Afrika-Ausstellung im Naturkundemuseum Siegsdorf

Mit der Eröffnung einer neuen Sonderausstellung nimmt das Naturkunde- und Mammutmuseum Siegsdorf ab Samstag den 12. April wieder seinen Sommerbetrieb auf.Den langen Zeitraum von vor 3,5 Milliarden Jahren bis heute umspannt der Bogen versteinerten Lebens aus Afrika, der in der neuen Sonderausstellung in Siegsdorf dargestellt wird. Das Paläontologische Museum München wirft mit seinen Exponaten Licht auf besonders spannende Abschnitte in der Geschichte des Lebens: Von den Anfängen mikrobiellen Lebens vor über 3 Milliarden Jahren, über die ersten Tiere, ihre Baupläne und Lebensweisen, bis hin zu den Zeitaltern der Saurier und der heutigen Säugetiere.

Der Kontinent Afrika hat eine lange geologische Geschichte hinter sich. Er entstand in der Urzeit der Erde aus verschiedenen Krustensegmenten und war zeitweise selbst ein „Puzzlestück inmitten größerer Superkontinente“. Die Evolution des Lebens wurde und wird durch die Verschiebung der Kontinente und Änderungen des Klimas stark beeinflusst. Globale Katastrophen und Klimaveränderungen bedeuteten stets tiefe Einschnitte für die Lebenswelt. Sie führten zu Massenaussterben und anschließendem Wiedererblühen neuer Arten. Afrikas Fauna und Flora – an Land oder im Meer – sind zu manchen Zeiten besonders gut dokumentiert und gewähren tiefe Einblicke in bedeutende Abschnitte der Evolution und die Entwicklung von Ökosystemen. Vielen Tiergruppen begegnet man ihn Afrikas Ablagerungen sogar zum ersten Mal: Ammoniten, Krokodile und schließlich der Mensch – um nur einige zu nennen.

Neben den häufigeren Tiergruppen wie z.B. Trilobiten und Seelilien waren bei den Forschern natürlich vor allem Reste von Wirbeltieren der verschiedenen Zeitalter im Brennpunkt des Interesses. Für die paläontologische Forschung sind speziell die Vorläufer der Säugetiere aus der Trias Südafrikas von herausragendem Wert. Ihre oft skurril anmutenden Skelettformen verraten einiges über ihre Lebensweise und den Stand der Wirbeltier-Evolution in der Vorgeschichte des Trias.

An der Erforschung der Geologie Afrikas waren im 19. und 20. Jahrhundert  auch Münchner Paläontologen beteiligt, durch deren Pionierarbeit eine Vielzahl von afrikanischen Sammlungsobjekten nach München gelangten. Nach dem zweiten Weltkrieg hat die Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und Geologie München die Sammlung afrikanischer Funde erneut erweitert und es so möglich gemacht, eine Sonderausstellung zu konzipieren, die nun ab Samstag den 12. April für ein knappes Jahr lang im Keller des Siegsdorfer Naturkunde. und Mammutmuseums zu bewundern ist. Dann ist das Museum auch wieder bis Allerheiligen täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. FK

Die Bilder zeigen einige Exponate der neuen Sonderausstellung.

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg