68. Bayerischer Heilbädertag am 17./18. November in Prien am Chiemsee

Der heurige Bayerische Heilbädertag hat heute im Luft- und Kneipp-Kurort Prien a. Chiemsee begonnen. Dabei ging es auch um das zukünftige Präventionsgesetz.

Der Bayerische Heilbäder-Verband (BHV) hat die Bundesregierung aufgefordert, im künftigen Präventionsgesetz den Patienten mehr Rechte einzuräumen und die Heilbäder und Kurorte als Gesundheitskompetenzzentren im Gesetz zu verankern. „Wir brauchen keine Patienten als Bittsteller, sondern müssen ihnen mehr Autonomie und Eigenverantwortung für ihre Gesundheit geben“ sagte der BHV-Vorsitzende Klaus Holetschek auf einer Pressekonferenz zum Bayerischen Heilbädertag am 17. November in Prien am Chiemsee. „So sollten die Versicherten selbst entscheiden können, ob sie eine Maßnahme am Wohnort oder fern von ihrem Wohnort durchführen. Und sie sollten ein Recht auf eine ambulante Vorsorgeleistung bekommen.“ Die Zuschüsse zur ambulanten Vorsorgeleistung müssten zur Pflichtleistung der Kassen werden. Mehr als 100 Teilnehmer aus 47 anerkannten Heilbädern und Kurorten sollen bis Dienstag eine Resolution zum Präventionsgesetz beschließen, die in Berlin in das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren einfließen soll.
Die bayerischen Heilbäder und Kurorte wollen selbst als Gesundheitskompetenzzentren im Gesetz verankert werden. „Wir müssen das Rad bei der Prävention nicht neu erfinden“, sagte Holetschek dazu. „Wir sollten auf bewährte Strukturen zurückgreifen. Wir haben an unseren Orten einzigartige, ortsgebundene Heilmittel mit ihren spezifischen Wirkungen – und damit Indikationsbereichen. Außerdem das fachkundige Personal und hervorragend ausgebildete Ärzte. Auch das muss bei der Auswahl einer Kur in die Entscheidung mit einfließen.“ Wichtig sei bei der Prävention auch ein ganzheitlicher Ansatz mit den Elementen Bewegung, Ernährung und psychische Situation. „Wer an einem Burnout-Syndrom leidet, für den ist eine Gesundheitsmaßnahme in einer Großstadt nicht unbedingt das Richtige.“
Als kontraproduktiv im Zusammenhang mit der Prävention sieht der Bayerische Heilbäder-Verband die geplante Erhöhung der Umsatzsteuer für Saunabetriebe. Aus finanztechnischen Gründen haben die Finanzministerien von Bund und Ländern beschlossen, die seit 1968 geltende ermäßigte Umsatzsteuer abzuschaffen. Ab 1.7.2015 soll der Umsatzsteuersatz von 7 auf 19 Prozent steigen.
„Das widerspricht dem Präventionsgedanken“ so betont Holetschek. „Eine Sauna gehört zur Prävention, sie dient unter anderem der Erkältungsvorbeugung, dem Stressabbau und der Krankheitsvermeidung.“ .Die geplante Erhöhung bedeute in verschiedenen Thermen Mehrbelastungen um bis zu 400.000 Euro. Die Benutzer müssten mit höheren Eintrittspreisen rechnen. Das werde zu einem Besucherrückgang führen. Der Bayerische Heilbäder-Verband rechnet bei seinen Mitgliedern insgesamt mit einem Rückgang der Einnahmen um 1,4 Millionen Euro.
Die Erhöhung schaffe auch Ungleichheiten in der EU. In Österreich sei der Saunaeintritt nach wie vor mit 10 Prozent umsatzsteuerermäßigt.

Weitere Themen beim 68. Bayerischen Heilbädertag sind die Entwicklung und Förderung des Gesundheitstourismus und die Finanzierbarkeit der Sozialversicherung. Die Festrede bei der öffentlichen Mitgliederversammlung am Montag hält der Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium Franz Josef Pschierer. Die bayerischen Heilbäder und Kurorte sind ein starker Wirtschaftsfaktor in Bayern. Sie stehen für 100.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum und erzielen eine Brutto-Wertschöpfung von rund 3,7 Milliarden Euro. Jede vierte Übernachtung in Bayern findet in einem Kurort oder einem Heilbad statt

Kontakt:
Bayerischer Heilbäder-Verband e. V.
1. Vorsitzender Klaus Holetschek
Rathausstr. 6-8, 94072 Bad Füssing
Telefon: 08531/975590
E-Mail: info@gesundes-bayern.de
Internet: www.gesundes-bayern.de

Fotos: Hötzelsperger

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg