aussichtskapelle entstammt dem großen Foto-Archiv, das Georg Huber hinterlässt).

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg