31. Priener Marktfest ein Familienfest mit großem Wetterglück und Zusammenhalt

Was macht das Priener Marktfest im Alter von 30 Jahren noch so jung und attraktiv? Ist es die Örtlichkeit, der beeindruckende Zusammenhalt, das Wetterglück oder einfach die Suche nach ungezwungener bayerischer Gemütlichkeit? Wohl von allem ist etwas dabei, wenn man das heurige 31. Marktfest im Herzen der Marktgemeine im Rückblick betrachtet. Es war in jedem Falle wieder ein Erfolg für Gastgeber und Gäste.

Den Auftakt des Gelingens hatte Erster Bürgermeister Jürgen Seifert in seinen Händen als er den Schlegel zum Anzapfen beim Hofbräuhaus-Traunstein-Holzfaß anlegte. Nur zwei Schläge und kaum Spritzer waren das Ergebnis mehrjähriger Anzapf-Erfahrungen. Wie der Bürgermeister nach dem Anzapf-Erfolg gegenüber seinem Lehrmeister Anton Harntasch sagte, hat er heuer nicht ganz gerade, sondern etwas schräg angesetzt und das brachte den Erfolg. Erfolgreich war nicht nur der mit dem Bayerischen Defiliermarsch begleitete Auftakt durch die Blaskapelle Prien mit ihrem Dirigenten Stefan Fusseder, sondern der Festverlauf von Anfang bis Ende. Ehe das Fest starten konnte, galt es große Aufbauleistungen für Sitzgelegenheiten, zwei Schankanlagen, Strom- und Lichtversorgung und vieles andere mehr hinzukriegen. Starker Regenfall beeinträchtigte die Vorbereitungen und am Samstag war es nicht vorstellbar, dass es am Sonntag an gleicher Stelle an den Sonnenplätzen schon wieder zu heiß werden könnte. Auch die gastronomische Versorgung war komplex zum Vorbereiten, aber dafür umso vielfältiger und vorteilhafter für die Gäste. Die Palette der Köstlichkeiten reicht vom Brotstand an der Taufkapelle, vom Kas-Stand bei der Blaskapelle, vom Weinstand beim Heimatmuseum bis zur Casa Kronast mit der Original Bosna-Wurst, die gegenüber vom Bäcker Müller mit frischem Zwetschgen-Datschi ergänzt wurde. Unterstützt wurden der Förderverein zugunsten des Priener Trachtenvereins und der Ski-Club als gemeinsame Veranstalter von der Metzgerei Grosse, vom Fischer am See, von der Mesner-Stuben und vom Wieninger Keller. Priener Vereine und Priener Wirte-Elf-Mitglieder arbeiteten bei diesem Marktfest wieder einmal Hand in Hand. Gleiches war auch für die über 150 eingesetzten Ehrenamtlichen ein Grundsatz. Nach einem ausgeklügelten und wohlwollend vorbereiteten Plan waren generationenübergreifend Vereinsmitglieder und auch sonstige Freiwillige auf den Füßen, zum Teil als ganze Familie und zum Teil von der Früh bis in die Nacht. Ludwig Strohmayer zum Beispiel gönnte sich nur eine Kaffeepause und alsdann war er wieder unterwegs, um Durstigen entgegenzukommen. Gut vorabgestimmt mussten auch die Auftritte sein, schließlich waren auch die Kinder und Jugendlichen im quirligen Geschehen nicht immer an gleicher Stelle. Aber immer dann, wenn es auf dem Marktplatz oder auf der Bühne in der Schulstraße hieß „Auf geht´s zum Mühlradl oder zu einem Plattler“, schon waren die Dirndl und Buam samt der Jugendbetreuung da. Auch die Priener Goaßlschnalzer trafen sich eher unauffällig zu ihren Auftritten obwohl sie einzeln im Geschehen an der Schenke oder vorher und nachher im Abräum-Service zu sehen war. Heuer erstmals dabei waren als Musikgruppen das Trio „Kreuz und Quer“ aus dem Achental, die „Priener Lausbuam“ und die „Ruperti-Blosn“, die sich trotz mancher aktuelle Baustellen-Situation rund um die Kirche und in der Schulstraße passend positionieren konnten.

In den 30 Jahren, seit es das Marktfest gibt, gab es nur zwei Jahre ohne Marktfest. Einmal wegen schlechtem Wetter und einmal wegen Hochwasser. Viele von den Trachtlern, Ski-Clublern und Ehrenamtlichen waren von Anfang dabei und sie erinnern sich noch gut, gerne und genau daran, wie es die damaligen Vorstände Peter Donauer (Trachtenverein) und Gerhard Schraml (Ski-Club) erstmals schafften, mit den vielen Betroffenen, Beteiligten, Hausbesitzern und Grundanliegern das erste Marktfest zu veranstalten. Das „Fest der Feste“ ist seitdem ein bekannter und beliebter Ferien-Treffpunkt. Einer der von Anfang dabei war, ist Robert Gmeiner aus Atzing, der als langjähriger Mitarbeiter des Bauhofs aber erst zum Schluss des Festes als Gabelstapel-Fahrer zum Einsatz kommt. „Bei der Nacht wird nicht auf Kosten der Gemeinde und des Bauhofs aufgeräumt, das machen wir seit 30 Jahren immer schon im Auftrag der Vereine“ – so Robert Gmeiner, dessen Dienstschluss weit nach Mitternacht erst möglich ist. Dafür ist am Montag früh dank der vielen Helferinnen und Helfer der Priener Marktplatz so sauber wie am Vortag des Marktfestes als noch ein Riesen-Regenschauer niederging.

Fotos: Hötzelsperger – Eindrücke vom Priener Marktfest 2014

Weitere Informationen: www.prien.de

Anton Hötzelsperger

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Freier Journalist, Leiter der Gäste-Information Samerberg