Alphornklänge bei christlicher Hochzeit in Indien

Bereits zum zweiten Male war Helmut Amberger, der Vorsitzende vom Verein der Bayern in Berlin, zu einer Hochzeitsfeier in Indien eingeladen. Diesmal ging es zu einer christlichen Hochzeit in den Süden des Landes und mit dabei hatte Helmut Amberger neben der bayerischen Fahne, typisch-bayerischen Geschenken und touristischem Werbematerial auch sein Alphorn. Dessen Klänge kamen besonders gut an.

Christliche Hochzeit in Süd-Indien mit bayerischer Note – Helmut Amberger berichtet

Nachdem ich bereits im Frühjahr dieses Jahres mit meiner Tochter bei einer hinduistischen Hochzeit mit dem Alphorn das Interesse am bayerischen Brauchtum in Süd-Indien geweckt habe, so konnte ich dies dort kürzlich bei einer christlichen Hochzeit noch vertiefen. Anlass war dieses Mal die Einladung einer christlichen indischen Arbeitskollegin zu ihrer Hochzeit in Madurai, der heimlichen Hauptstadt von „Tamil Nadu“. In diesem Landesteil ist der Anteil der christlichen Bevölkerung höher, als im übrigen Indien. D.h. im südwestlichen Teil von Tamil Nadu und weiter westlich in Kerala beträgt der Anteil sogar bis zu 20%. Die Glaubensrichtung der dortigen christlichen Kirchengemeinschaft ist anglikanisch, wo evangelische und katholische Glaubenselemente vereinigt sind. Zu unserer Überraschung war das Kirchenportal schon mal weiß-blau geschmückt, ähnlich wie Umwicklung eines bayerischen Maibaums. Auch die Hochzeits-Zeremonie in der Kirche war nahezu vergleichbar mit einer Hochzeitsmesse in einer Kirche bei uns in Deutschland, bzw. in Bayern. Lediglich die Kirchengesänge waren wesentlich lautstärker und emotionaler. Es war sehr beeindruckend, diese gefühlsbetonte Messe in tamilischer Sprache mit zu erleben. Der weitere Verlauf der Hochzeitsfeier war ähnlich wie bei einer hinduistischen Hochzeit, wo das Hochzeitspaar in einem großen Saal auf einem Thron Patz nahm und somit für einen Tag „König und Königin“ sein durfte. Dabei wurden die Glückwünsche und Geschenke der Gäste entgegengenommen. Mit Alphorngrüßen und bayerischer Fahne haben auch wir dabei unser Hochzeitsgeschenk werbewirksam überreicht. Der Begeisterung für die Klänge des alpenländischen Instruments folgte eine Einladung des Musik-Professors Christopher Sherwood bei sich zuhause. Seine Vorliebe für deutsche Volksmusik verblüffte uns vollends. Bei gemeinsamen Musizieren mit Klavier und Alphorn schmiedeten wir den Plan von einem bayerisch-tamilischen Brauchtumsveranstaltung in Madurai mit dem Ziel einen Kulturaustausch zwischen Tamilen und Bayern anzustoßen. Hierzu würde Prof. Sherwood die Organisation vor Ort mit Freude übernehmen.
Nach einem Abstecher in die Berge von Kerala (natürlich mit dem Alphorn) blieb vor der Rückreise noch Zeit, auch in Chennai Werbung für Bayern zu machen, insbesondere mit Werbegeschenken des Tourismusverbandes Samerberg/Chiemsee-Alpenland, die uns der Toni Hötzelsperger freundlicher Weise hat zukommen lassen.
Unser „Freundeskreis der Bayern in Tamil Nadu“ hat sich somit weiter zugenommen. Neben meinen Arbeitskollegen interessieren sich inzwischen auch indische Fußballfans und viele Musik- und Kulturbegeisterte für Bayern und seine Traditionen. Beim Besuch einer Familie in Chennai kam sogar die originelle Idee auf, einen bayerischen Sari (Frauenkleid), bzw. einen bayerischen Lunghi (Männerrock) auf den Markt zu bringen.
Ein Alphornkonzert im Eventpark „Golden Beach“ Chennai bildete den Abschuss unseres Hochzeits-Besuchs in Südindien. Fortsetzung folgt.

Helmut Amberger, Verein der Bayern in Berlin e.V.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg