5. Volksmusikwochenende in Honau bei Obing war erfolgreich

Am letzten Wochenende fand das nun schon fast zur Tradition gewordene Volksmusikwochenende in Honau statt, das von den Musiklehrern Andreas und Hans Niedermaier aus Seebruck organisiert wurde. Die „Begegnungsstätte Amalienhof“ bot dafür wieder den perfekten Rahmen.

Es fanden sich neun Musiklehrer aus Bayern und Österreich ein, die den 45 Teilnehmern Unterricht auf ihren jeweiligen Instrumenten und im Singen erteilten. Großen Wert legten die beiden Organisatoren auf den Gruppenunterricht. Einige bestehende Gruppen, wie die „Zinnkopf Musi“ aus Ruhpolding oder die „Alzberg Musi“ aus Seebruck, meldeten sich an, andere Gruppen wurden aus den Teilnehmern für das Wochenende zusammengestellt. „Ein großer Vorteil des Gruppenunterrichts liegt darin, dass sich die Teilnehmer untereinander sehr viel abschauen können, da merkt man als Lehrer oft gar nicht, wie viel sich die Schüler gegenseitig beibringen“, berichtet der Harmonikalehrer Andreas Niedermaier. Natürlich wurde auch Einzelunterricht erteilt. Am Samstag gab es frei wählbare Zusatzkurse, bei denen die Teilnehmer in größeren Gruppen z.B. Musiktheorie oder freies Improvisieren lernen konnten. Richard Huber, der
Zitherlehrer aus der Steiermark, hat die Erfahrung gemacht, dass „es einfach Inhalte gibt, die man im Einzelunterricht besser vermitteln kann. Man muss dann schauen welche Unterrichtsart für jeden Schüler am besten zu seinem momentanen Können passt.“ Unterrichtet wurden von Gesang, Blasinstrumenten und Saiteninstrumenten bis hin zur Ziach praktisch alle Volksmusikinstrumente. Die Lehrer haben alle einen Studienabschluss an einer Musikhochschule, viele vom „Salzburger Mozarteum“, und sind zudem tief in der Volksmusik verwurzelt.
Dass die gut ausgebildeten Lehrer großen Anklang fanden, beweisen nicht zuletzt die zum Teil über 200 Kilometer weite Anreise, die manche Teilnehmer in Kauf genommen haben, um in Honau Unterricht zu erhalten. Die meisten Teilnehmer kamen jedoch aus dem Landkreis Traunstein, zehn der jungen Musikanten sogar aus der Gemeinde Seebruck. Dies freut die Organisatoren besonders, da ihnen die Volksmusikpflege in der eigenen Heimatgemeinde sehr am Herzen liegt. Bemerkenswert ist zudem das Durchschnittsalter der Teilnehmer, das mit 25 Jahren deutlich unter dem Schnitt lag, den man bei einer Volksmusikveranstaltung erwarten würde. Natürlich gingen auch die Teilnehmer, die altersmäßig über dem Durchschnitt lagen, um viele Erfahrungen reicher nach Hause. Es zeigte sich an diesem Wochenende wieder ganz deutlich, dass Tradition und Jugend bestens harmonieren, und dass neben der älteren Generation heute eine neue Generation herangewachsen ist, die unser Kulturgut Volksmusik unbeirrt von allen Einflüssen aus den Medien mit Überzeugung und über alle Landesgrenzen hinweg weiterträgt.

Foto: Einblick in den Zusatzkurs „Freis Improvisieren auf der Harfe“ mit dem Referenten Simon Rothmayer.

Anton Hötzelsperger

Nachrichten

Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg